mini|Mosaik-Ikone des Heiligen Paisios vom Berg Athos, rechts neben dem Eingang des Klosters des Heiligen Johannes des Theologen in Souroti bei Thessaloniki, wo Paisios starb.

Der Heilige Paisios vom Berg Athos (auch Paisios der Athonit (griechisch Ἅγιος Παΐσιος ὁ Ἁγιορείτης); * 25. Juli 1924 in Pharasa (heutiges Yahyalı), Kappadokien; † 12. Juli greg./29. Juni jul. 1994 in Souroti, Thessaloniki), mit bürgerlichem Namen Arsenios Eznepidis (Αρσένιος Εζνεπίδης), war ein griechisch-orthodoxer Rhomäer, Mönch und Heiliger, der auch als Ältester Paisios, Paisios der Hagiorite oder Paisios der Jüngere bekannt ist.

Er gilt als eine der bedeutendsten spirituellen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in der orthodoxen Kirche und wurde am 13. Januar 2015 vom Ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel heiliggesprochen, eine der schnellsten Heiligsprechungen in der jüngeren Kirchengeschichte.

Im Laufe seines Lebens wurden seine Worte von vielen verehrt, insbesondere von Gläubigen der griechisch- und russisch-orthodoxen Kirche. Er appellierte an die Menschen, mit Altruismus zu leben und Philotimo zu zeigen. Nach mehreren Angaben soll er Menschen von verschiedenen Krankheiten geheilt haben, darunter Krebs und angeborene Lähmungen, wodurch ihm die Vollbringung von Wundern zugeschrieben wird. Zudem führte er Exorzismen durch.

Das Leben von Paisios war stark von der asketischen Praxis des Hesychasmus geprägt.

Frühes Leben Herkunft und Flucht nach Griechenland (1924) Arsenios Eznepidis wurde in Kappadokien geboren, kurz vor dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei. Sein Vater, Prodromos Eznepidis, war Bürgermeister von Pharasa und ein Anhänger des Arsenios von Kappadokien. Seine Mutter hieß Eulampia, und Paisios war der jüngste Sohn von insgesamt acht oder neun Geschwistern.mini|Pharasa, Paisios Geburtsort

Bei seiner Taufe am 7. August 1924 durch Arsenios von Kappadokien, welcher 1988 heiliggesprochen wurde, hat dieser ihm eine Zukunft als Mönch vorhergesagt. Während der Taufe bestand Arsenios darauf, dass die Eltern dem Kind seinen Namen, Arsenios, gaben und nicht den Namen des Großvaters, Christos, wie es in griechischen Familien üblich war. Eine Woche später zog die Familie Eznepidis von Kleinasien nach Griechenland.

Am 14. September 1924 erreichte die Familie Eznepidis mit einer Flüchtlingskarawane Piräus und wurde nach Korfu weitergeleitet, wo sie einige Zeit verblieb. Später zog die Familie nach Igoumenitsa und schließlich nach Konitsa, einem kleinen Bergdorf, wo Arsenios Eznepidis die Grundschule abschloss und später eine Lehre zum Schreiner machte.

Kindheit und Jugend (1924–1945) Schon in seiner Kindheit zeigte Altvater Paisios eine tiefe Neigung zum geistlichen Leben. Er betete oft im Wald und praktizierte früh asketische Übungen, wie das Fasten. In Anekdoten erzählte er, dass er als Kind auf einem Felsen betete und sich nachmittags hungrig wieder nach Hause begab. Als er älter wurde, zog er sich zunehmend von den weltlichen Aktivitäten seiner Altersgenossen zurück, die er ablehnte. In seiner Jugend zeigte Arsenios Askese, indem er sich von weltlichen Ablenkungen wie Mädchen fernhielt und oft den Blick senkte. Diese Haltung führte dazu, dass Bekannte manchmal verärgert waren, weil er sie nicht grüßte. Als Kind las er auch in den Büchern des verstorbenen Arsenios von Kappadokien, die von Paisios' Vater Prodromos gerettet worden waren.

Bis zu seiner Einberufung in den Militärdienst arbeitete er als Zimmermann. Ein Beispiel für seine barmherzige Haltung war, dass er, wenn jemand in seinem Umfeld starb, oft einen Sarg fertigte und diesen den Trauernden übergab.

Militärdienst und Glaubensfestigung (1945–1949) 1945 trat er im Zuge seines Militärdienstes während des griechischen Bürgerkriegs (1946–1949) in die Armee ein. Während dieser Zeit zeigte er großes Pflichtbewusstsein und übernahm freiwillig gefährliche Aufgaben. Er bot verheirateten Kameraden an, ihren Platz in der vorderen Reihe einzunehmen, da er selbst keine Familie und Kinder hatte.

