Franz Xaver Kretschmer (* 23. Dezember 1863 in Dresden; † 3. Dezember 1939 ebendaDresdner Neueste Nachrichten vom 5. Dezember 1939, S. 3; deutsche-digitale-bibliothek.de.Franz Kretschmer im Répertoire International des Sources Musicales (RISM), abgerufen am 7. Februar 2025.) war ein deutscher Chorleiter und Komponist.

Leben Er war der Sohn des Organisten und Komponisten Edmund Kretschmer. Sein Großvater, Franz Kretschmer, Rektor der Stadtschule in Ostritz, war ebenfalls ein begabter Musiker. Seine Mutter war die Sängerin Jenny (Eugenie) Kretschmer, geborene Schröter (1839–1926), Tochter eines Kammermusikers und Schülerin von Wilhelmine Schröder-Devrient.

Nach dem Schulbesuch am Kreuzgymnasium erhielt er seine Musikausbildung am Dresdner Konservatorium bei Wilhelm Rischbieter, Felix Draeseke, Franz Wüllner, Theodor Kirchner und Adolf Hagen, sowie an der Regensburger Kirchenmusikschule.Erich H. Müller: Deutsches Musiker-Lexikon. Limpert, Dresden 1929, Sp. 760; slub-dresden.de. Nach seinen Studien war er zunächst 1885–86 als Chorleiter und 2. Kapellmeister am städtischen Theater Dresden tätig, danach von 1887 bis 1889 am Theater Lübeck. Von 1890 bis 1912 wirkte er als Lehrer an der Dresdner Musikschule und Leiter der Dresdner Chorvereine. Im Oktober 1897 wurde er als Nachfolger seines Vaters zusätzlich zum Instructor am Königl. Capellknaben-Institut berufen und war in dieser Funktion zugleich stellvertretender Leiter der Vokalmusik an der Hofkirche.Musikdirektor Franz Kretschmer 70 Jahre alt. In: Dresdner Nachrichten vom 23. Dezember 1933, S. 3; slub-dresden.de. Ab 1900 war er ferner Archivar der Katholischen Hofkirche.Neuer Theater-Almanach für das Jahr 1911. 22. Jahrgang. F. A. Günther, Berlin 1911, S. 405; .Neuer Theater-Almanach für das Jahr 1912. 23. Jahrgang. F. A. Günther, Berlin 1912, S. 386; . Deren Musikarchiv verdankt ihm die vollständige Neuordnung und Katalogisierung seiner Notenbestände, die er 1903 abschloss.Neue Zeitschrift für Musik (99) 1903, S. 679; .

1922 trat er in den Ruhestand. Auch als Komponist ist Kretschmer hervorgetreten: am erfolgreichsten wohl mit einer vierstimmigen Messe, die auch in Amerika aufgeführt wurde.

Auszeichnungen 1904: Königlich Sächsischer MusikdirektorAllgemeine Musik-Zeitung 31 (1904), S. 626; sammlungen.ulb.uni-muenster.de. 1917: Albrechts-Orden

Werke Drei Lieder op. 2 (1. Mein Engel hüte dein „Und willst du von mir scheiden“; 2. „Überall blühendes Maienglück“; 3. Wegewart „Es wartet ein bleiches Jungfräulein“) Zwei Stücke für Violoncello mit Pianoforte op. 3 (1. Romanze; 2. Humoreske) Sängermarsch Es-Dur op. 5 Missa brevis Es-Dur für gemischten Chor, op. 6 Messe Es-Dur für gemischten Chor und Orgel (möglicherweise Bearbeitung des vorstehenden Werks?) Requiem 8-stimmig für zwei Chöre Non participentur sancta, Offertorium in Missa pro eligendo pontifice für Chor, g-Moll (1903), 4 Antiphonien für vierstimmigen Chor Zur Prozession mit dem Allerheiligsten C-Dur Ein Blick in das göttliche Herz Jesu Siehe doch, wie ich dich liebe As-Dur Konzert-Ouvertüre für großes Orchester Suite in vier Sätzen für Orchester D-Dur (1889), , , Männcherchöre Lieder

Literatur Wilhelm Altmann: Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lexikon für Musiker und Freunde der Musik. 2. Aufl., 1974. Erich H. Müller: Deutsches Musiker-Lexikon. Limpert, Dresden 1929, Sp. 760; slub-dresden.de.

Weblinks Eintrag in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Einzelnachweise

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