mini|Filippo Ambrosini (2020) Filippo Ambrosini (* 26. April 1993 in Asiago, Provinz Vicenza) ist ein italienischer Eiskunstläufer, der nach Anfängen im Einzellauf und einem ersten Engagement im Paarlauf mit Alessandra Cernuschi seit 2016 mit Rebecca Ghilardi ein Eislaufpaar bildet. Mit Ghilardi gewann er bei den Europameisterschaften 2023 die Silber- sowie 2024 die Bronzemedaille, errang mehrfach nationale Meistertitel, vertrat Italien bei den Olympischen Winterspielen 2022 und 2026 und startet für die Gruppo Sportivo Fiamme Azzurre, die Sportfördergruppe der Polizia Penitenziaria.
Leben und Anfänge im Einzellauf Filippo Ambrosini wurde 1993 in Asiago geboren. Er begann im Alter von acht Jahren beim Circolo Pattinatori Asiago unter der Anleitung seiner ersten Trainerin Tiziana Rosaspina mit dem Eiskunstlauf und spezialisierte sich zunächst auf den Einzellauf. In der Saison 2009/10 debütierte Ambrosini im ISU Junior Grand Prix. Im Jahr 2010 gewann er den italienischen Juniorentitel im Einzellauf. Ambrosini ist 183 cm groß und gehört der Gruppo Sportivo Fiamme Azzurre an.
Paarlauf mit Alessandra Cernuschi (2011–2015) mini|hochkant|Alessandra Cernuschi und Filippo Ambrosini bei den Weltmeisterschaften der Junioren 2012 Ab der Saison 2010/11 wechselte Ambrosini in den Paarlauf. Sein erstes Paar bildete er mit Alessandra Cernuschi. Die ISU vermerkt, dass beide zuvor im Einzellauf auf internationalem Niveau angetreten waren. Ihr erster gemeinsamer internationaler Wettbewerb war die NRW Trophy 2011, bei der sie den fünften Platz im Juniorenpaarlauf belegten. Im März 2012 starteten sie bei den Juniorenweltmeisterschaften in Minsk und erreichten den zwanzigsten Platz. Ihr Debüt im ISU Junior Grand Prix folgte im September 2012.
In der Saison 2013/14 gelang dem Paar ein historisches Ergebnis im italienischen Eiskunstlauf. Beim Junior Grand Prix im slowakischen Košice 2013 errangen Cernuschi und Ambrosini einen dritten Platz und wurden damit die erste italienische Paarlauf-Mannschaft, die im Rahmen des Junior Grand Prix einen Podiumsplatz erreichte. Bei den Europameisterschaften 2014 in Budapest belegten sie den siebzehnten Platz.
Ihren besten gemeinsamen Rang bei ISU-Meisterschaften erzielten Cernuschi und Ambrosini mit dem zehnten Platz bei den Europameisterschaften 2015 in Stockholm. Für die Saison 2014/15 liefen sie im Kurzprogramm zu Un Giorno Per Noi von Nino Rota (aus Romeo und Julia) sowie in der Kür zu Stücken aus Giacomo Puccinis Tosca.
Kurzpartnerschaft mit Alexandra Iovanna (2015/16) Nach dem Rückzug Cernuschis vom aktiven Wettkampfsport wechselte Ambrosini die Partnerin. Zunächst trat er mit Alexandra Iovanna an. Gemeinsam starteten sie unter anderem bei der Tallinn Trophy 2015, wo sie den achten Platz belegten. Diese Partnerschaft blieb kurzzeitig.
Paarlauf mit Rebecca Ghilardi (ab 2016) Bildung des Paares und erste gemeinsame Saisons mini|hochkant|Filippo Ambrosini mit Rebecca Ghilardi bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften 2020 Im Jahr 2016 bildete Ambrosini ein Paar mit Rebecca Ghilardi (* 10. Oktober 1999 in Seriate, Provinz Bergamo), die zuvor im Einzellauf aktiv gewesen war. Das Paar trainierte fortan im IceLab in Bergamo, einer 2016 eröffneten Eislaufanlage, die als eines der Zentren des italienischen Eiskunstlaufs beschrieben wird. Zu den Trainern des Paars gehörten zunächst Franca Bianconi und Rosanna Murante, später übernahmen Daniel Aggiano und Raffaella Cazzaniga die Betreuung. Einen Einfluss auf die technische Entwicklung des Paares hatte der ehemalige Paarläufer Ondřej Hotárek, der nach seinem Karriereende als Trainer am IceLab tätig wurde und insbesondere an Elementen wie der Twist-Hebung mit den Athleten arbeitete.
