Ełdyty Wielkie () ist ein Dorf im Powiat Lidzbarski (Kreis Heilsberg) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es ist der Verwaltungseinheit Gmina Lubomino (Landgemeinde Arnsdorf) zugeordnet.
Geographische Lage Das Dorf liegt im ehemaligen Ostpreußen, in Ermland, etwa dreißig Kilometer südwestlich der Stadt Lidzbark Warmiński (Heilsberg) und sechs Kilometer östlich der Kleinstadt Miłakowo (Liebstadt). mini|Staustufe beim mit Wasserkraft betriebenen kleinen Elektrizitätswerk des Dorfs Geschichte Ortsgeschichte In der Handfeste vom 10. Juli 1289 verschrieb Heinrich I. Fleming, Bischof von Ermland, dem Lokator Conrad Wendepfaffe 110 Hufen auf dem altpreußischen Feld Eldithen zu kulmischem Recht.Monumenta Historiæ Warmiensis oder Quellensammlung zur Geschichte Ermlands, Band 1, Mainz 1860, Kapitel Diplomata, S. 136–137, No. 79 (Google Books).Max Perlbach: Preussische Regesten bis zum Ausgange des dreizehnten Jahrhunderts, Königsberg i. Pr. 1876, S. 281 (Google Books).Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 4: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Ermland. Königsberg 1894, S. 72–73 (Google Books). Aus der Amtszeit des Bischofs sind 37 solche von ihm ausgestellte Handfesten vorhanden.Victor Röhrich: Die Kolonisation des Ermlandes, Erstes Kapitel: Die Gründung des Fürstbistums; Ansiedlungsversuche der Ordensritter und des Bischofs Anselmus, in: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Band 12, Braunsberg 1899, S. 601–724, insbesondere S. 637 (Google Books). Die überdurchschnittlich große Anzahl der verschriebenen Hufen legt die Vermutung nahe, dass zwischen dem Bischof und Wendepfaffe ein Verwandtschaftsverhältnis bestanden hatte.
Eine autochthone altpreußische Familie namens Podeluche benannte sich später nach dem Hauptgut Elditten; 1429 und 1436 kommt ein Johann Podeluche von Elditten vor, während der wirkliche Besitzer des Gutes sich damals Nicolaus von Elditten nannte.George Adalbert von Mülverstedt: Die Namen Ermeland und Warmien. – Die Heidenburgen des Bartergaues. Heinrich von Sorbaum, Bischof von Ermeland (Schluß). In: Neue Preußische Provinzial-Blätter, andere Folge, Band 57, Königsberg 1857, S. 283–296, insbesondere S. 290–293 (Google Books).
Im 18. Jahrhundert gehörte das adlige Kirchdorf Elditten zum Amt Wormditt.Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preussen, Gotha 1858, S. 299 (Google Books).Augustin Kolberg: Die Verfassung Ermlands beim Uebergang unter die preußische Herrschaft i. J. 1772, in: Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Ermland, Band 10, Braunsberg 1894, S. 1–144, insbesondere S. 132 (Google Books) 1785 wird es als ein adliges Gut mit einer Kirche, einer Wassermühle, einer Windmühle und dreißig Feuerstellen (Haushaltungen) beschrieben.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, Anhang Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 44 (Google Books).
Im Jahr 1747 war Theodor von Hatten, Hauptmann auf Braunsberg, Erbherr auf Elditten, Grünheid und Kläkendorff.Jacob Aloys Lilienthal: Die Hexenprozesse der beiden Städte Braunsberg, nach den Criminalacten des Braunsberger Archivs bearbeitet (Fortsetzung), in: Neue Preußische Provinzial-Blätter, Band 3, Königsberg 1859, S. 364–378, insbesondere S. 377 (Google Books). Besitzer des Guts Elditten war im Jahr 1841 der Landschaftsrats v. Strachowski, ein Verwandter des 1841 ermordeten ermländischen Bischofs Andreas Stanislaus von Hatten.Anton Hungari: Katholischer Anekdoten-Schatz zur Unterhaltung und Belehrung aller Stände, Band 3, Sauerländer, Frankfurt am Main 1856, S. 176–181, insbesondere S. 180 (Google Books).
