Das Regiment wurde 1662 als kaiserliches Infanterie-Regiment Nr. 24 errichtet und 1918 aufgelöst. Es nahm an zahlreichen Kriegen der kaiserlich-habsburgischen und später der k.u.k. Armee teil.
Das Regiment führte den Namen des Besitzers und erhielt 1769 die Nummer 24. Nach dem Tod des Inhabers Preiss 1797 wurde das Regiment zunächst k.k. Linien-Infanterie-Regiment „Freiherr von Preiß“ Nr. 24 genannt, 1799 dann k.k. Linien-Infanterie-Regiment Nr. 24. 1801 erhielt Fürst Auersperg das Regiment und das Regiment den Namen k.k. Linien-Infanterie-Regiment „Fürst Auersperg“ Nr. 24. 1806 wurde es dann in k.k. Linien-Infanterie-Regiment Nr. 24 umbenannt. 1808 übernahm der Freiherr von Strauch das Regiment, das nun wieder seinen Namen erhielt: k.k. Linien-Infanterie-Regiment „Freiherr von Strauch“ Nr. 24. Bis 1915 trug es den Namen k.u.k. Infanterieregiment „Ritter von Kummer“ Nr. 24, dann letztlich den Namen k.u.k. Infanterie-Regiment Nr. 24.
Geschichte Nach dem Patent vom 23. Februar 1662 wurde das Regiment aus sieben Kompanien des in Inner-Österreich liegenden Regiments Nr. 11 (de Mers) sowie aus drei neugeworbenen Kompanien gebildet. Der Generalfeldwachtmeister Spieckh wurde zum Kommandeur ernannt. Im Jahr 1665 wurden dann 300 Mann in venezianische Dienste abgegeben. Aber im Jahr 1698(?) wurden 300 Mann von den Regimentern Kaiserstein (1748 aufgelöst) übernommen. 1679 kamen 400 Mann aus dem aufgelösten Regiment Massimi hinzu. Anschließend mussten 1682 zwei Kompanien zur Errichtung des Regiments Nr. 59 (Van der Beckh) abgegeben werden, als Ersatz kamen Leute vom Regiment Nr. 8 (Jung Starhemberg). 1683 mussten dann drei Kompanien an das Regiment Nr. 20 (Pfalz-Neuburg) abgegeben werden. In den Jahren 1685 und 1688 erhielt das Regiment je 400 Mann, zumeist Rekruten von den Regimentern Nr. 17 (Stadl) und Kaiserstein.
Im Rahmen des Krieges gegen Spanien musste 1708 eine Kompanie zur Errichtung der Regimenter Brown († 1712) und Eckh († 1748) abgegeben werden. Eine weitere Kompanie kam 1711 in das Regiment Toldo († 1720). Als 1721 das Regiment Trautson aufgelöst wurde, erhielt das Regiment eine Kompanie. 1731 kamen Kompanien an die Regimenter Nr. 16 (Livingstein), Nr. 22 (Culmbach) und Nr. 54 (Königsegg). Als 1748 die Regimenter Kheul und Traun aufgelöst wurden, kam je eine Kompanie in das Regiment Nr. 24.
Im Jahr 1860 wurde ein Bataillon an das reorganisierte Linien-Infanterie-Regiment Nr. 53 und 1883 ein Bataillon an das neu aufgestellte Infanterieregiment Nr. 95 abgegeben.
Werbebereiche 1766–1806 hatte das Regiment einen Werbebezirk im schwäbischen Kreis Schwäbisch-Österreich 1771–1781 erhielt es einen ständigen Werbebezirk in Niederösterreich: Stadt Wien und Umgebung mit dem Stab in Wien 1782–1807 zusätzlich einen Aushilfsbezirk in Galizien: Bezirk Przemyśl 1807 wurde das Regiment mit der Ergänzung ganz nach Galizien verlegt und erhielt den Werbebezirk Brzeżany Seit 1830 rekrutierte sich das Regiment aus dem südöstlichen Teil von Galizien mit einem Anteil in den angrenzenden Bezirken der Bukowina und ist seitdem den Werbebezirks und Ergänzungsbezirk Kolomea.
