Der Panzer-Triebwagen D-2 (, kurz ) war ein sowjetisches gepanzertes Triebfahrzeug aus der Zwischenkriegszeit.

Geschichte Sowjetunion Nach den ersten erfolgreichen Testergebnissen des Panzer-Triebwagen D-3, begann der Ingenieur Nikolai Iwanowitsch Dyrenkow mit einer weiteren Verbesserung seines Entwurfes. Er wollte einen noch leistungsstärkeren und verbesserten Panzer-Triebwagen herstellen. Die Bezeichnung dieses Modells lautete D-2 und bereits im Februar 1931 konnte ein erster Prototyp hergestellt werden. Nach einem kurzen Testlauf wurden kleinere Mängel beseitigt und der Prüfungskommission vorgestellt. Diese war von dem Fahrzeug beeindruckt und bestellte mehrere Fahrzeuge.

Wehrmacht Während des Einmarsches in die Sowjetunion, konnte die Wehrmacht neun Panzer-Triebwagen D-2 zwischen 1941 und 1942 erbeuten. Nach größeren Umbaumaßnahmen wurden die Panzer-Geschütz-Triebwagen 17 bis Panzer-Geschütz-Triebwagen 23 ab 6. März 1943 (Nummer 17) in Dienst gestellt. Komplett einsatzbereit war der erste am 6. Dezember 1943. Die Umbauarbeiten fanden im Reichsbahn-Ausbesserungswerk Nürnberg statt.

Prototyp mini|Prototyp des Panzer-Triebwagen D-2 mit geänderten Namen Wjatscheslaw Menschinki

Der Prototyp des Panzer-Triebwagen D-2 wurde im Februar 1931 fertiggestellt und erhielt den Namen . Nach der Beseitigung aller festgestellten Mängel wurde der Panzer-Triebwagen D-2 bei der Panzerzugdivision der OGPU in Dienst gestellt und weiteren Tests unterzogen. Dabei legte der Panzer-Triebwagen 3.247 Kilometer mit einer maximalen Geschwindigkeit von 50 km/h zurück, 1.128 davon angehängt an einen Panzerzug und 106 km mit zwei vollbeladenen Flachwagen. Die Bewertung des Motors fiel positiv aus, da es zu keinerlei Problemen oder Ausfällen kam. Bei Beschusstests wurden 39 Granaten aus jedem Geschütz abgefeuert, wobei es auch hier zu keinerlei Schäden oder Problemen kam. Weiterhin war man von der Stabilität des Wagens beim Feuern begeistert. Dennoch war die Anordnung der seitlichen Maschinengewehre als sehr schlecht eingestuft worden, da sie jeweils zu nah am Lokomotivführer waren. Die restlichen Maschinengewehre waren gut angeordnet.

Bemängelt wurde auch, dass das Fahrzeug im unfertigen Zustand übergeben wurde. So gab es keine Feuerleitung aufgrund fehlender Visierungen oder geeigneter Beobachtungs- oder Sprechanlagen. Weiterhin gab es keinerlei Lagerraum für Ersatzteile oder Kartuschen und die Kommandantenkabine war dunkel und besaß kaum Möglichkeiten zur Außenbeobachtung. Im neuen Fahrzeug sollte hier Abhilfe geschaffen werden. Auch das Kühlsystem war sehr unzuverlässig und bedurfte einiger Verbesserungen. Für den Kraftfahrer war die Bedienung der Steuerung sehr kompliziert und auch hier sollten deutliche Vereinfachungen durchgeführt werden. Um im Einsatz im Fahrzeug den Komfort der Mannschaft zu verbessern, sollte eine Belüftung eingebaut und Lagerplatz geschaffen werden. Dennoch sah man im Panzer-Triebwagen D-2 hohes Potential und befand dieses Modell als gut für die Armee.

Im November und Dezember 1931 wurden letzte Änderungen am Prototyp vorgenommen. So wurden die Kanonen gegen verbesserte 7,62-cm-Divisionskanonen M1902/30 ausgetauscht und die Geschütztürme mit Periskopen und Sehschlitzen ausgestattet. Für den Kommandanten wurde mehr Platz geschaffen, Licht eingebaut und es gab mehr Beobachtungsmöglichkeiten nach draußen. Der Wagen erhielt eine interne Kommunikation und eine Funkstation für die Kommunikation nach draußen. Für diese wurde über dem Beobachtungsstand eine erhöhte Rahmenantenne aufgebaut. Nach diesen Verbesserungen wurde der Prototyp dem Volkskommissar für Verteidigung, Kliment Jefremowitsch Woroschilow, vorgestellt. Dieser war begeistert und so erging am 31. Dezember 1931 der Befehl zum Bau von 60 Panzer-Triebwagen innerhalb von zweieinhalb Monaten.

