Bei der Maison des Têtes in Metz handelt es sich um ein Gebäude im Stil der Renaissance, in der Straße En Fournirue im Zentrum der Stadt. Das Gebäude ist besonders durch die fünf Köpfe an seiner straßenseitigen Fassade bekannt, die ihm den Namen gegeben haben.

Geschichtlicher Hintergrund Die Bürgerschaft von Metz bereicherte sich im 13. und 14. Jahrhundert. Während der Renaissance ließ sie neue Gebäude errichten gegenüber der mittelalterlichen Patrizierhäuser, um ihren Erfolg zu demonstrieren. Die Maison des Têtes entstand in genau dieser prosperierenden Zeit, genau genommen im Jahr 1529. Das Datum ist noch heute an einer Stange unterhalb eine

Die Maison des Têtes wurde am 3. Oktober 1929 in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen.

Architektur und Baustruktur

Das Gebäude wurden für den reichen Goldschmied Jean Aubry errichtet. Sein Schwiegervater könnte heute als Ahnherr der lothringischen Archäologie betrachtet werden.

Es befinden sich fünf Köpfe der Steinfassade, drei Männer und drei Frauen, deren Identität heute nicht mehr bekannt ist. Möglicherweise handelt es sich um berühmte Metzerinnen und Metzer aus dieser Zeit. Die Köpfe am Gebäude selbst sind Kopien, vier der Originale sind im Musée de Metz ausgestaltet, wo sie vor äußeren Einflüsse geschützt sind. Der fünfte Kopf befindet sich im Museum of Fine Arts in Boston. Das Treppentürmchen und das Tympanon sind reich verziert. Darunter befindet sich auch die Darstellung eines Löwen.

Als Aubry und Boissard das Fundament für das Gebäude ausgruben, wurden vorort im selben Jahre mehrere bedeutende römische und gallische Altertümer auf der Baustelle gefunden. Die Funde zeugten von den wichtigen antiken Bedeutung der gallorömischen Siedlung Divodurum als Hauptort Mediomatriker, der sich am Handelsweg zwischen Reims und Straßburg befand. Von dessen Befestigungsanlage ist auch die Porte Seille erhalten, durch das die Handelsstraße nach Metz hineinführte. Bei den Funden handelte es sich um diverse Büsten und Statuen, Stelen, Bodenfliesen und kostbare Mosaikpflaster, die an diese Zeit erinnern.

Einige dieser Funde wurden seinerzeit im Innenhof des Gebäudes ausgestellt, sodass man sich dort einen persönlichen Eindruck verschaffen konnte. Drei Jahrhunderte später schenkte einer ihrer Nachfolger, Monsieur Laporte, im Jahr 1843 der Stadtbibliothek einige der Funde, mit Ausnahme eines prächtigen gallo-römischen Basreliefs aus Stein, das Wilde im Kampf mit Löwen darstellt und mit dem der Goldschmied das Giebelfeld über dem Eingang seines Stadtpalais schmückte. Die oberen Stockwerke sind noch immer jenen der Stadthäuser des 12. und 14. Jahrhunderts ähnlich.

Trivia Die Fassade der Maison de Têtes wurde bei den Bauarbeiten am Centre Saint-Jacques restauriert und aufgewertet. Die originalen Skulpturen wurden dabei entfernt und durch Repliken ersetzt, sie befinden sich nun im Musée de la Cour d'Or.

Einzelnachweise

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