mini|hochkant|Stammwappen derer von Loën Loën (auch Loon, Loen, Lohn, Lon o. ä.) ist der Name eines aus dem Herzogtum Geldern stammenden Uradelsgeschlechts, das später im preußischen Westfalen und in Anhalt ansässig war.

Die Familie ist zu unterscheiden von den münsterländischen Edelherren von Lohn und dem Adelsgeschlecht Loën aus dem westfälischen Iserlohn.

Geschichte Das Geschlecht stammt aus dem Gelderland, wo die Familie urkundlich erstmals 1389 mit Theis von Loën auftritt und zu Seevenheim und Cranenburg saß.Siebmacher (1806), Tfl. 25. Goddart von Loën verließ in Folge der Religionsstreitigkeiten Anfang des 17. Jahrhunderts die Niederlande und siedelte nach Köln über. Von diesem stammt Jost von Loën, der mit Diplom vom 28. März 1635 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Jost von Loën war mit Anna Lumen de la Mark vermählt. Aus der Ehe entspross Freiherr Johann von Loën, der Anna von Jordan heiratete. Von den zwei Söhnen setzte der Ältere, Michael von Loën, Kaufmann, verheiratet mit Maria von Passavant, den Stamm fort.Kneschke (1865) S. 609.

mini|hochkant|Johann Michael von Loën (1694–1776) Ihr Sohn, der in Frankfurt geborene Johann Michael von Loën (1694–1776), war königlich-preußischer Wirklicher Geheimrat, Schriftsteller, Gelehrter und Staatsmann. Ab 1752 war er Regierungspräsident der Grafschaft Lingen und der Grafschaft Tecklenburg. Aus seiner Ehe mit Maria Lindheimer (1702–1776), Schwester von Johann Wolfgang von Goethes Großmutter Textor, hatte er sieben Kinder, von denen die Brüder Johann Wolfgang von Loën (1732–1783) und Johann Justus von Loën (1737–1803) zwei Familienlinien begründeten:

Erste Linie von Johann Wolfgang von Loën:

Zweite Linie von Johann Justus von Loën:

Wappen Blasonierung des adeligen Stammwappens: Quadriert. Felder 1 und 4 Hermelin ohne Bild, Felder 2 und 3 in Gold eine rote Rose. Auf dem rot-golden bewulsteten (oder gekrönten) Helm mit rot-goldenen Helmdecken fünf goldene Straußenfedern, belegt mit einer roten Rose.Blažek (1894), S. 95. Blasonierung des Freiherrenwappens I.: Quadriert. Feld 1 Hermelin ohne Bild, Feld 2 in Rot pfahlweise drei goldene Ähren nebeneinander, Feld 3 in Rot eine goldene Rose, Feld 4 in Gold drei (2:1) rote Kugeln. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken drei (1:2) rote Kugeln zwischen zwei schrägauswärts gestellten goldenen Ähren.Blažek (1894), S. 95. Blasonierung des Freiherrenwappens II.: Quadriert. Feld 1 in Rot eine goldene Rose, Feld 2 in Hermelin zwei rote Balken, Feld 3 in Gold drei (2:1) rote Kugeln, Feld 4 in Rot drei goldene Ähren. Kleinod und Decken wie das Freiherrenwappen I.Blažek (1894), S. 95. Blasonierung des Freiherrenwappens III.: Schild und Helm I. wie Freiherrenwappen I. Auf dem rot-golden bewulsteten Helm II. drei rote Straußenfedern belegt mit einer goldenen Rose.Blažek (1894), S. 95.

Literatur Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 8. Abt., T. 3: Der abgestorbene Adel der Preußischen Provinz Schlesien, 3. Teil, Nürnberg 1894, S. 95 (uni-goettingen.de) und Tfl. 59 f. (uni-goettingen.de). Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 7. Abt.: Der Adel des Herzogthums Anhalt, Nürnberg 1869, S. 4 f. (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 5 (digitale-sammlungen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 5: Kalb–Loewenthal, Leipzig 1864, S. 609 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 48 (Loën, Lohn III.) (digitale-sammlungen.de). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 1. Abt., Bd. 2: Der Preußische Adel: Freiherren und Grafen. Nachträge und Verbesserungen, Nürnberg 1906, S. 14 (uni-goettingen.de) und Tfl. 10 (uni-goettingen.de). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 12tes Supplement, Nürnberg 1806, Tfl. 25 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 83 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 198 (uni-duesseldorf.de). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 55. Jg., Gotha 1905, S. 460–462 (Google Bücher).

Einzelnachweise

Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht Kategorie:Niederländisches Adelsgeschlecht