Produktion mini|Panzer-Triebwagen D-2 des 55. NKWD-Regiment aus dem Werk Krasny Profintern, 1940 mini|Panzer-Triebwagen D-2 des 85. NKWD-Regiment aus dem Werk Moscheres, 1940

Die Produktion der Panzer-Triebwagen D-2 sollte von vier Fabriken übernommen werden. Dazu zählten Krasny Profintern in Brjansk, das Werk 1 der OGPU in Ljublino und die Maschinenbauwerke in Kaluga und Kolomensk. Jedes Werk sollte bis zum 15. März 1932 15 Panzer-Triebwagen herstellen.

Doch die Produktion lief nicht wie geplant, da es an Legierungszusätzen für den Panzerstahl, elektrischen Geräten, Lagern und Sauerstoff zum Schneiden der Panzerung in allen Fabriken fehlte. Neben Materialproblemen fehlten auch erfahrene Arbeiter, Techniker und Ingenieure. Am 1. November 1932 wurde das Werk 1 an die Eisenbahn übergeben und erhielt den Namen Eisenbahnreparaturwerk Moscheres (, kurz für ). Zum 5. November 1932, also fast ein dreiviertel Jahr nach befohlenem Liefertermin, war der Arbeitsfortschritt in diesem Werk wie folgt: Nr. 1: fertig, bis auf Maschinengewehre, Kupplung musste noch eingestellt werden Nr. 2: fertig, bis auf Maschinengewehre, Kupplung musste noch eingestellt werden, kein Funkgerät Nr. 3: fertig, bis aus Maschinengewehre, Kupplung musste noch eingestellt werden, kein Funkgerät Nr. 4: keine Kugelgelenke, kein Getriebe, keine Hydraulikpumpe, kein Funkgerät, kein Lüfter, kein Kraftstofftank Nr. 5: keine Kugelgelenke, kein Getriebe, keine Hydraulikpumpe, kein Funkgerät, kein Lüfter, kein Kraftstofftank Nr. 6: fertig, bis auf Maschinengewehre, Kupplung musste noch eingestellt werden, kein Funkgerät Nr. 7: keine Kugelgelenke, kein Getriebe, keine Hydraulikpumpe, kein Funkgerät, kein Lüfter, kein Kraftstofftank, keine Kupplungssteuerung Nr. 8: keine Kugelgelenke, kein Getriebe, keine Hydraulikpumpe, kein Funkgerät, kein Lüfter, kein Kraftstofftank, keine Kupplungssteuerung Nr. 9: Rumpf und Türme fertiggestellt, Kupplung eingebaut Nr. 10: Rumpf und Türme fertiggestellt, Federachslager und Bremsgetriebe eingebaut Nr. 11: Rumpf und Türme fertiggestellt, Produktion Federachslager im Gang Nr. 12: Rumpf und Türme fertiggestellt, Produktion Federachslager im Gang Nr. 13: Rumpf und Türme fertiggestellt, Produktion Federachslager im Gang Nr. 14: Rumpf und Türme fertiggestellt, Produktion Federachslager im Gang Nr. 15: Rumpf und Türme fertiggestellt, Produktion Federachslager im Gang Bis zum Jahresende konnte noch immer kein einziger Panzer-Triebwagen fertiggestellt werden. Erst im Januar 1933 konnte der erste Panzer-Triebwagen ausgeliefert werden, der letzte im September 1933.

Bei den anderen Werken war die Situation nicht besser oder gar noch schlechter. In den Maschinenbauwerken in Kaluga und Kolomensk wurde kein einziger Panzer-Triebwagen montiert, da sie mit anderen Aufträgen beschäftigt waren und keine Kapazitäten besaßen. Anfang 1933 wurden die Firmen aus dem Vertrag genommen. Auch bei Krasny Profintern verzögerte sich der Bau der Panzer-Triebwagen erheblich, da die Firma mit dem Bau von gepanzertem Rollmaterial und gepanzerten Dampflokomotiven beschäftigt war. Erst im Juli 1943 verließ dort der letzte der 15 Panzer-Triebwagen die Werkstore.

Zwischen 1932 und 1934 wurden in den zwei Fabriken 30 Serienmodelle des Panzer-Triebwagen D-2 hergestellt.

Technische Daten Prototyp Der Panzer-Triebwagen D-2 wurde auf einen zweiachsigen Flachwagen aufgebaut und hatten eine Panzerung aus gewalztem und homogenisierten Stahl. Auf dem Dach hatte die Panzerung eine Stärke von 10 mm und 16 mm an den Seiten. In der Mitte des Fahrzeugs befand sich eine Kommandantenkabine mit einem Beobachtungsturm, welcher mit stroboskopischen Beobachtungsgeräten ausgestattet war. Angetrieben wurde der Panzer-Triebwagen durch einen Hercules-YHS-Ottomotor mit einer Leistung von 93 PS. Umgesetzt wurde die Kraft mithilfe eines Schneckengetriebes von Dyrenkow, welches die Bezeichnung D-35 erhielt.

