Emilia Beatriz (* 1988 in Puerto-Rico) ist eine puerto-ricanische Person, die Kunst und Filme produziert.

Leben Beatriz hat Wurzeln in Puerto Rico und lebt in der Diaspora in Glasgow. Beatriz ist nicht-binär und nutzt geschlechtsneutrale Pronomen für sich, im Englischen they und im Spanischen elle.

Beatriz hat Vorlesungen an der Glasgow School of Art, der Newcastle University, am Edinburgh College of Art, an der Zürcher Hochschule der Künste sowie an der University of Washington gehalten und war Mitglied des Komitees der Transmission Gallery in Glasgow.

Zudem arbeitet Beatriz in längeren, sozialen und forschungsbasierten Projekten zur generationsübergreifenden Kommunikation, Trauerarbeit und zum ökologischen Widerstand im Kontext von Toxizität, militärischer Besetzung und dem Klimawandel.

Diese Projekte sind mit Erfahrungen von Beatriz nach dem Hurrikan Maria verbunden, einem tropischen Wirbelsturm, der 2017 Puerto Rico heimsuchte. Der Austausch mit Angehörigen und von der Naturkatastrophe Betroffenen hat viele der eigenen Annahmen über Verlust, Land, Transformation, Leben und Tod in Frage gestellt.

Emilia Beatriz arbeitet im Bereich der Barrierefreiheit und setzt sich dafür ein, dass Kunst und andere Themen auch für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich sind. Collective Text, eine Organisation, die sich für die Zugänglichkeit von Kunst und Film durch kreative Untertitelung und Audiodeskription einsetzt, wurde von Emilia Beatriz mitbegründet.

Beatriz äußert sich dazu so:

Werk Das Werk von Beatriz basiert auf Gesprächen, mündlichen Überlieferungen und gemeinschaftlichen Archiven und verwebt historische und spekulative Erzählungen. Beatriz arbeitet interdisziplinär und verwendet Film, Fotografie, Text, Sound und Performance.

2014: P-O-S-S-E-S-S-I-O-N (<3), 19-minütige Videoinstallation 2019: conversación con ana elisa, 54-minütige Videoinstallation

a forecast, a haunting, a crossing, a visitation (2019) Die 54-minütige Dreikanal-Videoinstallation konzentriert sich hauptsächlich auf Schottland und Cape Wrath, wo eine Reihe von Charakteren, Uranio (Uran), Agüita (ein liebevoller Name für Wasser) und Vientazo (ein Windstoß), einander Briefe schreiben. Die Briefe appellieren an das Wasser, den Wind und das giftige Land, spekulieren über den Umgang mit körperlichen Krisen, Gesundheit und Trauer und sprechen vom Gefühl der Trauer über den Verlust der Umwelt. Der Film enthält Bilder aus dem Archivo Histórico de Vieques, Videoaufnahmen von Protesten, die vom Filmemacher Andrés Nieves aufgezeichnet wurden, sowie Plakate und Aufkleber von Solidaritätsaktionen in Vieques, die im Durness Ranger Information Centre gefilmt wurden. Der Film basiert auf diesen Verbindungen und auf mündlichen Überlieferungen von Menschen aus Durness und Cape Wrath, die Emilia Beatriz im Oktober 2018 besuchte. Der Film enthält eine mündliche Überlieferung des Fischers, Kleinbauern und Minibusbetreibers James Mather und bindet Geschichten über Heilung durch Torf und Moos ein. Das Werk erzählt auch von der Kolonialgeschichte Schottlands – der Bewegung von Schiffen und Vorräten über den Atlantik und der fünftägigen Besetzung von Crabb Island durch ein schottisches Schiff im Jahr 1698 als Teil des gescheiterten Versuchs Schottlands, im karibischen Golf von Darién eine Kolonie zu gründen.

a crossing (1698–2003) (2022) Die 10-minütige Videoinstallation erzählt eine aus spekulativen Visionen und historischen Berichten gewobene Geschichte, von der Gegenwart bis zurück ins Jahr 1698 und von Schottlands Versuch, den karibischen Golf von Darién und Crabb Island zu kolonisieren. Die Texterzählung wird mit Bildern, Tönen und Handlungssträngen kombiniert, die von neueren Erzählungen aus Vieques sowie von der Nordwestküste Schottlands am und in der Nähe von Cape Wrath zeugen, an denen militärische Besetzungen und lokaler Widerstand dagegen stattfanden. Der Film ist Teil einer größeren Werkgruppe, die sich mit verschiedenen Formen der Trauerarbeit befasst.

