Neufang (oberfränkisch: Eufing bzw. AifingE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach. S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „eufing“ bzw. „aifing“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Wirsberg im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Neufang hat eine Fläche von 10,196 km². Sie ist in 933 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10928,13 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Adlerhütte (goldene), Birkenhof, Cottenau, Einöde, Osserich, Schlackenmühle und Weißenbach.

Geografie Das Waldhufen-ReihendorfO. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 451. liegt auf einem Höhenrücken der zu den südlichen Ausläufern des Frankenwaldes zählt. Es ist von Acker- und Grünland umgeben, östlich des Ortes fließt der Hofbach, der eine Kette von Weihern speist und ein rechter Zufluss der Koser ist. Die Kreisstraße KU 20 führt nach Birkenhof (1,2 km nordwestlich) bzw. nach Wirsberg zur Bundesstraße 303 (2 km südlich). Auf dem Weg nach Wirsberg steht eine Baumreihe von 23 Eichen und einer Rotbuche, die als Naturdenkmal ausgezeichnet sind.

Geschichte Der Ort wurde 1398 erstmals urkundlich erwähnt. Lehnsherren waren ursprünglich die Burggrafen von Nürnberg, in deren Rechtsnachfolge die Markgrafen Brandenburg-Kulmbach. Die umgangssprachliche Form legt nahe, dass der Ort ursprünglich „Einfang“ hieß und die Umdeutung auf „Neu-“ sekundär ist. Mit Einfang wurde umfasstes Land bezeichnet.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 118.

Neufang bildete mit Birkenhof eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Neufang aus 21 bewohnten Anwesen (1 Hof, 9 Halbhöfe, 3 Viertelhöfe, 1 Söldengut, 5 Sölden, darunter eine mit Zapfenschankgerechtigkeit, 2 Tropfhäuslein) und einem öden Gütlein. Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Vogteiamt Wirsberg aus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 623.

Von 1797 bis 1810 unterstand Neufang dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. 1810 kam der Ort zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Wirsberg zugewiesen. Ein Jahr später wurde der Steuerdistrikt Neufang gebildet. Zu diesem gehörten Adlerhütte (goldene), Birkenhof, Cottenau, Einöde, Osserich, Schlackenmühle und Weißenbach. Zugleich entstand die Gemeinde Neufang, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). Ab 1862 gehörte Neufang zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 768. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,205 km². Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Neufang im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Wirsberg eingegliedert.

Baudenkmal Haus Nr. 3: Austragshaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Neufang Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 519 706 658 641 666 645 622 619 625 640 591 563 549 512 516 513 524 518 471 618 597 531 461 418HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 90 90 88 89 92 91 90 90 Quelle

Ort Neufang Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 178 149 173 166 179 166 149 181 135 117 100Häuser 22 27 29 26 26 25 27Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Neufang ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannis (Wirsberg) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Wirsberg) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Reihendorf Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach