Rosalia „Rosa“ Eberhard (* 25. März 1910 in Kellerberg bei Weißenstein als Rosalia Steiner; † 23. Dezember 1944 in Graz) war eine österreichische kommunistische Widerstandskämpferin und Opfer der NS-Justiz.

Leben Rosa Steiner wurde am 25. März 1910 als Tochter des Besitzers der Schmiedkeusche, Peter Steiner (* 10. Oktober 1877), und dessen Ehefrau Josefine (geborene Schwager; * 6. März 1881) in Kellerberg bei Weißenstein geboren und am 27. März 1910 auf den Namen Rosalia getauft.Taufbuch Kellerberg, tom. IV, fol. 144 (Faksimile), abgerufen am 11. November 2025 Ihre Eltern hatten am 12. Februar 1899 geheiratet.Trauungsbuch Kellerberg, tom. II, fol. 118 (Faksimile), abgerufen am 11. November 2025

Sie wuchs in Kellerberg auf, war gelernte Schneiderin und zog nach der Geburt ihres Sohnes Hubert 1931 nach Villach, wo sie unter anderem als Köchin tätig war. Am 28. November 1936 heiratete sie den Hilfsarbeiter Andreas Eberhard (* 30. November 1905),Trauungsbuch Maria Landskron (St. Ruprecht bei Villach), tom. VI, fol. 32 (Faksimile), abgerufen am 11. November 2025 der wegen seines späteren Kriegseinsatzes als Luftwaffengefreiter nur wenige Zeit bei seiner Familie verbringen konnte. Zusammen mit ihren Freundinnen Margarete Jessernigg und Maria Peskoller war sie Mitglied einer Widerstandsgruppe, zu der auch Valentin Clementin und Milan Jelič gehörten. Im Spätsommer 1944 gelang es ihnen, eine in Waldbunkern in der Gegend von Villach lebende Partisanengruppe aufzubauen, zu der auch die Wehrmachtsdeserteure Erich Ranacher, Josef Ribitsch, Heinrich Brunner und die drei entflohenen russischen Zwangsarbeiter Wasil Gollobin, Juan Sirokin und Michael Kassulin gehörten. Die Gruppe wurde von den Nationalsozialisten als „Treffner Bande“ bezeichnet und operierte vor allem im Drautal und im Gegendtal in Oberkärnten. Ab Mitte November 1944 gelang es der Gestapo nach und nach, die gesamte Gruppe festzunehmen. Rosa Eberhard wurde am 19. November 1944 verhaftet, in Villach inhaftiert und verhört und anschließend in das Landesgerichtsgefängnis Klagenfurt überstellt. Der Prozess gegen sie und acht weitere Angeklagte fand am 17. und 18. November 1944 in Klagenfurt unter dem Vorsitz von Roland Freisler statt. Am 21. Dezember 1944 wurde das Urteil verkündet:

„Josef Ribitsch, Heinrich Brunner und Erich Ranacher haben als Bunkergemeinschaft kommunistischer Deserteurbanditen im 5. und 6. Kriegsjahr die ehrlich arbeitende Bevölkerung zusammen mit ausländischen Arbeitern raubend terrorisiert und auch das Leben eines anständigen Landwachtmannes auf dem Gewissen. Valentin Klementin und Milan Jelic haben ihnen Waffen und Munition geliefert.Frau Maria Peskoller, Frau Margarete Jesernigg und Frau Rosa Eberhard gaben ihnen die Basis in der Bevölkerung, ohne die sie ihre Verräterleben nicht hätten führen können. Frau Peskoller und Frau Jesernig liessen sie immer wieder bei sich schlafen, führten ihnen ausländische Arbeiter, darunter Russen, als Bandenmitglieder zu und halfen ihnen auch sonst. […] Sie alle haben sich dadurch volksverräterisch zu Handlangern unserer Kriegsfeinden gemacht. Für immer ehrlos werden sie mit dem Tode bestraft.“

Am Tag ihrer Hinrichtung schrieb Rosa Eberhard im Abschiedsbrief an ihren Ehemann:

Rosa Eberhard wurde am 23. Dezember 1944 in der Justizanstalt Graz hingerichtet und entgegen ihrem Letzten Willen am Grazer Zentralfriedhof anonym beerdigt.

Gedenken 1949 stellte die Villacher KPÖ einen Antrag für eine Gedenktafel für die hingerichteten Villacher Widerstandskämpfer und Kämpferinnen, der im Villacher Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt wurde.

1999 wurde vom Verein „Erinnern Villach“ ein Denkmal für die NS-Opfer des Bezirks Villach enthüllt, darunter auch Rosa Eberhard. Die Glastafeln des Denkmals wurden bisher 14 Mal mutwillig zerstört (Stand Februar 2025) und mussten jedes Mal erneuert werden.

2013 wurde vor dem Landesgericht Kärnten in Klagenfurt ein Denkmal aus einem 2,30 Meter hohen Serpentinstein errichtet, der ein Fallbeil darstellen soll, darunter auch der Name von Rosa Eberhard.

Am 1. November 2014 wurde im ehemaligen Hinrichtungsraum der Justizanstalt Graz die ursprünglichen Tafel mit fehlerhaften Inschriften gegen eine neue, um zahlreiche Personen erweiterte Tafel ausgetauscht. Auf der neuen Tafel ist der Name von Rosa Eberhard eingraviert.

Siehe auch Österreichische Unabhängigkeitsbewegung

Literatur

Wilhelm Baum: Die Freisler-Prozesse in Kärnten. Zeugnisse des Widerstandes gegen das NS-Regime in Österreich. Kitab, Klagenfurt 2011, ISBN 978-3-902585-77-6.

Einzelnachweise

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