mini|Gebäude auf den Grundmauern der ehemaligen Burg Wasserknoden (oberfränkisch: WassegnuhdnE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „wassegnūdn“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Bad Berneck im Fichtelgebirge im Landkreis Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Wasserknoden hat eine Fläche von 3,214 km² und ist in 323 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9951,04 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Jägersruh, Kolbenhof, Mooshof und Neuhaus.
Lage Das Dorf liegt am Knodenbach, einem rechten Zufluss der Ölschnitz. Südlich des Ortes steht die Schlossberglinde, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist. Die Kreisstraße BT 49/KU 1 führt zur Anschlussstelle 38 der Bundesautobahn 9 (0,9 km nordwestlich) bzw. an Jägersruh vorbei nach Hohenknoden (1 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mooshof (1,2 km nordöstlich). Eine Anliegerstraße führt nach Kolbenhof (0,4 km westlich).
Geschichte Der Ort ist eine Rodungssiedlung des 11. Jahrhunderts, die wahrscheinlich von den Grafen von Schweinfurt veranlasst wurde. Das Gassendorf bestand ursprünglich aus 5 Ganzhöfen mit dazugehöriger Blockgemenflur. Im Jahr 1071 wurde der Ort als „Kloden“ erstmals urkundlich erwähnt. 1377 wurde der Ort „Obernknoten“ genannt, 1501 erstmals „Wasserknoden“. Der Ortsname leitet sich vom slawischen Wort klodno ab, das Klotzstelle heißt.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 173f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Wasserknoden aus 30 Anwesen (10 Sölden, 19 Tropfhäuser, 1 Hirtenhaus). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Marktschorgast. Die bambergische Amtsverwaltung Wasserknoden war Grundherr sämtlicher Anwesen.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Wasserknoden dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Marktschorgast zugewiesen. 1812 entstand die Ruralgemeinde Wasserknoden, zu der Kolbenhof und Mooshof gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gefrees zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gefrees. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Berneck und an das Rentamt Marktschorgast überwiesen (1919 in Finanzamt Marktschorgast umbenannt). Ab 1862 gehörte Wasserknoden zum Bezirksamt Berneck. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Berneck (1879 in Amtsgericht Berneck umgewandelt). 1929 wurde die Gemeinde schließlich an das Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt) und das Finanzamt Kulmbach abgegeben.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 776. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden auf dem Gemeindegebiet Jägersruh und Neuhaus gegründet. 1964 hatte die Gemeinde eine Fläche von 3,266 km². Am 1. Juli 1972 wurde Wasserknoden im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Bad Berneck im Fichtelgebirge eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 28 und 30: Wohnstallhäuser (Haus Wasserknoden 28 über den Resten der abgegangenen Burg Wasserknoden, 16./17. Jahrhundert)
Einwohnerentwicklung Gemeinde Wasserknoden Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 160 274 289 302 300 300 295 274 314 300 309 303 280 292 265 266 249 265 248 323 311 308 264 268HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 31 42 42 42 41 42 45 50 Quelle
Ort Wasserknoden Jahr 1799 1809 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 109 208 160 202 294 290 291 273 245 272 242 242 218Häuser 26 31 41 40 41 40 44 58Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 109. R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 727.
Religion Wasserknoden ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Katholiken sind bis heute nach St. Jakobus der Ältere (Marktschorgast) gepfarrt, die Protestanten sind nach (Bad) Berneck im Fichtelgebirge gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Bad Berneck im Fichtelgebirge) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1071 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth