mini|alt=Ganesh Vasudev Mavalankar. Schwarz-Weiß-Porträt eines Inders mit Oberlippenbärtchen und pyramidenförmigem Hut.|Ganesh Vasudev Mavalankar (1942) Ganesh Vasudev Mavalankar (; geb. 27. November 1888 in Baroda, Baroda State, British-Indien; gest. 27. Februar 1956 in Ahmedabad, Bombay State, Indien), besser bekannt als Dadasaheb, war ein indischer Politiker und Unabhängigkeitskämpfer. Er war von 1946 bis 1947 Präsident der Zentralen Legislativversammlung (केन्द्रीय विधान सभा), anschließend Sprecher der Verfassungsgebenden Versammlung Indiens (भारतीय संविधान सभा) und später der erste Sprecher der Lok Sabha, des Unterhauses des indischen Parlaments. Sein Sohn Purushottam Mavalankar wurde später zweimal für Gujarat in die Lok Sabha gewählt.

Leben mini|Balvantrai Thakore, Sardar Patel und Ganesh Mavalankar bei einer Zeremonie zum hundertjährigen Bestehen der Stadtverwaltung von Ahmedabad, 1935 Mavalankar stammte aus einer Marathi-Familie und lebte und arbeitete in Ahmedabad, der ehemaligen Hauptstadt von Gujarat. Seine Familie gehörte ursprünglich zu Mavalange in Sangameshwar im Distrikt Ratnagiri der Präsidentschaft Bombay in Britisch-Indien. Nach seiner Schulzeit in Rajapur und anderen Orten der Präsidentschaft Bombay zog Mavalankar 1902 für sein Studium nach Ahmedabad. 1908 erwarb er seinen Bachelor of Science am Gujarat College in Ahmedabad. 1909 war er ein Jahr lang Dakshina-Stipendiat des Colleges, bevor er sein Jurastudium an der Government Law School in Bombay aufnahm. 1912 bestand er sein Staatsexamen mit Auszeichnung und trat 1913 in den Anwaltsberuf ein. Schon bald kam er mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Sardar Vallabhbhai Patel und Mahatma Gandhi in Kontakt. Er wurde 1913 Ehrensekretär der Gujarat Education Society und 1916 Sekretär der Gujarat Sabha. Mavalankar wurde 1919 erstmals in den Stadtrat von Ahmedabad gewählt. Er war von 1919 bis 1922, von 1924 bis 1927, von 1930 bis 1933 und von 1935 bis 1937 Mitglied des Stadtrats von Ahmedabad.

Politik Mavalankar schloss sich der indischen Unabhängigkeitsbewegung (भारतीय स्वतन्त्रता आन्दोलन) mit der Nichtkooperationsbewegung an. Von 1921 bis 1922 war er Sekretär des Provinzkomitees des Kongresses von Gujarat. Obwohl er in den 1920er Jahren vorübergehend der Swaraj-Partei (स्वराज पार्टी) beitrat, kehrte er 1930 zu Gandhis Salzmarsch zurück. Nachdem der Kongress 1934 seinen Boykott der Wahlen zu den Legislativräten der Vor-Unabhängigkeitszeit aufgab, wurde Mavalankar in die Legislativversammlung der Provinz Bombay gewählt und 1937 deren Sprecher. Von 1937 bis 1946 blieb Mavalankar Sprecher der Legislativversammlung von Bombay. 1946 wurde er auch in die Zentrale Legislativversammlung gewählt.Subhash C. Kashyap: Dada Saheb Mavalankar, Father of Lok Sabha (Published for the Lok Sabha Secretariat by the National Publishing House) 1989: S. 9–11.

Mavalankar blieb bis Mitternacht vom 14. auf den 15. August 1947 Präsident der Zentralen Legislativversammlung. Mit dem Inkrafttreten des Indian Independence Act von 1947 wurden die Zentrale Legislativversammlung und der Staatsrat, die beiden Kammern des indischen Parlaments, aufgelöst, und die Constituent Assembly of India (Verfassungsgebende Versammlung Indiens) übernahm die volle Regierungsgewalt. Unmittelbar nach der Unabhängigkeit leitete Mavalankar ein am 20. August 1947 eingesetztes Komitee, das die Notwendigkeit einer Trennung der verfassungsgebenden von der legislativen Funktion der Verfassungsgebenden Versammlung prüfen und darüber berichten sollte. Auf Grundlage der Empfehlung dieses Komitees wurden die legislative und die verfassungsgebende Funktion der Versammlung später getrennt, und es wurde beschlossen, einen Sprecher für die Sitzungen der Versammlung einzusetzen. Mavalankar wurde am 17. November 1947 zum Sprecher der Verfassungsgebenden Versammlung (Legislative) gewählt. Mit der Verabschiedung der indischen Verfassung am 26. November 1949 wurde die Verfassungsgebende Versammlung (Legislative) in Provisorisches Parlament umbenannt. Mavalankar wurde am 26. November 1949 Sprecher des Provisorischen Parlaments und behielt dieses Amt bis zur Konstituierung der ersten Lok Sabha im Jahr 1952.

Am 15. Mai 1952, nach den ersten Parlamentswahlen im unabhängigen Indien, wurde Mavalankar, der Ahmedabad für den Kongress vertrat, zum Sprecher der ersten Lok Sabha gewählt. Das Parlament nahm den Vorschlag mit 394 Stimmen an, die Opposition stimmte mit 55 Stimmen dagegen. Im Januar 1956 erlitt Mavalankar einen Herzinfarkt und trat von seinem Amt zurück. Er starb am 27. Februar 1956 in Ahmedabad im Alter von 67 Jahren an einem Herzstillstand.

Seine Frau, Sushila Mavalankar, gewann die durch seinen Tod 1956 notwendig gewordene Nachwahl ohne Gegenkandidaten. Sie kandidierte jedoch 1957 nicht mehr.C. K. Jain: Women parliamentarians in India. Surjeet Publications 1993: S. 697. google books Sein Sohn Purushottam Mavalankar gewann diesen Sitz später bei einer Nachwahl 1972.

Bildungsfront Mavalankar war neben Patel eine der treibenden Kräfte im Bildungsbereich von Gujarat und Mitbegründer der Ahmadabad Education Society zusammen mit Kasturbhai Lalbhai und Amritlal Hargovindas. Darüber hinaus war er zusammen mit Gandhi, Patel und anderen bereits in den 1920er Jahren einer der Initiatoren der Einrichtung der Gujarat University, die im Jahr 1949, gegründet wurde.

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