Grenadier-Division Die Grenadiere wurden zeitweilig in den Grenadieren anderer Regimenter zu einer Grenadier-Division zusammengefasst: 1769–1779 bildeten die Grenadiere mit denen von IR Nr. 23 das 2. Bataillon aus Nieder-Österreich mit 4. Kompanien 1779 wurden die Grenadiere von Nr. 14 integriert, das Bataillon erhielt daher wie übrigen 5 Kompanien 1782 statt die Grenadiere von Nr. 25 wurde nun Nr. 49 integriert 1799–1801 bildeten die Grenadiere von Nr. 25 mit denen von Nr. 28 und Nr. 45 ein Bataillon
Im Feldzug von 1809 bildeten die Divisionen von Nr. 24, Nr. 41 und Nr. 30 ein Bataillon
1810–1818 standen die Grenadiere mit denen von Nr. 24, Nr. 9 und Nr. 44 1818–1852 Die Grenadiere des Regiments waren in einem anderen Bataillon mit Nr. 15 und Nr. 30 vereint
Garnisonen 1665 Nieder-Oesterreich 1680 Philippsburg 1699 Pressburg 1714 im Reich Köln, Aachen 1720 Ungarn Raab, Pest 1732 Ungarn 1736 Bologna 1739 Szegedin 1748–1756 Lombardei, Como, Mantua, St. Martino di Pozzolo 1763 Pavia 1771 Ungarn Raab, Körmend 1773 Wien 1774 Italien, Mantua 1777 Wien 1779 Tuln und Concurrenz 1784 Namur 1786 Wien 1790 Wien 1798 Padua 1801–1805 Wien 1806 Pressburg 1807 Neu Sandec, Observationskorps dann Krakau 1810 Ungarn, Somogyer Comitat 1811 Raab 1812 Ofen 1814 Przemyśl 1815 Padua 1817 Grosswardein 1819 Salzburg 1825 Stryi 1831 Brzežany 1832 Stanislau 1839 Czernowitz 1846 Stanislau 1847 Czernowitz 1849 Debreczin dann Grosswardein 1852 Peterwardein 1853 Hermannstadt 1854–1855 Galizien, dann wieder Siebenbürgen, Maros Vásárhely 1859 Wien 1865 Maros Vásárhely 1866 Kaschau 1867 Miskolcz 1873 Budapest 1878 Bjelina 1879 Nova Brčka, dann Višegrad 1880 Lemberg 1883 Kolomea 1884 Wien 1888 Tuln, dann Przemyśl 1893 Lemberg
Inhaber 1662 Lukas Ritter von Spieckh zu Uibergau Langenau, GFWM 1665 Graf Jakob von Leslie (Lesslie), Obrist später FML 1675 Graf Heinrich von Mannsfeld, Fürst zu Fondi, Obrist später FM 1702 Freiherr Christoph Heinrich von Chalons genannt Gehlen, Obristauch:Christoph Heinrich von Schlon gen. Gehle 1703 Graf Maximilian Adam Franz von Starhemberg, Obrist später FM 1741 Graf Emanuel Michael von Starhemberg, GM später FZM 1771 Freiherr Johann Franz von Preiss († 1797), FML später FZM 1797–1801 unbesetzt 1801 Fürst Karl Joseph Franz von Auersperg (* 1750; † 1822), FML 1806–1808 unbesetzt 1808 Freiherr Gottfried von Strauch († 1836), GM später FZM 1836 Carl Ludwig Ferdinand von Bourbon-Parma (* 1799; † 1883), Herzog von Lucca, seit 1848 Herzog von Parma 1885 Freiherr Wilhelm von Reinländer (* 1829; † 1910), FML später FZM 1910 Heinrich Kummer von Falkenfeld (* 1852; † 1929) Zweiter Inhaber 1836–1857 Freiherr Joseph von Odelga, FML später FZM 1857–1872 Freiherr Carl von Trattnern von Petrocza, FML
Regimentskommandeure 1662 Spieckh, Obrist, Inhaber GFWM 1663 Graf Jakob von Leslie, Obristlieutenant 1665 derselbe als Obrist und Inhaber 1673 Puchberg, Obristlieutenant 1675 Mannsfeld, Obrist und Inhaber 1680 Melchior Van der Beckh, Obristlieutenant 1682 Graf Alexander von Leslie, Obristlieutenant 1684 Walter Gall zu Gallenfels, Obristlieutenant 1686 Graf Franz Carl von Auersperg, Obristlieutenant 1687 Christian Samson von Steinbach, Obristlieutenant 1693 Prandtner von Prantenau, Obristlieutenant später Obrist (Titel) 1695 Freiherr von Wrangel, Obristlieutenant 1699 Freiherr Dominik Hubert von Du Saix d'Arnant, Obristlieutenant, Obrist später Inhaber des IR.12 1701 Balthasar Gonzales, Obristlieutenant 1702 Gehlen, Inhaber und Obrist 1703 Max von Starhemberg, Inhaber und Obrist 1704 Graf Franz Joseph von Heindl Freiherr zu Sonnenberg, Obristlieutenant, Obrist, später Inhaber des IR. 18. († 1735) 1707 Graf Ottokar von Starhemberg, Obristlieutenant, Obrist 1716 Freiherr Johann Dominik von Fürstenbusch, Obristlieutenant, Obrist 1730 Graf Franz Ludwig Colmenero de Valderois, Obrist 1733 Philipp We(l)schpfennig, Obrist 1735 Graf Emanuel Michael von Starhemberg, Obrist 1741 Freiherr N.N. von Lüttwitz, Obrist 1748 Ernst Ebner von Ebenthal, Obrist 1753 Ludwig Ferdinand von Wangenheim, Obrist 1756 Sylvester von Alemann, Obrist 1757 Graf Guido von Starhemberg, Obrist 1763 Freiherr Peter von Creutz, Oberst 1767 Graf Galeazzo di Origo, Oberst 1770 Graf Paul Anton von Esterházy, Oberst 1773 Graf Philipp von Grünne, Oberst 1778 Johann Neumüller von Ried, Oberst 1779 Graf Anton Khuen de Belasi, Oberst 1787 Freiherr Adam Senfft von Pilsach (Senft von Pilsak), Oberst 1789 Graf Cajetan von Lichtenberg, Oberst 1790 Joseph Sturioni, Oberst 1792 Freiherr Ferdinand von Minkwitz, Oberst 1795 Carl Philipp von Weidenfeld, Oberst, später Inhaber des IR.37 1799 Freiherr Ignaz von Legisfeld, Oberst 1801 Freiherr Leopold von Trauttenberg, Oberst 1807 Carl Tittelsbach von Tigersburg, Oberst 1811 Samuel von Reisenfels, Oberst 1814 Joseph von Salomon, Oberst 1816 Freiherr Carl von Veyder von Mahlberg, Oberst 1820 Max Edler von Neumann, Oberst 1830 Joseph Lingauer von Lindenthal, Oberst 1832 Freiherr Franz von Rottern von Kostenthal, Oberst 1837 Friedrich von Spannoghe, Oberst 1839 Joseph Edler von Paris, Oberst 1847 Joseph Edler von Stransky, Oberst 1849 Freiherr Wenzel Weigl von Löwenwarth, Oberst 1849 Joseph Herzmanowsky, Oberst 1855 Carl Greschke, Oberst 1859 Freiherr Moriz von Haugwitz von Piskupitz, Oberst 1865 Franz von Zaremba, Oberst 1871 Graf Franz von Schaaffgotsche, Oberst 1872 Joseph von Scudier, Oberst 1876 Sava Davidovac, Oberst 1879 Adolph Fidler von Isarborn, Oberst 1882 Joseph Edler von Bozziano, Oberst 1884 Eduard Edler von Metzger, Oberst 1890 Paul Thoss, Oberst 1894 Erzherzog Leopold Salvator, Oberst 1894 Johann Sturm, Oberst 1897 Hermann von Colard, Oberst 1905 Franz Scholz, Oberst 1909 Karl John, Oberst 1912 Augustin von Rochel, Oberst 1914 Franz Schnetzer, Oberst
Gefechtskalender Türkenkrieg 1663/1664
1663 stand das Regiment Spieckh bei dem Observationskorps in Steiermark. Es marschierte 1664 auf den Kriegsschauplatz nach Nieder-Ungarn, wo es bei den Belagerungen von Fünfkirchen und Kanizsa stand. Bei letzterer Belagerung konnte sich der Regimentskommandeur Obristlieutenant Graf Leslie ausgezeichnen. Es kämpfte dann bei der Verteidigung von Szerinvár und Schlacht bei St. Gotthard mit schweren Verlusten.
