mini|Andrzej Nowacki (2025) Andrzej Nowacki (* 15. Oktober 1953 in Rabka-Zdrój) ist ein polnisch-deutscher Maler, Vertreter von geometrischer abstrakter Kunst und Op-Art.
Leben Nach der Kindheit in Mszana Dolna, einer Kleinstadt in den Beskiden, zog Nowacki 1967 nach Krakau, wo er Kontakte zu den Kreisen um die Akademie der Schönen Künste knüpfte. Von 1973 bis 1977 war er bei Anfertigung von Werbungen, Entwerfen von Innenausstattungen sowie konservatorischen Arbeiten in den Kirchen in Krakaus Umgebung tätig.
1977 reiste Nowacki nach Schweden, wo er das Studium der Skandinavistik an der Universität Göteborg aufnahm. Einige Jahre später studierte er in Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck.
1982 zog er nach Düsseldorf, um die Leitung der Agentur für zeitgenössische Malerei Advance zu übernehmen. Zu dieser Zeit beteiligte er sich an der Vorbereitung der documenta 7 in Kassel. Anfang der 1980er Jahre besuchte er oft das Atelier des polnischen Konstruktivisten Henryk Stażewski, und unter dessen Eindruck entstanden seine ersten malerischen Versuche, die ihn dann zur eigenständigen künstlerischen Arbeit führten. Ab 1984 lebte Nowacki in West-Berlin, wo er unter anderem in einer Stipendienkommission des Kunstfonds des Berliner Senats tätig war.
1987 folgte seine erste Einzelausstellung in der West-Berliner Galerie Pommersfelde, 1988 begann seine Zusammenarbeit mit dem Kenner der russischen Avantgarde, Kunstsammler und Leiter der Galerie Avantgarde Natan Fedorowski.
Anfang der 1990er Jahre gewann Nowacki den Kunsthistoriker Hubertus Gaßner als Kurator seiner Ausstellungen und Autor der Begleittexte über sein Werk.
Die Jahre 1994 bis 1995 verbrachte Nowacki in den USA und arbeitete in einem privat gesponserten Atelier in New Jersey an seinen neuen Reliefs, die 1995 in der New Yorker Galerie Lederman Fine Art ausgestellt wurden.
Mitte der 1990er Jahre befreundete er sich mit dem Kunstsammler und auf Konkrete Kunst ausgerichteten Galeristen Heinz Teufel, was ihm die Möglichkeit eröffnete, sich vertiefend mit dem Werk von Josef Albers, Max Bill und Bridget Riley zu befassen.
2001 bekam Nowacki ein Stipendium der Pollock-Krasner Foundation in New York. 2002 erfolgte seine erste retrospektive Ausstellung im Internationalen Kulturzentrum in Krakau. In der Zeit von 2003 bis 2007 besuchte Nowacki mehrmals Florida, hielt sich in Miami auf und arbeitete in einem Atelier auf Anna Maria Island. 2005 reiste er nach Japan und bereitete in Osaka seine Einzelausstellung vor. 2011 zeigte eine Schau der Staatlichen Kunstgalerie in Sopot Werke von Nowacki und Wojciech Fangor. 2015 bezog Nowacki ein neues Atelier im ehemaligen Industriekomplex Dolní Vítkovice im tschechischen Ostrava, wo er bis 2018 tätig war. Heute lebt und arbeitet er in Berlin.
Werk Seit Mitte der 1980er Jahre schuf Nowacki Reliefs und Pastelle in der Tradition der geometrischen abstrakten Kunst. Die Bilder zeichneten sich durch dynamisches Spiel der Formen sowie spannungsvolles und stark emotionsbeladenes Verhältnis von Farben aus. Die Auswahl der geometrischen Elemente war auf einige Figuren begrenzt, wobei das Quadrat als Grundform fungierte. Seit Anfang 2000 gestaltet Nowacki Streifenreliefs. Die vertikale Struktur dieser Bilder entsteht durch die an die Grundfläche angebrachten Holzleisten, die zugleich die Ebene des malerischen Ausdrucks darstellen. So wird das Bild dreidimensional, bereichert zusätzlich durch visuelle Effekte. Der Künstler zielt jedoch nicht nur auf die optische Illusion eines Op-Art-Werks, vielmehr will er die Perzeptionsbreite erweitern. Das komplexe Spiel der Farben wird als Ausdrucksmittel verwendet, was einen unablässigen Wandel der Spannung und Dynamik innerhalb der gesamten Komposition bewirkt.
