mini|Wasserturm Flensburg-Mürwik mini|Grindelhochhäuser in Hamburg mini|hochkant|links|Grabstätte auf dem Nienstedtener Friedhof mini|Heinrich-Hertz-Turm mini|S- und U-Bahn-Station Landungsbrücken Fritz Gustav Trautwein (* 19. März 1911Trautwein, Fritz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1258. in Charlottenburg; † 4. April 1993 in Hamburg) war ein deutscher Architekt.
Leben Fritz Trautwein, Sohn des Arztes Eduard Trautwein und dessen Ehefrau, einer geborenen Schor, wurde in Charlottenburg bei Berlin geboren. Von 1930 bis 1936 studierte er an der Technischen Hochschule Charlottenburg. In den Jahren 1936–1942 übernahm er Bauleitungen für das Wehrkreiskommando in Hamburg und die Heeresbauämter Bremen und Wien. 1942 heiratete er Gisela Heinemann. Im selben Jahr fand wegen seiner angeborenen Behinderung am Arm ein Prozess vor dem Erbgesundheitsgericht München statt, den Trautwein gewann. Von 1943 bis 1945 war Trautwein Mitarbeiter bei Egon Eiermann in Berlin. Bekannt wurde er als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Grindelhochhäuser in Hamburg 1946–1956. Von 1956 bis 1973 war er als Dozent an der Hochschule für bildende Künste Hamburg tätig.
Fritz Trautwein war einer der wichtigsten Hamburger Architekten der Nachkriegszeit, der den Wiederaufbau der Stadt Hamburg entscheidend geprägt hat. Trautwein gehörte zur "Gruppe der Grindelberg-Architekten", die die Grindelhochhäuser entwarfen. Der Fernsehturm (Heinrich-Hertz-Turm), ebenfalls ein Projekt Trautweins, ist eine wichtige Landmarke im Hamburger Stadtbild geblieben. Hamburger kommen vor allem mit den U-Bahn-Bauten Trautweins in Berührung, die Stationen Jungfernstieg und Landungsbrücken gelten als besonders gelungene U-Bahn-Bauten ihrer Zeit. Ebenfalls beeindruckend ist der aus Beton im plastischen Stil gefertigte Wasserturm Flensburg-Mürwik.
Fritz Trautwein wurde auf dem Friedhof Nienstedten beigesetzt.
Bauten (Auswahl) 1946–1956 Grindelhochhäuser in Hamburg 1951–1953 Lohkampsiedlung Eidelstedt 1952 Ruder-Club Favorite Hammonia an der Außenalster 1953 Eternit-Pavillon IGA '53 in Hamburg 1957 Augenklinik Barmbek 1959 U-Bahn-Haltestelle Landungsbrücken (mit Hans Loop) 1959 Rowohlt-Verlag Reinbek, 1. Bauabschnitt 1959–1968 Frauenklinik Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (mit Joachim Matthaei) 1960–1961 Wasserturm Flensburg-Mürwik 1960 U-Bahn-Haltestelle Wandsbeker Chaussee 1961–1963 U-Bahn-Haltestelle Alter Teichweg 1966 U-Bahn-Haltestelle Burgstraße 1965–1968 Heinrich-Hertz-Turm Hamburg (mit Fritz Leonhardt und Rafael Behn) 1968–1975 U-Bahn-Haltestelle Jungfernstieg 1968–1970 Rowohlt-Verlag Reinbek, 2. Bauabschnitt 1969 Hochhaus „Affenfelsen“ in der Siedlung Osdorfer Born, damals höchstes Wohnhaus der Stadt 1969–1982 Gebäude für die Hochschule für Musik und Theater Hamburg 1973 Studentenwohnbereich Stoltenstraße Hamburg-Horn
Literatur
Helga Schmal; Grindelhochhäuser unter Denkmalschutz. Kulturbehörde Hamburg, Denkmalschutzamt, Hamburg 2000. 4 Seiten Grindelhochhäuser, Hamburg-Harvestehude, 1946–56. In: Architektur im 20. Jahrhundert: Deutschland. Prestel, München 2000, S. 26–27 Ralf Lange: Hamburg – Wiederaufbau und Neuplanung. 1943–1963. Reihe: Die blauen Bücher. Langewiesche, Königstein 1994 Hedwig Heggemann, Norbert Baues: Eine Stadt braucht Luft. Bauen in Hamburg 1945–65. Selbstverlag, Hamburg 1995 Axel Schildt: Die Grindelhochhäuser. Christians, Hamburg 1988 Hamburg und seine Bauten 1954–1968. Hrsg.: Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e. V. Hammonia-Verlag, Hamburg 1969, 561 Seiten Fritz Trautwein: Der gesamte Horizont. In: Profile. Jahrbuch 1967. Freie Akademie der Künste in Hamburg, Hamburg, 1967, S. 281–282 Wilhelm Maler: Gedanken zum Neubau der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. In: 20. Jahrbuch, 1968. Freie Akademie der Künste, Hamburg 1968, S. 258–263 Stellungnahme zum Aufbauplan 1960 der Freien und Hansestadt Hamburg. Unabhängige Kommission für den Aufbauplan der Freien und Hansestadt Hamburg, Hamburg Oktober 1967. 95 Seiten + 4 Pläne Die Baujahre 1961 bis 1965. In: Freie und Hansestadt Hamburg, Baubehörde (Hrsg.): Hamburger Schriften zum Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen, Heft 40. Hammonia-Verlag, Hamburg o. J. 64 Seiten Das Beispiel. Bund Deutscher Architekten Hamburg. Herausgegeben im Auftrag des Bundes Deutscher Architekten. Verlag „Das Beispiel“, Darmstadt 1956. 196 Seiten Sieh dir an, wie Hamburg baut. Fahrt westlich der Alster. Freie und Hansestadt Hamburg, Baubehörde, Hamburg 1960. 18 Seiten + 1 Karte Heinrich-Hertz-Turm. In: Ralf Lange: Architektur und Städtebau der sechziger Jahre. Bonn 2003, S. 123 Kurt Hoffmann, Rudolf Lodders, Albrecht Sander (Hrsg.): Die Hochhäuser am Grindelberg der Architektengemeinschaft Grindelberg, Hamburg. Julius Hoffmann, Stuttgart 1959, 56 Seiten Hedwig Heggemann, Norbert Baues: Eine Stadt braucht Luft – Bauen in Hamburg 1945–65. Katalog in Form einer Mappe zur gleichnamigen Fotoausstellung im Ernst Barlach Haus vom 29. Mai bis 28. August 1995. Hamburg 1995. 40 Blatt Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Hamburg. In: Bauzentrum Hamburg, Heft 1/1971, S. 3–36 Der Wettbewerb um den Erweiterungsbau der Norddeutschen Bank in Hamburg. In: Baurundschau, Heft 3, März 1951, S. 97–103 Groupe d'habitations „Osdorfer Born“, Hambourg. In: AA – l'architecture d’aujourd'hui, Nr. 162 / Juni–Juli 1972, S. XXII Wettbewerb Fernsehturm. In: Bauwelt, 10/1963, S. 271–275 Wohnhochhäuser Osdorfer Born. In: Bauwelt, 22/1971, S. 934–936
Weblinks
Architekten-Porträt Fritz Trautwein Porträt Hamburgisches Architekturarchiv
Einzelnachweise
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