Arsenios war hauptsächlich als Funker tätig und erhielt für seine Leistungen das militärische Zertifikat mit der Note „hervorragend“. Er berichtete später von mehreren Erlebnissen im Krieg, darunter einer Beinahe-Tötung durch eine Kugel sowie einem Vorfall, bei dem ein Kamerad, der wiederholt blasphemische Äußerungen gemacht hatte, von einem Bombensplitter an der Zunge getroffen wurde. Diese Ereignisse vertieften seinen Glauben und stärkten seine religiöse Überzeugung, die sich durch folgende Zitate untermauern lässt:

Zur Zeit seines Militärdienstes hatte er sich auch Erfrierungen zugezogen und entkam einer Amputation nur knapp.

Paisios trat 1949 aus der Armee aus und ging im selben Jahr auf den Berg Athos, um Mönch zu werden. Zunächst lebte er dort eine Zeit lang, kehrte jedoch vorübergehend (nach Konitsa) zurück, da ihn die ungeklärte Lebenssituation seiner Schwestern beschäftigte.

Monastisches Leben Novizenzeit und Erlangung des Kleinen Schemas (1950–1958) Im Jahr 1950 kehrte Paisios auf den Berg Athos zurück und trat in das Kloster Koutloumousíou ein, um Mönch zu werden. Später sandte man ihn ins Kloster Esfigménou, wo er nach vierjähriger Novizenzeit 1954 als Rasophoros die Mönchsweihe erhielt und den Mönchsnamen Averkios annahm. Er engagierte sich in der Unterstützung seiner Mitbrüder und beteiligte sich aktiv an den klösterlichen Arbeiten, auch über seine eigenen Aufgaben hinaus. Neben dem asketischen Leben und den gemeinschaftlichen Verpflichtungen widmete er sich dem Studium geistlicher Literatur. Er verließ das Kloster Esfigménou 1954 und trat dem Kloster Filotheou bei, wo ein Onkel von ihm ebenfalls Mönch war. Zu dieser Zeit war das Kloster noch eine idiorhythmische Gemeinschaft. Er studierte die Leben der Heiligen, das Paterikon und die Werke des heiligen Isaak des Syrers, einem der wichtigsten Vertreter des Hesychasmus. 1957 erhielt er im Kloster Filotheou das Kleine Schema und den Namen Paisios, zu Ehren des Metropoliten von Caesarea Paisios II., der wie er aus Pharasa in Kappadokien stammte.

Wirken und Leben in Konitsa und auf dem Sinai (1958–1964) 1958 verließ er den Berg Athos im Auftrag und wirkte in folgenden vier Jahren seelsorgerisch, karitativ sowie pastoral in seinem Heimatdorf Konitsa, wo er bereits im Besonderen geschätzt wurde und im Kloster Stomio ansässig war. Er engagierte sich dort gegen den „Proselytismus protestantischer Missionare“, wobei unklar ist, welche Gruppe mit dem Begriff „Protestanten“ in diesem Zusammenhang gemeint ist. Mögliche Interpretationen könnten US-amerikanische oder englische Protestanten sein, aber auch Versuche der römisch-katholischen Mission. In der orthodoxen Terminologie werden nämlich Katholiken manchmal als „Protestanten“ bezeichnet, da sie aus orthodoxer Perspektive durch das Morgenländische Schisma die einzig „rechtgläubige“ (orthodoxe) Kirche verlassen haben.mini|Ikone des Paisios

Zu dieser Zeit sollen sich ihm auch häufig wilde Tiere genähert haben, darunter Berichte, dass er die in der Nähe lebenden Bären mit bloßen Händen fütterte.

1962 reiste Paisios ins Katharinenkloster auf dem Sinai, wo er zwei Jahre lang blieb, um sich stärker der Askese zu widmen. Während dieser Zeit gewann er die Zuneigung der Beduinen. Paisios nutzte das Geld, das er durch den Verkauf seiner handgeschnitzten Holzarbeiten verdiente, um Lebensmittel für sie zu kaufen. In dieser Zeit in Ägypten unterzog er sich völliger körperlicher Askese, von der er später sagte, sie habe seine Gesundheit geschädigt.

