miniatur|hochkant|Das Banpo-Museum

Das Dorf Banpo war eine Siedlung während der früheren Phase der jungsteinzeitlichen Yangshao-Kultur in der Zeit von 4800 bis 3600 v. Chr. Es liegt im heutigen Stadtbezirk Baqiao der chinesischen Stadt Xi’an. Heute ist es eine wichtige archäologische Fundstätte, die intensiv erforscht wurde. Ihr ist ein bedeutendes Museum angeschlossen.

Banpo wurde 1953 von Shi Xingbang entdeckt und zuerst in fünf Grabungskampagnen von 1954 bis 1957 näher erforscht. Die Siedlung umfasste eine Fläche von ca. 6 Hektar. Das gut erhaltene Zentrum dieses Dorfs befindet sich 800 m vom Flussbett entfernt auf einer Lössterrasse am Ostufer des Chishui.

In der Jungsteinzeit haben etwa 500 bis 600 Menschen im Dorf Banpo gelebt. Es wurden die Überreste von 46 runden oder rechteckigen Häusern gefunden, die über flachen Gruben errichtet wurden. Das Dorf war in drei Bereiche unterteilt, nämlich einen Wohnbereich, einen im Norden gelegenen Friedhof und einen im Ostsektor befindlichen Bereich für Keramikwerkstätten und Brennöfen. Im Mittelpunkt des Wohnbezirks stand ein wahrscheinlich von allen Einwohnern der Niederlassung genutztes größeres Gemeinschaftsgebäude, das eine Fläche von etwa 160 Quadratmeter aufwies. Die Wohnhäuser konnten von Süden her über eine leicht abschüssige Rampe betreten werden und waren nach Clan- bzw. Familienangehörigkeit angeordnet. Die Wände der Häuser wurden aus mit Stroh durchsetztem Lehm und Geflecht aus Zweigen errichtet. Die Häuser waren zwischen 3 und 5 Meter groß, die Feuerstellen befanden sich in den Häusern. Auch eine große Anzahl an Vorratsgruben wurde gefunden. Das Dorf war mit einem bis 8 m breiten und 5 bis 6 m tiefen Verteidigungsgraben geschützt.

mini|Rekonstruiertes Diorama eines Yangshao-Dorfes, Archäologisches Museum Banpo Im Sozialgefüge Banpos scheint es keine strikte Rangordnung gegeben zu haben. Aufgefundene Tierskelette, aus Stein und Knochen hergestellte Waffen und Geräte, Überreste von Getreide und andere Spuren lassen darauf schließen, dass die Bewohner vor allem Ackerbau und Viehzucht betrieben und sich auch von auf der Jagd erbeutetem Wild ernährten. In erster Linie bauten sie Hirse an; und als domestizierte Tiere hielten sie meist Schafe und Hunde. Es wurden bereits zu dieser Zeit Pflanzenfasern und Tierhaare zu Webfäden versponnen und auch Webstätten wurden gefunden. Keramikgefäße weisen geometrische Muster, einfache Schriftzeichen, aber auch künstlerische Abbildungen von menschlichen Gesichtern und Tieren wie Fischen und Hirschen auf.

Die Banpo-Stätte (Banpo yizhi 半坡遗址) steht seit 1961 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (1-139).

Literatur Zhongguo kexueyuan Kaogu yanjiusuo, Banpo bowuguan (Archäologisches Institut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und das Banpo-Museum) [Hg.]: Xi’an Banpo (Die Banpo-Siedlung bei Xi’an), Peking: Wenwu chubanshe, 1963.

Weblinks

Banpo Museum in Xi’an Banpo painted pottery (englisch)

Einzelnachweise Roger Goepper: Das alte China. Geschichte und Kultur des Reiches der Mitte, C. Bertelsmann Verlag, München 1988, ISBN 3-570-06749-1, S. 32.

Kategorie:Xi’an Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Shaanxi Kategorie:Jungsteinzeitliche Siedlung Kategorie:Nationales Kulturdenkmal der Volksrepublik China Kategorie:Jungsteinzeitlicher Fundplatz in China