Ihr ISU-Profil vermerkte die Lombardia Trophy 2016 als ersten gemeinsamen Wettbewerb der Challenger Series, bei dem sie mit im Kurzprogramm erzielten 55,20 Punkten den dritten Platz erzielten. Bei den Europameisterschaften 2017 in Ostrava erreichten sie den elften Platz.
Saisons 2018/19 bis 2020/21 Bei den Europameisterschaften 2019 in Minsk belegten Ghilardi und Ambrosini den neunten Platz mit 147,75 Punkten. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Saitama, Japan, wurden sie Neunzehnte. In der Saison 2019/20 verbesserte sich das Paar bei den Europameisterschaften 2020 in Graz auf den achten Rang. Bei den Weltmeisterschaften 2021 in Stockholm belegten sie den siebzehnten Platz.
Europameisterschaften 2022 und Olympische Winterspiele in Peking In der Olympiasaison 2021/22 nahmen Ghilardi und Ambrosini Unterricht in lateinamerikanischem Tanz, um ihr Ausdrucksvermögen auf dem Eis zu verbessern. Bei den Europameisterschaften 2022 in Tallinn erzielten sie den fünften Rang – eine Verbesserung um drei Plätze gegenüber ihrem bisherigen EM-Bestresultat. In der Kür erreichten sie 116,14 Punkte, die Gesamtpunktzahl von 178,90 bedeutete ebenfalls einen persönlichen Rekord.
Bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking gaben Ghilardi und Ambrosini ihr olympisches Debüt. Im Kurzprogramm erzielten sie 55,83 Punkte. In der Kür liefen sie zu Grande amore von Il Volo und erreichten 109,60 Punkte bei einer Gesamtpunktzahl von 165,43 Punkten. Sie schlossen den Wettbewerb auf dem vierzehnten Platz ab.
Saison 2022/23: Erster Grand-Prix-Sieg und EM-Silber Die Saison 2022/23 brachte den sportlichen Durchbruch auf internationaler Ebene. Zu Beginn der Saison gewann das Paar das 2022 CS U.S. International Figure Skating Classic in Lake Placid, die erste Etappe der ISU Challenger Series, sowie zuvor die John Nicks Pairs Challenge in New York. Beim Grand Prix in Espoo im November 2022 erzielte das Paar im Kurzprogramm mit 67,31 Punkten eine neue persönliche Bestleistung und führte das Starterfeld nach dem ersten Segment mit über vier Punkten Vorsprung an. In der Kür zu Il barbiere di Siviglia von Rossini zeigten sie unter anderem eine Dreifach-Twist-Hebung, Doppel-Salchow-Sprünge, drei Hebungen auf Level 4 sowie einen sauberen geworfenen Dreifach-Lutz. Die Gesamtpunktzahl von 189,74 Punkten bedeutete einen weiteren persönlichen Rekord und den Sieg im Wettbewerb. Damit waren Ghilardi und Ambrosini das zweite italienische Paar nach Stefania Berton und Ondřej Hotárek (Skate Canada 2013), das einen Grand-Prix-Wettbewerb gewinnen konnte. Der Sieg qualifizierte das Paar für das Grand-Prix-Finale 2022/23, das im Dezember 2022 im Palavela in Turin ausgetragen wurde. Dort belegten sie mit 180,39 Punkten den fünften Platz.
Bei den Europameisterschaften 2023 in Espoo belegten Ghilardi und Ambrosini nach Fehlern im Kurzprogramm den fünften Platz in diesem Segment mit 59,48 Punkten. In der Kür gelang ihnen eine deutliche Leistungssteigerung. Mit 127,48 Punkten gewannen sie das Kürsegment und stiegen auf den zweiten Gesamtrang vor. Die Silbermedaille mit 186,96 Punkten bedeutete zusammen mit dem Europameisterschaftsgold ihrer Landsleute Sara Conti und Niccolò Macii ein Novum. Erstmals belegten zwei italienische Paare die beiden obersten Plätze bei einer Europameisterschaft im Paarlauf.
Saison 2023/24: Erster italienischer Titel und EM-Bronze In der Saison 2023/24 arbeitete das Paar erneut mit den ehemaligen Eistänzern Anna Cappellini und Luca Lanotte sowie dem Choreografen Corrado Giordani an ihren Programmen. Ambrosini beschrieb die Zusammenarbeit mit den Eistanzchoreografen als anfänglich anspruchsvoll: „There were so many small things, every element that we did, they told us: ‚No, stop!‘ We worked for a whole hour on a single step.“ Beim Cup of China im November 2023 belegten Ghilardi und Ambrosini den zweiten Platz (191,00 Punkte), bei der NHK Trophy den dritten Platz (186,47 Punkte). Beim Grand-Prix-Finale 2023 in Peking erzielten sie 188,85 Punkte und den fünften Platz.
Bei den italienischen Meisterschaften im Dezember 2023 in Pinerolo gewannen Ghilardi und Ambrosini mit 192,88 Punkten ihren ersten nationalen Titel im Paarlauf. Die Punktzahl bedeutete zugleich eine Verbesserung des persönlichen Rekords.
Bei den Europameisterschaften 2024 in Kaunas, Litauen, liefen sie im Kurzprogramm zu L’estasi dell’oro und The Ecstasy of Gold und erzielten 64,87 Punkte für den fünften Platz. Todesspirale und Schrittfolge wurden nur mit niedrigen Levels bewertet. In der Kür zu Bram Stoker’s Dracula zeigten sie eine Dreifach-Twist-Hebung auf Level 4, Hebungen auf Level 4 und einen geworfenen Dreifach-Lutz. Bei Ghilardis Dreifach-Salchow landete sie auf dem Viertel, und beim geworfenen Dreifach-Rittberger setzte sie mit dem freien Fuß auf. Mit 130,81 Punkten in der Kür und einer Gesamtpunktzahl von 195,68 Punkten – jeweils neue persönliche Bestwerte – belegten sie den zweiten Platz in der Kür und den dritten Gesamtrang und gewannen damit die Bronzemedaille. Ghilardi erklärte im Anschluss: „This was the best skate of the season for sure. It’s amazing that the audience was so supportive.“
Saison 2024/25 Zu Beginn der Saison 2024/25 erreichte das Paar bei der Lombardia Trophy 2024 in Bergamo den vierten Platz und erzielte im Kurzprogramm mit 69,11 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert in diesem Segment. Beim Diamond Spin 2024 in Katowice belegten sie den ersten Platz (193,33 Punkte). Bei der Finlandia Trophy 2024 in Helsinki erreichten sie den dritten Rang. Beim Grand-Prix-Finale 2024 in Grenoble belegten sie mit 181,52 Punkten den sechsten Platz. Bei den italienischen Meisterschaften 2025 in Varese gewannen sie mit 188,21 Punkten die Silbermedaille. Bei den Europameisterschaften 2025 in Tallinn belegten sie den sechsten Platz. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Boston erreichten Ghilardi und Ambrosini den dreizehnten Platz – ihr bestes Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft.
Saison 2025/26 und Olympische Winterspiele in Mailand-Cortina Für die olympische Saison 2025/26 liefen Ghilardi und Ambrosini im Kurzprogramm zu Volare (Il Volo/Domenico Modugno) und in der Kür zu einem Arrangement aus Poeta en el Mar (Vicente Amigo), Flamenco del Mar (Originalkomposition für Ghilardi und Ambrosini von Lorenzo De Benedictis) sowie V for Vivaldi (Duomo, Power-Haus). Bei der Nebelhorn Trophy 2025 in Oberstdorf erzielten sie einen Saisonbestwert von 193,03 Punkten und den vierten Platz.
Bei den Europameisterschaften 2026 in Sheffield traten sie als ranghöchstes italienisches Paar an, nachdem Conti und Macii verletzungsbedingt absagten. Im Kurzprogramm unterliefen ihnen mehrere Fehler, darunter Stürze beim geworfenen Dreifach-Lutz und beim Sprung. In der Kür erreichten sie 114,91 Punkte und schlossen den Wettbewerb auf dem sechsten Platz mit einer Gesamtpunktzahl von 174,31 ab.
Am 20. Januar 2026 wurde Ambrosini offiziell für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina qualifiziert. Zuvor hatten Ghilardi und Ambrosini bei der Road to 26 Trophy, dem olympischen Testevent in der Milano Ice Skating Arena in Assago, mit 62,58 Punkten im Kurzprogramm und einer Gesamtpunktzahl von 171,02 Punkten den ersten Platz belegt. Ein regionaler Bericht aus Vicenza beschrieb den 32-jährigen Ambrosini zu diesem Zeitpunkt als einen von sechzehn Athleten aus der Region Venetien im italienischen Olympiakader.
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 erzielten Ghilardi und Ambrosini im Kurzprogramm des Paarlauf-Wettbewerbs 69,08 Punkte. In der Gesamtwertung belegten sie mit 191,86 Punkten den zwölften Platz.
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