U-Turn – Kein Weg zurück (auch U-Turn – Tödliche Wendung) ist ein Psychothriller nach John Ridleys Roman Stray Dogs ( für ‚herumstreunende Hunde‘). Der Film erschien 1997 und wurde als Modernisierung des Film noir rezipiert, Regisseur Oliver Stone sprach von einem „komödiantischen Film noir“.

Handlung Der Kleinganove Bobby Cooper ist auf dem Weg nach Las Vegas, wo er endlich seine Spielschulden zurückzahlen möchte – damit er nicht noch weitere Finger durch eine Geflügelschere der rüden Geldeintreiber auf seiner Fährte verliert.

Als an seinem Ford Mustang der Kühlerschlauch platzt, findet er eine heruntergekommene Werkstatt in dem verschlafenen Wüstenort Superior, Arizona. Deren Betreiber ist jedoch alles andere als erfreut, sich überhaupt mit der hereingeschneiten Kundschaft abgeben zu müssen, und hält Cooper mit vagen Versprechungen stundenlang hin.

Bei seinem Zwangsaufenthalt macht Bobby schon bald die folgenschwere Bekanntschaft der schönen und lasziven Grace und ihres eifersüchtigen Ehemanns Jake. Von Jake wird der auf ein Schäferstündchen hoffende Bobby zuerst einmal niedergeschlagen und erhält nur wenig später das überraschende Angebot, Grace umzubringen. Aber auch Grace fordert den Durchreisenden auf, dem Leben ihres Ehepartners ein Ende zu setzen. Bobby, dem inzwischen auch noch sein gesamtes Geld durch einen Raubüberfall abhandengekommen ist, muss nun eine Entscheidung treffen.

Bobby entscheidet sich für Grace – er tötet Jake und flieht zusammen mit der Femme fatale aus Superior. Unterwegs werden sie von Sheriff Potter gestoppt: Es stellt sich heraus, dass dieser ein Verhältnis mit Grace hat und ebenfalls mit ihr und Jakes Geld auf und davon möchte. Kurzerhand wird auch er getötet. Als die beiden Jakes und Potters Leichen in einem Canyon entsorgen, wendet sich Grace allerdings gegen Bobby. Sie stößt ihn in den Abgrund, jedoch ohne zu wissen, dass er wohlweislich die Autoschlüssel an sich genommen hat. Sie steigt zu ihm hinab und stellt fest, dass Bobby nicht nur schwer verwundet ist, sondern auch vor Wut schäumt. Beim Kampf um die Autoschlüssel wird Grace von Bobby erwürgt, während sie ihm im Todeskampf in die Hüfte schießt. Mit letzter Kraft kann er danach wieder aus dem Abgrund zum Auto klettern. Als er endlich den Zündschlüssel dreht, platzt auch der von Mechaniker Darrell eingebaute „neue“ Kühlerschlauch. Bobby versucht gar nicht mehr erst, mit dem nun ungekühlten Motor loszufahren, und sackt unter Ausstoßung des Seufzers „Arizona“ resignierend mit seinem Kopf über die Rückenlehne des Fahrersitzes. Es ertönt dann wieder die Filmmusik, mit der der Film eröffnet wurde, „It’s a Good Day (for Paying Your Bills)“ von Peggy Lee.

Rezeption

1998 gewann der Film einen First Americans in the Arts (FAITA) Award in der Kategorie herausragende Leistung als Nebendarstellerin für Sheri Foster. Im selben Jahr erhielt der Film zwei Nominierungen für die Goldene Himbeere: Für den schlechtesten Regisseur und den schlechtesten Nebendarsteller (Jon Voight als blinder Halbindianer).Nominierungen und Auszeichnungen für U-Turn

Hintergrund

Der Film enthält deutliche Parallelen zu dem vier Jahre früher gedrehten Red Rock West. Das Dorf Superior in Arizona existiert tatsächlich und war auch der Drehort für God’s Army – Die letzte Schlacht (1995). Für seine Rolle nahm Billy Bob Thornton 25 Kilogramm zu. Die Kinderfotos von Grace McKenna, die man in Rückblenden gegen Filmende sieht, zeigen Jennifer Lopez als Kind. Der Film wurde nach Angaben der New York Times in 42 Tagen mit einem Budget von 20 Mio. Dollar gedreht.

Literatur Valeska Engel, Frank Strebel, Jennifer Lopez, Wilhelm Heyne Verlag, München 2001, ISBN 3-453-19095-5, S. 152–168, 297

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1997 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Französischer Film Kategorie:Thriller Kategorie:Filmdrama Kategorie:Neo-Noir Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Schwarze Komödie Kategorie:Oliver Stone