Die Skibob-Weltmeisterschaften sind ein alle zwei Jahre, zwischen 1987 und 2004 sowie in mehreren kürzeren Perioden jährlich stattfindendes Sportereignis, bei dem in verschiedenen Rennen die Weltmeister in den Skibob-Disziplinen ermittelt werden. Veranstalter ist der Skibob-Weltverband Fédération Internationale de Skibob (FISB). Üblicherweise werden neben der allgemeinen Klasse auch Schüler-, Jugend- und Seniorenweltmeisterschaftsrennen ausgetragen.
Geschichte mini|Erich Brenter, Sohn des Skibob-Erfinders Engelbert Brenter und 1967 einer der ersten Medaillengewinner mini|Gerhard Hauer junior, zwischen 2011 und 2014 sechsmal Weltmeister Nachdem sich Bad Hofgastein 1964 bereits als Austragungsort von Europameisterschaften hervorgetan hatte, fanden dort drei Jahre später auch die ersten Skibob-Weltmeisterschaften statt. Die Gemeinde im Gasteinertal investierte 1,5 Millionen Schilling in das Großereignis, etwa ein Fünftel davon in die Pisten auf der Schlossalm.Joachim Glaser: Weltmeisterliche Premiere mit vier Mal Gold. In: Salzburger Nachrichten, Ausgabe von 7. Februar 2017, S. 15. Am 1. Februar 1967 eröffnete Bundespräsident Franz Jonas die Weltmeisterschaften mit einer Rede. Das Teilnehmerfeld umfasste 14 Nationen, neben dem Gastgeberland Österreich unter anderem Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Frankreich, Finnland, USA und Kanada.Liechtenstein an der ersten Skibob-WM. In: Liechtensteiner Volksblatt, Ausgabe von 11. Februar 1967, S. 5. Online auf der Website der Liechtensteinischen Landesbibliothek. Angelehnt an den alpinen Skisport wurden je zwei Rennen in den Disziplinen Abfahrt und Riesenslalom abgehalten. Die ersten Goldmedaillen gewannen bei den Herren Willi Brenter (Abfahrt) und Silvio Schauberger (Riesenslalom und Kombinationswertung), bei den Damen die 17-jährige Hofgasteinerin Gerhild Schiffkorn. Insgesamt holten die Österreicher 13 von 18 möglichen Medaillen.
In den folgenden zwei Jahrzehnten veranstaltete die FISB alle zwei Jahre Weltmeisterschaften. Bereits 1971 fanden diese in Reno und damit zum ersten und bis heute einzigen Mal außerhalb Mitteleuropas statt. 1979 wurde das Programm um die Disziplin Slalom erweitert, 1989 kam mit dem Super-G eine fünfte Medaillenentscheidung hinzu. WM-Abfahrten wurden zuletzt 2007 am Hochficht durchgeführt. Von 1987 bis 2004 fanden die Weltmeisterschaften jährlich statt. Adelboden war 1999 der erste Ort, der die Titelkämpfe zum wiederholten Mal austragen durfte, Grächen ist mit bisher vier Austragungen Rekordveranstalter. Zweimal teilten sich zwei Orte die Veranstaltung, 1977 Bischofswiesen und Schladming sowie 2012 Deštné v Orlických horách und Aigen im Mühlkreis. 2013 kehrten die Weltmeisterschaften erstmals an ihren „Ursprungsort“ Hofgastein zurück, wo erneut auf der Haitzingalm-Rennstrecke gefahren wurde.
Dominierten anfangs die österreichischen Skibobfahrer die Weltmeisterschaften, sind seit den 1990er Jahren vor allem die tschechischen Athleten tonangebend. Rekordweltmeister sind der Österreicher Markus Moser mit 37 und die Tschechin Alena Housová mit 30 Goldmedaillen. Weltmeister in allen fünf Disziplinen waren neben Moser und Housová die Österreicherinnen Heidi Achleitner und Petra Wlezcek sowie die Tschechen David Krejčí und Irena Francová. Letzterer gelang dies 1992 in Zell am See als einziger Athletin bei einer einzelnen WM. Erfolgreichster deutscher WM-Teilnehmer ist Robert Mühlberger, der 1979 und 1981 insgesamt fünfmaliger Weltmeister wurde. Aus der Schweiz konnten Pierre-Joseph Bonvin, Wendel Tschümperlin und Björn Walter jeweils zwei Titel gewinnen.
Austragungsorte
Jahr Ort Disziplinen Anmerkung AB SG RS SL KO 1967 • • • 1. WM 1969 • • • 1971 • • • 1. Austragung außerhalb Europas 1973 • • • 1975 • • • 1977 • • • 1979 • • • • 1981 • • • • 1983 • • • • 1985 • • • • 10. WM 1987 • • • • 1988 • • • • 1989 • • • • • 1990 • • • • 1991 • • • • • 1992 • • • • • 1993 • • • • • 1994 • • • • • 1995 • • • • 1996 • • • • • 20. WM 1997 • • • • 1998 • • • • 1999 • • • • • 2. Austragung in Adelboden 2000 • • • • • 2001 • • • • • 2. Austragung in Bischofswiesen 2002 • • • • 2. Austragung in Špindlerův Mlýn 2003 • • • • 2004 • • • • 2006 • • • • • 2. Austragung in Grächen 2007 • • • • • 30. WM 2009 • • • • 2010 • • • • 2011 • • • • 2012 • • • • 2. Austragung in Aigen 2013 • • • • 2. Austragung in Bad Hofgastein 2014 • • • • 2016 • • • • 2. Austragung in Deštné 2017 • • • • 3. Austragung in Grächen 2018 • • • • 2019 • • • • 40. WM 2022 • • • • 2. Austragung in Spital am Semmering 2023 • • • • 4. Austragung in Grächen 2025 • • • • 2. Austragung in Lenggries
Die erfolgreichsten Teilnehmer
Platz Name Land Von Bis Gold Silber Bronze Gesamt 1 Markus Moser 1989 2013 37 12 4 53 2 Alena Housová 1996 2014 30 17 4 51 3 Irena Francová 1987 1998 25 6 4 35 4 Pavel Čiháček 2009 2025 24 10 5 39 5 Petra Wlezcek 1981 2001 15 10 6 31 6 Stanislava Preclíková 2014 2025 12 10 6 28 7 David Krejčí 2003 2016 12 8 5 25 8 Iris Lienhard 1997 2025 11 16 10 37 9 Dušan Kudrnovský 1996 2012 9 10 8 27 10 Heidi Achleitner 1992 2000 9 8 8 25
Ewiger Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 174 173 182 529 2 151 142 109 402 3 21 22 34 77 4 9 19 20 48 5 – 1 2 3 6 – – 2 2 (1 Medaille fehlt)
Weblinks WM-Medaillengewinner bis 2004 bei sport-komplett.de WM-Medaillengewinnerinnen bis 2004 bei sport-komplett.de Ergebnisse ab 2004 auf der Website der Fédération Internationale de Skibob
Einzelnachweise