Einzelausstellungen (Auswahl) 1987: Galerie Pommersfelde, Westberlin 1988: Galerie Kurek, Bonn 1992: Galeria Pryzmat, Krakau 1993: Galerie Sernov & Rose, Berlin 1994: Lederman Fine Art Gallery, New York 1995: Galerie Berinson, Berlin 1996: Galeria Amfilada, Stettin 2000: Galerie Heinz Teufel, Berlin 2002: Internationales Kulturzentrum, Krakau 2003: Galeria Arsenał, Posen 2004: Galeria Piekary, Posen; Nationalmuseum Stettin, Stettin 2005: KISSHO Fine Art Gallery, Osaka 2006: Seth Jason Beitler Fine Arts Gallery, Miami 2013: Galeria Leto, Warschau 2017: Staatliche Kunstgalerie, Sopot 2019: Milan Dobeš Museum, Ostrava 2020: AP Atelier Josef Pleskot, Prag
Gruppenausstellungen (Auswahl) 1989: Galerie Avantgarde Natan Fedorowski, Westberlin 1992: Polnisches Institut, Berlin 1996: Art Fair, Stockholm; Willy-Brandt-Haus, Berlin 1997: Avantgarde Galerie Kyra Maralt, Berlin 1998: Münchenbryggeriet-Münchensalen, Stockholm 1999: Goethe-Institut, Dresden; Tiroler Kunstpavillon, Innsbruck 2000: Art Vienna, Wien; Galeria Studio, Warschau; Galerie Schoen & Nalepa, Berlin 2001: Kunstverein Wiligrad, Lübstorf 2002: Nationalmuseum, Szczecin; Skulpturzentrum, Orońsko 2003: Art Miami, Miami; Mondriaanhuis, Amersfoort; Staatliche Kunstgalerie, Sopot; London Art Fair, Londyn 2004: Contemporary Art Space, Osaka; Phthalo Gallery of Fine Art, Miami; Galerie Artist, Berlin 2005: Ålands konstmuseum, Mariehamn; George L. Sturman Museum of Fine Art, Miami 2007: Seth Jason Beitler Fine Arts Gallery, Miami; Kunstpalais, Krakau 2011: Kunstmuseum, Stuttgart; Staatliche Kunstgalerie, Sopot; Dům umění, Ostrava 2014: Milan Dobeš Museum, Bratislava 2017: Kunstmuseum, Stuttgart 2019: Staatliche Kunstgalerie, Sopot 2020: Milan Dobeš Museum, Ostrava 2024: Zentrum für zeitgenössische Kunst, Toruń
Publikationen espressione del momento. Wystawa prac Andrzeja Nowackiego, Krakau: Galeria Pryzmat (1992) Lato pełne deszczu. Reliefy Andrzeja Nowackiego w Galerii Amfilada, Stettin: Galeria Amfilada (1996) Jan Lenica – Andrzej Nowacki, Berlin: Avantgarde Galerie Kyra Marat (1997) Andrzej Nowacki. Through the square: relifs, pastels, drawings, Krakau: Internationales Kulturzentrum (2001) ISBN 83-85739-88-2. Im Quadrat – Die inneren Klänge einer geometrischen Welt. Zeichnungen und Reliefs von Andrzej Nowacki, Reckahn: Rochow-Museum (2003) ISBN 3-00-011688-5. Fangor / Nowacki = A clear vision in enchantment, Sopot: Staatliche Kunstgalerie (2011) ISBN 978-83-61270-26-3. Andrzej Nowacki: reliefy = reliefs, Sopot: Staatliche Kunstgalerie (2017) ISBN 978-83-8040-034-4. Andrzej Nowacki: Variations on Black, Ostrava: Milan Dobeš Museum (2019) ISBN 978-80-270-7033-6.
Weblinks
Offizielle Website von Andrzej Nowacki: nowacki.art (en) Biografie, Bildergalerie, Text von Hubertus Gaßner, Beziehungsmuster auf dem Portal "WikiArt - Visual Art Encyclopedia" (de) Ewa Czerwiakowska, Andrzej Nowacki: Erkundung des Quadrats, «Porta Polonica – Dokumentationsstelle zur Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland» Informationen auf dem Portal „Artnet – Kunstmarktportal“ Lars Hauschild: Andrzej Nowacki und das Quadrat. In: Arte Concreta: Ein Blog über Konkrete Kunst und mehr…
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler der Neuzeit Kategorie:Konkrete Kunst Kategorie:Abstrakte Malerei Kategorie:Künstler (Polen) Kategorie:Absolvent der Universität Innsbruck Kategorie:Zeitgenössischer Künstler Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann