mini|Bergfried (Fröhlichsturm) der Ruine Fröhlichsburg in Mals mini|Ehemalige Kathedrale von Uzès mit romanischem Glockenturm mini|Totenleuchte von Culhat, Frankreich mini|Marine-Wasserturm des Roten Schlosses der Marine in Flensburg-Mürwik mini|Moderner Rundturm als gestalterisches bzw. historisierendes Element bei der Kurt-Schumacher-Kaserne in Hannover

Ein Rundturm ist ein Turm mit rundem Grundriss. Er kann freistehend oder Teil eines größeren Baukomplexes sein. Die Runde Form kann sowohl aus ästhetischen als auch aus funktionellen Gründen gewählt worden sein.

Typen von Rundtürmen Je nach ihrer Nutzung werden verschiedene Typen von Rundtürmen unterschieden:

Wehrtürme Bei Befestigungsanlagen (Burgen, Stadtmauern) wurden eckige Türme mit dem Aufkommen der Kanonen von den Rundtürmen mehr und mehr verdrängt, da letztere von seitlich auftreffenden Kanonenkugeln weniger stark beschädigt wurden. Häufig wurden Donjons oder Bergfriede auf Burgen als Rundtürme errichtet. Üblicherweise dienten sie als Wehranlage und Rückzugsort der Burgbesatzung im Falle einer Belagerung; in manchen Burgen waren sie aber auch Wohnstätte des Burgherrn (Wohnturm) – Beispiele sind die Burg Bonaguil und die Burg Coucy in Frankreich oder Bothwell Castle in Großbritannien.Chris Gravett: Atlas der Burgen. Tosaverlag, Wien 2001, ISBN 3-85492-470-4, S. 28 und 53. Rundtürme wurden auch bei Stadtbefestigungen und Ringmauern verwendet. Sie stellten Eckpunkte der Verteidigung dar oder schützten neuralgische Punkte wie etwa das Tor. Zu diesem Zweck waren sie oft mit Wehrgängen und Wehrerkern ausgestattet.

Treppentürme Die meisten mittelalterlichen Treppen waren Wendeltreppen, die in runden Treppentürmen an Kirchen und Burgen bzw. Schlössern bestens unterzubringen waren.

Kirchtürme, Glockentürme In Mittel- und Nordeuropa waren mittelalterliche runde Kirchtürme – mit Ausnahme von Irland – selten; in Südeuropa sind sie ab und an zu finden, wenngleich auch hier Türme mit eckigem Grundriss überwiegen. Querhaustürme der Abteikirche von Maria Laach Glockenturm von Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna Glockenturm von Sant’Apollinare in Classe, Ravenna Schiefer Turm von Pisa, Toskana St-Théodorit d’Uzès, Languedoc Ars (Les Valls de Valira), Katalonien

Minarette Die meisten Minarette und Türme der islamischen Welt haben einen runden Grundriss; Ausnahmen bilden lediglich die sich am Pharos von Alexandria orientierenden Minarette des Maghreb sowie einige wenige gezackte Minarette im persisch-afghanischen Raum. Den oberen Abschluss bildet oft ein pavillonartiger Aufsatz (Laterne), der im indischen Kulturkreis als chhatri bezeichnet wird. Bedeutende Beispiele sind das Minarett von Dscham, das Qutb Minar in Delhi oder das Hiran Minar in Fatehpur Sikri. Eine weitere Ausnahme bilden pagodenförmige Minarette wie dasjenige der Moschee zu Xi’an.

Totenleuchten Die meisten Totenleuchten im Westen Frankreichs wurden als mehr oder weniger große Rundtürme errichtet.

Leuchttürme Ein Großteil der neuzeitlichen Leuchttürme sind Rundtürme, da der Treppenaufgang im Innern meist als Wendeltreppe konzipiert wurde. Im vorindustriellen Zeitraum waren sie meist gemauert, oftmals als Achteck oder in quadratischer Gebäudeform mit aufgesetzter runder Laterne. Alter Leuchtturm Wangerooge, diente auf der Insel der Ansteuerung der Außenjade und der Außenweser, (Deutschland), 1856 California-Leuchtturm, auch als Faro Blanco auf der nordwestlichsten Spitze von Aruba gelegen, (Aruba), 1916

Wassertürme Wassertürme können eine unterschiedliche Form haben. Die Rundform kommt jedoch häufig vor.

Weitere Beispiele Runder Turm, Andernach Rundetårn, Kopenhagen Druselturm, Kassel Döhrener Turm und Wartturm auf dem Lindener Berg, Hannover

Siehe auch Rundturm (Irland) Rundturmkirche Atalaya (Wachturm) Taubenhäuser

Literatur Hermann Thiersch: Pharos: Antike, Islam und Occident; ein Beitrag zur Architekturgeschichte. Leipzig, Berlin 1909. Chris Gravett: Atlas der Burgen. Tosaverlag, Wien 2001, ISBN 3-85492-470-4.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bauform (Turm) Kategorie:Teil einer Burg Kategorie:Teil einer Befestigungsanlage