mini|John-Franklin Koenig (2000) John-Franklin Koenig (* 24. Oktober 1924 in Seattle, Washington; † 22. Januar 2008 ebenda) war ein US-amerikanischer Maler und Collagekünstler, der den größten Teil seines Lebens in Frankreich verbrachte.
Leben John-Franklin Koenig wurde in Seattle geboren und entwickelte schon früh ein Interesse an Kunst, insbesondere an asiatischer Kunst, die er im Seattle Art Museum betrachtete. Während seines Studiums an der University of Washington wurde er 1943 zur US-Armee eingezogen und diente im Zweiten Weltkrieg ab Dezember 1944 in Europa. Nach Kriegsende mit einem G.I.-Bill-Stipendium ausgestattet, besuchte er 1945 Kunstkurse an der G.I. University in Biarritz, Frankreich, wo seine ersten Bilder entstanden.
Nach seiner Rückkehr in die USA setzte Koenig sein Studium an der University of Washington fort und machte 1948 seinen Abschluss in Romanistik. Im selben Jahr ging er nach Paris, um an der Sorbonne zu studieren und besuchte Kurse der Alliance française. Zufällig entdeckte er die Buchhandlung von Jean-Robert Arnaud an der Rue du Regard, schloss sich dem sich dort treffenden intellektuellen Kreis an, und gründete 1950 die Galerie Arnaud mit, indem Arnaud im Dezember 1948 eine Serie von Koenigs Zeichnungen im Laden aufhängte.
Durch Richard Seaver, dem er an der Sorbonne begegnet war, kamen Arnaud und er im Januar 1951 mit Jack Youngerman, Ellsworth Kelly und Georges Koskas in Kontakt. Sie beschlossen, gemeinsam einen Kohlenkeller in der Rue du Four 34 zu einer Galerie umzubauen, in dem noch im selben Jahr jeder von ihnen eine Ausstellung präsentierte. Koenig zeigte in der neuen Galerie 1952 und 1953 weitere Arbeiten, insbesondere Collagen nach dem Vorbild von Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp, Paul Klee und László Moholy-Nagy. Auf Arp war er 1947 bei einem Besuch im MoMA aufmerksam geworden.
In den 1950er Jahren etablierte sich Koenig in Frankreich als Vertreter des Abstrakten Expressionismus. Im November 1955 erschien die erste Nummer der Kunstzeitschrift Ciamise, die sich der zeitgenössischen gegenstandslosen Kunst widmet. Diese leitete Arnoud, Koenig wurde zum „Generalsekretär“ ernannt. Der Redaktion gehörten Julien Alvard, Herta Wescher, Roger V. Gindertael, Michel Ragon, Michel Seuphor, Léon Degand, Pierre Cabanne, Charles Estienne, René Deroudille, Pierre Restany, Pierre Gueguen und Gérald Gassiot-Talabot an. Bei den Sitzungen war häufig auch Joe Downing zugegen.
Seine erste große Ausstellung in den USA fand 1958 in der Zoë Dusanne Gallery in Seattle statt. 1965 bis 1972 verfasste er eine Schriftenreihe zum Zeitgenössischen Tanz. Ein Besuch in Japan 1960 vertiefte sein Interesse an asiatischer Kunst und beeinflusste seinen Stil, den er Koen (japanisch für Garten) nannte. Ab 1958 folgten wechselnde Aufenthalte in Paris, dem Le Loiret und Seattle. So ließ er sich 1980 wieder in Seattle nieder, wo er sich für die Förderung nordwestamerikanischer Künstler einsetzte. 1985 ging er nach Paris zurück und lebte ab 1991 in einem Bauernhaus in Nancray-sur-Rimarde, das er in ein Atelier umwandelte. 20064 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen endgültig nach Seattle zurück, wo er 2008 verstarb.
Werk Das Werk von John-Franklin Koenig umfasst Malerei, Collage, Fotografie, Keramik, Glaskunst, Druckgrafik und Textilkunst. Er ist bekannt für seine ungegenständliche, abstrakte Kunst, die vom Abstrakten Expressionismus beeinflusst ist. Seine Werke wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und sind in den Sammlungen bedeutender Museen weltweit vertreten, darunter das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, das National Museum of Modern Art in Tokio und das Seattle Art Museum.
Literatur Deloris Tarzan Ament: Iridescent Light: The Emergence of Northwest Art. University of Washington Press, 2002. John Franklin Koenig: His Life and Work. Édition Fragments International, 1992.
Weblinks John-Franklin Koenig – HistoryLink John Franklin Koenig – Archives West
Einzelnachweise
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