Holländischer Krieg
Das Regiment wurde 1673 unter Leslie an den Rhein geschickt und dort zur Deckung der Belagerung von Bonn benutzt. Anschließend kämpften 1674 zwei Bataillone mit Auszeichnung in der Schlacht bei Seneffe und dann bei der Belagerung von Oudenarde. Leslie erhielt 1675 das Infanterie-Regiment Nr. 36 und Mannsfeld übernahm das Regiment.
Unter Mannsfeld kämpfte es 1675 in dem Gefecht bei Gamshurst und im Gefecht bei Goldscheuer (1. August 1675)Carl Du Jarrys de la Roche, Der deutsche Oberrhein während der Kriege seit dem westphälischen Frieden, S. 26 hier als Gefecht bei Altenheim. Im Jahr 1676 war es an der Einnahme der Rheinschanze von Philippsburg und dann an der Belagerung und Einnahme dieser Festung beteiligt. Der Regimentskommandeur Oberst Graf Mannsfeld erhielt eine Auszeichnung (eine Abteilung konnte sich in dem Gefecht bei Gengenheim auszeichnen). Im Jahr 1677 stand das Regiment bei der Hauptarmee ohne an einer größeren Kampfhandlung teilzunehmen, 1678 kämpfte es wieder im Gefecht bei Stollhofen.der Obristlieutenant Graf Montecuccoli ist bei Stollhofen gefallen
Großer Türkenkrieg
Im Jahr 1683 nahm das Regiment an der Verteidigung Wiens teil. Der Obristlieutenant Regimentskommandeur Graf Alexander von Leslie und Hauptmann Steinbach konnten sich mehrfach ausgezeichnen, später war es in der Schlacht bei Párkány.Der Regimentskommandeur Obristlieutenant Graf Alexander von Leslie sowie Obristwachtmeister Carl Burkhart von Gallenfeld (Gallenfels) sind bei Wien gefallen Im folgenden Jahr 1684 stand es bei der Hauptarmee und kämpfte in den Gefechten bei Waitzen und Szent-Andrä sowie der Belagerung von Ofen. Anschließend war es 1685 bei der Belagerung von Neuhäusel, dann Schlacht bei Gran und bei der Einnahme von Szolnok zugegen. Im Jahr 1686 kämpfte es bei der Belagerung von Ofen und im folgenden Jahr 1687 nahm es am Angriff auf Essegg und der Schlacht am Berg Harsány teil. Von 1688 bis 1689 stand das Regiment in Siebenbürgen kam 1690 nach Serbien und war dort dann beim Vormarsch gegen Siebenbürgen dabei. Im Jahr 1691 kämpfte es bei der Einnahme von Lippa. Im Jahr 1692 zeichnete sich ein Detachement des Regiments unter Hauptmann Baron Du Saix d'Arnant bei der Verteidigung der Veteranischen Höhle aus. 1693 war das Regiment bei der Belagerung von Belgrad.