Marianne Uhlenhuth (geb. 28. AprilArcinsys Hessen, Signatur: ISG FFM, A.11.02, 189221, (online) 1895 in Bamberg; gest. 23. JanuarArcinsys Hessen, Signatur: ISG FFM, A.11.02, 189221, (online) 1978Simona Bérešová, Klára Prešnajderová, Sonia de Puineuf (eds.), Škola ako laboratórium moderného života. Reforma umeleckého školstva v strednej Európe (1900 – 1945), Schule als Laboratorium des modernen Lebens. Zur Kunstschulreform in Zentraleuropa (1900–1945). Bratislava 2020, S. 205 f., ISBN 978-80-89992-07-2, ()) war eine deutsche Kunstlehrerin, Gebrauchsgraphikerin, Textilgestalterin und freie Künstlerin.
Lebensweg Marianne Uhlenhuth wurde am 28. April 1895 als Tochter des königlich bayerischen Hofbuchhändlers Heinrich UhlenhuthBamberger neueste Nachrichten. 1895,1/6 = Jg. 35, (Digitalisat): „Familien-Nachrichten vom 30. April Geborene: Tochter des kgl. bayer. Hofbuchhändlers Heinr. Uhlenhuth. –“ in Bamberg geboren. Der Coburger Hoffotograf Heinrich Eduard Uhlenhuth (1853–1919) war ein Bruder ihres Vaters,Österreichische Forst-Zeitung Nr. 31, 14. Jahrgang, Wien, 31. Juli 1896, S. 243 bis S. 245, S. 245, (Digitalisat): „Ueber Geschreiblatten (Mit zehn Abbildungen auf Seite 244 und 245) … Um zu erfahren, ob vielleicht charakteristische Muskelziehungen und Lippenziehungen statthaben, die zu einer Handhabe in der Art und Weise des Blasens für meine Gebrauchsanweisung böten, bin ich meinen Bruder, Hofphotograph Prof. Uhlenhuth in Coburg, wiederholt angegangen, eine Serie von Augenblicksaufnahmen, während ich die Scala flott durchblattete, zu machen, mittelst Blitzverfahren und in greller Beleuchtung. … Uhlenhuth - Bamberg.“ also Mariannes Onkel. Der Pädagoge, Bildhauer, Chemiker und Kartograph Ludwig Eduard Uhlenhuth (1821–1899) war ihr Großvater.
Während des Ersten Weltkriegs, von 1914 bis 1918, war sie Schülerin der Nürnberger Kunstgewerbeschule. Im Jahr 1917 erhielt Uhlenhuth ein Preisgeld von 200 Mark „… für eine mit großer Gewandtheit gestickte und durch eine reiche und lebhafte Ornamentation ausgezeichnete Arbeit“ in einem Wettbewerb der König Ludwigs-Preisstiftung, in welchem die Ausführung und der Entwurf einer mit buntem Leinengarn gestickten Tischdecke aus Leinen von ungefähr 1½ Meter Quadratseite verlangt war. Die Arbeiten waren bis Anfang September 1917 in der Bayerischen Landesgewerbeanstalt ausgestellt.Die Plastik, Band 7, 1917, S. 102. Siehe auch: Münchner neueste Nachrichten, 1917 = Jg. 70, 8, Abend-Ausgabe, 25. August 1917, S. 7, (Digitalisat). Von 1918 bis 1923 lebte und arbeitete Uhlenhuth als Malerin in Bamberg. In den Jahren 1923 und 1924 studierte sie an der Frankfurter Kunstschule, der späteren Städelschule. 1924 erhielt Uhlenhuth eine farbtechnische Ausbildung bei der I.G. Farben im Werk Höchst.Arcinsys Hessen, Signatur: ISG FFM, A.11.02, 189221, (online) Sie war von 1924 bis zur Kriegszerstörung der Städelschule im Jahr 1944 Leiterin der dortigen Werkstatt für Stoffdruck und Batik. Über Fritz Wichert (1878–1951), den Leiter der Frankfurter Städelschule, und Richard Lisker (1884–1955), Professor für Textilgestaltung an der Städelschule, war Marianne Uhlenhuth in das Projekt „Neues Frankfurt“ (1925 bis 1930) eingebunden. Dieses Stadtplanungsprogramm der Stadt Frankfurt am Main stand unter der Leitung des Architekten und Frankfurter Stadtbaurates Ernst May (1886–1970) und erhob einen umfassenden Gestaltungsanspruch. Es ging ihm nicht nur um modernen, bedarfsgerechten und dabei (durch industrielle Serienfertigung) kostengünstigen Wohnungsbau, sondern auch um eine gute und funktionale Ausstattung der Wohnungen mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs, nicht nur mit Heizkörpern, Türklinken, Kücheneinrichtungen, sondern zum Beispiel auch mit Wohntextilien (Gardinen, Teppichen, Möbelbezugsstoffen usw.). Dafür kooperierte „Neues Frankfurt“ mit den Gestaltern der Städelschule.Ulrich Pfammatter, Building the future : building technology and cultural history from the Industrial Revolution until today, Prestel, München / New York, 2008, S. 221, (Digitalisat). Siehe auch: Simona Bérešová, Klára Prešnajderová, Sonia de Puineuf (eds.), Škola ako laboratórium moderného života. Reforma umeleckého školstva v strednej Európe (1900 – 1945), Schule als Laboratorium des modernen Lebens. Zur Kunstschulreform in Zentraleuropa (1900–1945). Bratislava 2020, S. 205 f., ISBN 978-80-89992-07-2, (online, PDF)
1945 war Marianne Uhlenhuth beim Ernährungsamt und 1946 beim Standesamt tätig.Arcinsys Hessen, Signatur: ISG FFM, A.11.02, 189221, (online) Ab 1952 lebte sie als freischaffende Künstlerin in München, wo sie am 23. Januar 1978 starb.
Marianne Uhlenhuths Werke sind meist abstrakte Kompositionen; ausgeführt in unterschiedlichen Techniken wie Wachskreide, Aquarell, Gouache und Tusche. Zu ihrem Werk gehören auch Wohntextilien, Dekorationsstoffe und Plakatentwürfe. Ihr Hinterglasbild aus dem Jahr 1954 ist die einzig bekannte Glasarbeit von ihr. Stilistisch zeigt es Nähe zu Uhlenhuths flächigen Teppich- und Stoffentwürfen.
Veröffentlichungen von Marianne Uhlenhuth (Auswahl) Vom Aschaffenburger Heimatmuseum und der Sammlung Gentil. In: Schönere Heimat 40/1951, S. 24/25
Literatur Hans Maria Wingler, Rolf Bothe, Kunstschulreform 1900–1933: dargestellt vom Bauhaus-Archiv Berlin an den Beispielen Bauhaus Weimar • Dessau • Berlin, Kunstschule Debschitz München, Frankfurter Kunstschule, Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau, Reimann-Schule Berlin; erschien als Handbuch zur Ausstellung „Kunstschulreform 1930-1933“, die im Rahmen der 15. Europäischen Kunstausstellung, Berlin 1977, „Tendenzen der Zwanziger Jahre“, veranstaltet wurde. Bauhaus-Archiv, Berlin 1977, S. 177 Zum 60. Geburtstag von Marianne Uhlenhuth, In: Das Deutsche Malerblatt, Band 26, 1955, S. 216 Diana Oesterle, Marianne Uhlenhuth, Marianne: Biografien der KünstlerInnen im Bereich Hinterglasmalerei. In: Hinterglasmalerei als Technik der Klassischen Moderne 1905–1955. Ein fächerübergreifendes Forschungsprojekt von Kunsthistorikern, Restauratoren und Naturwissenschaftlern. Laufzeit von Ende 2015 bis Mitte 2019. (online)
Einzelnachweise
Kategorie:Textilkünstler Kategorie:Grafiker (München) Kategorie:Hochschullehrer (Staatliche Hochschule für Bildende Künste Frankfurt am Main) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Frau