Die Besatzung bestand aus 16 Soldaten, welche durch zwei Türen auf jeder Seite in der Panzer-Triebwagen einsteigen konnten. Die Bewaffnung des Prototyps bestand aus zwei 7,62-cm-Infanteriegeschützen Modell 1913 in je einem Geschützturm. Für die Nahverteidigung gab es je zwei Maxim-Maschinengewehre in den Öffnungen an den Seiten, je ein DT-Maschinengewehr im Geschützturm und ein DT-Maschinengewehr im Beobachtungsstand.

Serienmodelle Bei den Serienmodellen wurden die Kabinen für den Kommandanten, den Funker und den Fahrer vergrößert. Vom Beobachtungsstand in der Mitte des Dachs konnte man mittels einer Luke auf das Dach des Wagens gelangen. An jeder Seite befanden sich sieben Luken mit Sehschlitzen und je zwei Türen. Die Funkstation war mit einer in der Mitte angebrachten Rahmenantenne über dem Beobachtungsstand ausgestattet.

Der Motor des Panzer-Triebwagens befand sich in der Mitte des Fahrzeugs in einem speziellen Rahmen. Das Getriebe D-35 wurde mit einer Scheibenkupplung von Dyrenkow ausgestattet, was sanftere Übergänge beim Schalten ermöglichte. Die Steuerung erfolgte nun mechanisch und hydraulisch, was die Bedienung für den Kraftfahrer deutlich erleichterte.

Die Bewaffnung wurde ebenfalls verbessert und durch je eine 7,62-cm-Divisionskanonen M1902/30 im Geschützturm ersetzt. Für diese Geschütze wurden 500 Granaten mitgeführt. Auf einem dieser Türme konnte ein Maxim-Zwillingsmaschinengewehr für die Luftabwehr installiert werden. Für die Maschinengewehre wurden insgesamt 32.000 Patronen mitgeführt.

Wehrmacht mini|Blick auf die geänderte Rahmentanne

Die 12 m langen und sowjetischen Panzer-Triebwagen D-2 wurden durch die Wehrmacht modifiziert und an die eigenen Bedingungen angepasst. So wurde die Spurweite von Breitspur auf Normalspur geändert. Die vorhandenen Beobachtungstürme wurden entfernt und das Maschinengewehr für die Flugabwehr abgebaut. Die Funkanlage wurde durch eine leistungsstärkere deutsche Variante ersetzt und die Rahmenantenne ersetzt. Der Motor wurde durch einen 180 PS starken Achtzylinder-Unterflur-Dieselmotor ausgetauscht. Dieser kam aus den Deutschen Werken in Kiel und die Kraftübertragung erfolgte hydrodynamisch. Mit dem neuen Motor erreichte der Panzer-Triebwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

So erhielten die Geschütztürme im unteren Teil eine zusätzlich Panzerblende, die Bewaffnung blieb bei den beiden 7,62-cm-Feldkanonen 295/1 (r). Die alten Maxim-Maschinengewehre wurden durch vier deutsche leichte Maschinengewehre 34 ersetzt, zwei auf jeder Seite. Weiterhin hatte die Besatzung acht Gewehre, zehn Pistolen und drei Maschinenpistolen zur Verfügung.

Zugpersonal Wehrmacht mini|Panzer-Triebwagen 17, in der Mitte der Kommandant Oberleutnant Max Warda

Die Besatzung des Panzer-Triebwagen bestand aus einem Offizier, acht Unteroffizieren und zwölf Mannschaften. Panzer-Triebwagenkommandant (Artillerie-Offizier) zwei Geschützführer (Unteroffizier) ein Richtunteroffizier zwei Richtkanoniere sechs Kanoniere (mit Waffenmeister-Gehilfe und Funker) ein Maschinengewehr-Führer (Unteroffizier) drei Maschinengewehrschützen (mit Melder und Feldkoch) zwei Triebwagenführer (Unteroffizier) (einer davon Motorenschlosser) ein Funkunteroffizier (Feldwebel) ein Funker ein Sanitäts-Unteroffizier

Einsatz Panzer-Triebwagen D-2 Die Hauptaufgabe der Panzer-Triebwagen D-2 bestand in der Sicherung des Grenzgebietes der Sowjetunion unter den Truppen des NKWD ab dem 10. Juli 1934. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges befanden sich alle Panzer-Triebwagen an verschiedenen Orten entlang der Grenze, von der Ostsee bis nach Transbaikalien. Als die Wehrmacht im Sommer 1941 mit dem Unternehmen Barbarossa in die Sowjetunion einfiel, wurden sieben dieser Panzer-Triebwagen erbeutet, repariert und durch die Wehrmacht weiter genutzt.

Alle verbliebenen Panzer-Triebwagen wurden im rückwärtigen Bereich eingesetzt, nahmen aber an keinen Kampfhandlungen mehr teil. Ende der 1940er Jahre wurden alle Panzer-Triebwagen außer Dienst gestellt.

Panzer-Triebwagen 17 mini|Panzer-Triebwagen 17