Paisios spielte eine entscheidende Rolle bei der Heiligsprechung seines geistlichen Förderers Arsenios von Kappadokien. Als Paisios 1958 als Mönch im Heiligen Kloster von Stomio in Konitsa lebte, wuchs sein Interesse an dem Leben und den Reliquien seines Förderers Arsenios von Kappadokien. Häufig besuchte er seinen Vater Prodromos, der 90 Jahre alt war, um von ihm mehr über das Leben des Arsenios zu erfahren. Im selben Jahr reiste er nach Korfu, um dessen sterbliche Überreste nach Konitsa umbetten zu lassen, bevor sie 1970 ins Kloster des Heiligen Johannes des Theologen in Souroti überführt wurden, wo auch Paisios später bestattet wurde. Er sammelte über Jahre hinweg Berichte über Arsenios, legte sie 1971 im Kloster Stavronikita zur Korrektur vor und veröffentlichte sie später. 1986 erkannte das Ökumenische Patriarchat Arsenios offiziell als Heiligen an – ein Prozess, den Paisios maßgeblich vorangetrieben hatte.

Rückkehr auf den Athos und Erlangung des Großen Schemas (1964–1972) 1964 kehrte er schließlich zum Berg Athos zurück. 1966 erkrankte er schwer und wurde im Papanikolaou-Krankenhaus in Thessaloniki operiert, wobei ein Teil seiner Lunge entfernt wurde. Während seiner Genesung fand er Unterkunft in der Heiligen Einsiedelei des Heiligen Johannes des Theologen in Souroti. Nach seiner Genesung kehrte er 1968 zum Berg Athos zurück und war maßgeblich an der Renovierung des Klosters Stavronikita beteiligt, in dem er auch lebte und das Große Schema erhielt. Dort war er zunächst von Papa-Tychon in der Zelle des Heiligen Kreuzes tonsuriert worden.

Im Jahr 1969 verschlechterte sich seine Gesundheit. Er litt unter häufigen Fieberschüben, starkem Husten und einer übermäßigen Schleimansammlung in der Lunge. Wie er selbst berichtete, musste er über einen Zeitraum von anderthalb Jahren große Mengen an Medikamente gegen Tuberkulose einnehmen, deren Nebenwirkungen ihn erheblich schwächten. Nach einer Operation erkrankte er erneut schwer und wurde mit starken Antibiotika behandelt. Dabei entwickelte er eine schwere Kolitis (Dickdarmentzündung), die von starken Magenschmerzen begleitet wurde. Das Sitzen bereitete ihm große Schmerzen, und das Stehen war noch schmerzhafter.

1971 reiste er zu den über ganz Griechenland verstreuten ehemaligen Einwohnern von Pharasa und sammelte Beweise für die Heiligsprechung von Arsenios von Kappadokien.

Pilgerreise, Ratsuchende und die letzten Jahre (1972–1994) Am 29. Oktober 1972 reiste Paisios zusammen mit Abt Vasileios in seinen Heimatort Pharasa, der mittlerweile nur noch als Ruine existierte. Bei seiner Ankunft wurde er von einem Polizisten für eine verdächtige Person gehalten, verhaftet und in eine Zelle gesperrt, jedoch ohne dass die Tür richtig verschlossen war. Nachdem er stundenlang auf ein Verhör wartete und niemand kam, setzten sie ihre Reise fort. Über Ankara kehrten sie nach Konstantinopel zurück, wo Paisios die Hagia Sophia besuchte und auch das Kloster von Chora aufsuchte. Weiterhin trafen sie auf Patriarch Demetrius I.

Nach dem Tod von Papa-Tychon blieb er bis 1979 im Kloster Stavronikita, entsprechend dessen Wunsch. Er verbrachte darüber hinaus auch einige Zeit in Ivíron. 1979 zog er in die Zelle (Kellion) Panagouda, eine Einsiedelei des Klosters Koutloumousíou. Dort wurde er zunehmend unter den Gläubigen bekannt, die ihn besuchten und um Rat in persönlichen Angelegenheiten baten. Täglich suchten Hunderte von Menschen Paisios auf, um seinen Rat und Beistand in persönlichen Angelegenheiten – wie Krankheiten und anderen Leiden – sowie in spirituellen Fragen zu erhalten. Zahlreiche Besucher schilderten dabei außergewöhnliche Erlebnisse und berichteten, dass scheinbar unlösbare Probleme durch sein Wirken gelöst worden seien. Diese Erfahrungen wurden von den Betroffenen schriftlich dokumentiert und später in Form von Büchern publiziert. Sein Ruf als geistlicher Berater breitete sich über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus aus. Menschen aus zahlreichen Ländern wie Australien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland, Russland, Rumänien, Frankreich und aus Teilen Afrikas reisten an, um ihn zu konsultieren. Bemerkenswert ist, dass diese internationale Anerkennung ohne mediale Aufmerksamkeit zu seinen Lebzeiten zustande kam. In dieser Zeit werden ihm auch Wunder zugeschrieben, insbesondere die Heilung von Krankheiten, die von Gläubigen berichtet werden.