Günther Froebel (* 5. Oktober 1811 in Rudolstadt, Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt; † 3. Februar 1878) war ein deutscher Hofbuchdrucker, Verlagsbuchhändler und Auswanderungsvermittler in Rudolstadt.
Leben und Wirken
Der Vater Carl Poppo Froebel war Hofbuchdrucker und Pädagoge in Rudolstadt, die Mutter Johanne Sophie Dorothea war eine Tochter des dortigen Hofintenfanten Johann Heinrich Rudolph Scheibe.Günther Froebel Ancestry, mit Eltern und Ehefrau (unhistorische Schreibweise des Vornamens) Der Reformpädagoge Friedrich Froebel war ein Halbonkel. Günther Froebel hatte noch vier Schwestern.
Er übernahm 1823 die Hofbuchdruckerei seines verstorbenen Vaters von seiner Mutter. 1846 gründete er die Allgemeine Auswanderungs-Zeitung, die die am längsten bestehende ihrer Art in deutschsprachigen Territorien wurde. Etwa zeitgleich gründete er ein Auswanderungs-Bureau, das bald als das wichtigste in Norddeutschland galt.Eduard Pelz, Einige Worte über die Verschiedenheit der Ansichten in Betreff der Auswanderung, 1871, S. 23; mit Anzeigen des Auswanderungs-Bureaus und der Allgemeinen Auswanderungs-Zeitung Dr. Büttner (Hrsg.): Traugott Bromme's Hand- und Reisebuch für Auswanderer und Reisende. 7. Auflage, Bamberg 1853, S. 608, bezeichnete es als das wichtigste in Norddeutschland, mit ausführlicher Würdigung Er vermittelte kostengünstige Auswanderungen nach Übersee und stand in engen geschäftlichen Beziehungen zu Schifffahrtsgesellschaften wie Hapag und Austria.Nils Grosch, Sabine Zinn-Thomas (Hrsg.), Fremdheit – Migration – Musik, Waxmann, Münster 2010, S. 290; nach Claudia Taszus, Froebel, Günther, in Felicitas Marwinski (Hrsg.), Thüringer Biographisches Lexikon, 3, 2006, S. 97–101 In dieser Zeit verließ etwa jeder zehnte Bewohner das Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, ähnliche Massenauswanderungen gab es auch in anderen deutschen Fürstentümern.
Günther Froebel gab weitere Zeitschriften wie Isis, sowie einige Handbücher heraus und verlegte und druckte zahlreiche weitere Werke in seiner Hofbuchdruckerei.Hilmar Schmuck, Willi Gorzny (Bearb.): Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1700–1910. Band 42 Frie–Ful. K. G. Saur, München 1981, S. 269; mit einigen Veröffentlichungen von Günther Froebel; siehe auch Börsenblatt digital, Volltextsuche, nach Froebel Rudolstadt bis 1878 Herzogl. Sachsen-Coburgisches Regierungs- und Intelligenzblatt, 53, vom 31. December 1836, S. 753, mit regierungsamtlicher Empfehlung seiner Zeitschrift für landwirthschaftliche und Erwerbvereine in Thüringen Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe Emilie, geborene Graef Holland diese 1880 an A. Mitzlaff.
Literatur
Claudia Taszus: Günther Fröbel (1811–1878). Hofbuchdruckereinbesitzer, Verleger und Auswanderungsagent in Rudolstadt. Eine biographische Skizze anläßlich seines 125. Todestages. In: Blätter der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte, 7. 2003. S. 33–108.
Weblinks
Zeitschriften und Almanache in Rudolstadt 1823–1878 Zeitschriftendatenbank, mit einigen Publikationen der Hofbuchdruckerei Froebel
Einzelnachweise
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