Im Jahre 1874 wurde Elditten ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Heilsberg, zu dem neun, später noch sieben Dörfer gehörten.Rolf Jehke: Amtsbezirk Elditten
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Elditten eine Flächengröße von 899 ha, 89 ar und 99 m², und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 305 Einwohner. Der Gutsbezirks Elditten wurde am 30. September 1928 in eine Landgemeinde gleichen Namens umgewandelt.Amtsbezirk Elditten (Territorial.de)
Im Jahr 1945 gehörte die Landgemeinde Elditten zum Landkreis Heilsberg im Regierungsbezirk Königsberg.
Im Zweiten Weltkrieg eroberte die Rote Armee von Januar bis März 1945 das Kreisgebiet. Im Mai 1945 unterstellte sie es der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Diesen polonisierte den Ortsnamen zu ‚Ełdyty Wielkie‘ und unterzog die Einwohner einer „Verizifierung“, die für die meisten die Vertreibung zur Folge hatte. An ihrer Stelle wurden systematisch Polen angesiedelt, die ihrerseits zu einem großen Teil Vertriebene aus Ostpolen waren.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen1782 – adliges Gut mit einer Kirche, Wassermühle, Windmühle und dreißig Feuerstellen (Haushaltungen)Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, Anhang Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 44 (Google Books).1816 133 Dorf und GutAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 324, Ziffer 686 (Google Books).1858 323 Rittergut und adliges Dorf, darunter 39 Evangelische und 284 KatholikenAdolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 110, Ziffer 24 (Google Books).1864 404 am 3. Dezember, davon 179 im Gutsbezirk Elditten und 125 im Gemeindebezirk Klein EldittenPreußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg. Berlin 1966, 8. Kreis Heilsberg, S. 2–9, Ziffer 21–22 (Google Books).1867 328 am 3. Dezember, LandgemeindeKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 112–113, Ziffer 19 (Google Books).1871 360 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 69 Evangelische, 290 Katholiken und eine jüdische Person1885 308 am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon 26 Evangelische und 282 KatholikenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888, S. 132–133, Ziffer 118 (Google Books).1910 284 am 1. DezemberElditten, Rittergut, Kreis Heilsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Elditten (meyersgaz.org).1925 305 am 16. JuniKurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 372, 6. Kreis Heilsberg, Ziffer 3 (Google Books).1933 294 1939 248
Amtsbezirk Elditten (1874–1945) Zum Amtsbezirk Elditten im Kreis Heilberg gehörten: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Adlig Hohenfeldab 1879: Hohenfeld Wysokie Adlig Schwenkitten mit Klein Schwenkitten ŚwiękityŚwiękitki 1928 in die Landgemeinde Schwenkitten eingegliedert Elditten Ełdyty Wielkie Kalkstein Wapnik Kleinenfeld Klony Königlich Albrechtsdorfab 1919: Albrechtsdorf Wojciechowo Königlich Schwenkittenab 1919: Schwenkitten Świękity Lemitten Limity 1928 nach Albrechtsdorf eingemeindet Voigtsdorf Wójtowo
Kirche
Die römisch-katholische Dorfkirche, die dem hl. Martin geweiht ist, hat ein hohes Alter und ein Mauerwerk, das zum Teil noch aus Natursteinen besteht, zwischen die Zwicksteine eingefügt sind. Der Eingang befindet sich wie bei der Kirche von Schalmey auf der Südseite. 1345 wird ein Pfarrer Albertus erwähnt. Die Kirche stand früher unter dem Patronat des Gutsherrn.
Das Kirchengebäude, das zuvor der katholischen Pfarrgemeinde Elditten als Gotteshaus gedient hatte, wurde 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.
Persönlichkeiten Kasimir von Hatten (* 23. Juli 1814; † 28. Mai 1888 in Elditten),Paul Anhuth: Die Familie von Strachowski, in: Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Band 15, Braunsberg 1905, S. 776–779, insbesondere S. 779 (Google Books). Gutsbesitzer auf Elditten, Mitglied des Preußischen Herrenhauses (1854–1888) Dietrich Borm (1928–2018), deutscher Chirurg
Literatur Elditten, Rittergut, Kreis Heilsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Elditten (meyersgaz.org). Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 4: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Ermland. Königsberg 1894, S. 72–73 (Google Books).
Weblinks
Amtsbezirk Elditten (Territorial.de)
Einzelnachweise
Kategorie:Gmina Lubomino Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren