Der Gernebach ist ein etwas über 4 Kilometer langer und linker Zufluss der Lippe westlich des Dorfes Ahsen im Kreis Recklinghausen. Er ist namengebend für das Naturschutzgebiet Gernebachtal.

Verlauf Der Gernebach entspringt in der Haard, etwa 1 km westlich des Jammertals, und bildet ein anfangs schmales Tal.Heinz Müller: Die Halterner Talung (= Westfälische geographische Studien, Band 3). Geographisches Institut der Universität, Münster 1950, S. 16. Er verläuft in nordöstlicher Richtung. Den Wesel-Datteln-Kanal unterquert der Gernebach in einem Düker. Nach rund 5 km mündet er bei der Bauerschaft Ostleven in die Lippe. Vor seiner Mündung trieb er in Leven eine – nicht mehr bestehende – Wassermühle an.Hermann Grochtmann: Wassermühlen im Kirchspiel Datteln. In: Vestischer Kalender, Jg. 28 (1956), S. 99–102, hier S. 102.

Geschichte Von 1903 bis 1910 ließ der Freiherr von Twickel am Mittellauf des Gernebaches die ausgedehnten, 70 ha großen „Ahsener Fischteiche“ anlegen,Klaus Nigge: Nährstoffarme Feuchtgebiete im Südwesten der Westfälischen Bucht. Vegetation und Naturschutzsituation. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Provinzial-Museum für Naturkunde, Jg. 50 (1988), Heft 2, S. 3–90, hier S. 19. die in denen er vor allem Karpfen züchten ließ.August Kreuz: Fischteiche in der Landwirtschaft deren Bau und Bewirtschaftung nebst einer Anweisung für die Aufstellung von Entwürfen zu Fischteichanlagen mit extensivem Betriebe. Münster 1901, S. 58. Dazu kaufte er das Gernebachtal auf einer Länge von 2,5 km auf.August Kreuz: Fischzucht und Teichgut zu Ahsen. Verlag G. Neumann, Neudamm 1905.

Infolge des Grundwasserentzuges zunächst durch eine nahegelegene Sandgrube und die folgende Grundwasserentnahme durch die Schachtanlage An der Haard 1 verringerte sich die Quellschüttung, die 30 Liter/Sekunde betragen hatte, seit den 1960er Jahren stetig,Klaus Nigge: Nährstoffarme Feuchtgebiete im Südwesten der Westfälischen Bucht. Vegetation und Naturschutzsituation. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Provinzial-Museum für Naturkunde, Jg. 50 (1988), Heft 2, S. 3–90, hier S. 20. sodass seit den 1980er Jahren Teile des Bachbettes immer wieder trockenfallen und das Wasser dort nur noch unterirdisch fließt. Die Ahsener Fischteiche – zeitweise waren bis zu 72 Teiche bewirtschaftet worden – mussten daraufhin Anfang der 1980er Jahre aufgegeben werden.

Literatur Klaus Nigge: Nährstoffarme Feuchtgebiete im Südwesten der Westfälischen Bucht. Vegetation und Naturschutzsituation. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Provinzial-Museum für Naturkunde, Jg. 50 (1988), Heft 2, S. 3–90, hier S. 19–24: Gernebachtal.

Fußnoten

Kategorie:Fluss im Ruhrgebiet Kategorie:Gewässer im Kreis Recklinghausen