barrunto (2024) Bei diesem 70-minütigen Experimentalfilm handelt es sich um eine spekulative, poetische Geschichte, die von Theorien der Quantenverschränkung inspiriert wurde und in der Trauer und Widerstand an verschiedenen Orten zwischen Schottland und Puerto Rico, vom Grund des Ozeans bis zum Weltall erkundet werden. Das Wort barrunto bezeichnet in Puerto Rico einen Zustand körperlicher Unruhe, eine Prophezeiung oder ein Omen, die durch Signale aus der Umwelt erspürt wird, wie etwa, wenn sich Regen durch Gliederschmerzen ankündigt oder Ameisen vor einem Erdbeben auftauchen.

Emilia Beatriz erklärte beim Glasgow Film Festival 2020 dieses Phänomen:

Die Autorin Daniella Valz Gen fasst den Inhalt des Films so zusammen:

Eines der Merkmale des Films ist die Allgegenwart von Über- und Untertiteln, die zwischen Spanisch und Englisch übersetzen, zwischen verschiedenen spanischen Dialekten unterscheiden und verbale Beschreibungen von Geräuschen liefern. Diese Titel zeigen, dass sie mehr sind als die typischen Bildunterschriften für Hörgeschädigte.

Ausstellungen und Veranstaltungen

2019: Einzelausstellung declarations on soil and honey, CCA GlasgowIn dieser Ausstellung werden zwei Videoinstallationen präsentiert, die sich mit Natur und Landschaft auseinandersetzen und den internationalen Widerstand gegen den Landraub von Unternehmen und Staaten mobilisieren. So geht es zum Beispiel um gefährliche Strahlungen, die auf der zu Puerto Rico gehörenden Karibikinsel Vieques zurückblieben, nachdem das US-Militär ihn als Testgelände für Bomben genutzt hatte. Eine Imkerin und Aktivistin aus dem Gebiet wird interviewt und spricht über die Folgen für die Bienenschwärme und die Bienenzucht. In einer zweiten Videoinstallation sind Gebilde aus Blättern und Mooshaufen zu sehen. Die Naturdokumentationen werden durch kraftvolle Bässe und dunkel beleuchtete Szenen aus Moos und Wasser erschüttert. Die Künstlerin Kiera Coward Deyell war bei dieser Ausstellung maßgeblich am Sounddesign beteiligt. Es wurden Vibratrionen und Klänge integriert, die an der Grenze des Hörbaren liegen. 2022: In Dispersion / En la Dispersión, VisArts, Rockville (Maryland)In der Physik wird die Aufteilung des weißen Lichts in seine Wellenlängen als Dispersion bezeichnet. Es macht ein Spektrum von Farben sichtbar, die sich in verschiedene Richtungen bewegen. In dieser Ausstellung werden Strategien vorgeschlagen, um die Distanz zu Orten und Menschen, nach denen sich die wie Wasser und Licht in der Diaspora lebenden Menschen aus Puerto Rico sehnen, zu überwinden. 2024: Paris 2024 programme, Paris 2024: Teilnahme am Programm der Episode 11

Auszeichnungen

2020/21: Margaret Tait Award, Schottlands renommiertester Filmpreis für Kunstschaffende beim Glasgow Film FestivalDer Preis würdigt experimentelle und innovative Künstlerinnen und Künstler, die mit dem bewegten Bild arbeiten, und bietet Möglichkeiten zur Auftragsvergabe und Produktionsunterstützung sowie eine Plattform für die Ausstellung neu in Auftrag gegebener Arbeiten. 2024: Weltpremiere des Films barrunto beim Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2024 2024: Offizielle Auswahl des Films barrunto beim Berwick Film and Media Arts Festival in Berwick-upon-Tweed 2024: Nominierung des Films barrunto für den New Alchemist Award beim Festival du nouveau cinéma de Montréal 2024: Aufnahme des Films barrunto in das Programm des BlackStar Film Festivals in Philadelphia 2024: Offizielle Auswahl des Films barrunto beim Third Horizon Film Festival in Miami 2024: Artist in Residence in der Villa Arson

Rezeption Bei der Preisverleihung des Margaret Tait Awards unterstrich die Kuratorin Helen Nisbet die Bedeutung der Kunst von Beatriz:

Weblinks Digitaler Titel Face Us bei Bandcamp

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Puerto-Ricaner Kategorie:Nichtbinäre Person Kategorie:Geboren 1988