Der Oran Park Raceway war eine Motorsport-Rennstrecke im Südwesten von Sydney in Australien. Der Kurs wurde in seinem Bestehen als Austragungsort der Superbike-Weltmeisterschaft und der Supercars bekannt.

Geschichte Der Oran Park Raceway entstand Anfang der 1960er Jahre als für den Club- und Amateurrennsport gedachte Alternative zum professionelleren Rennen vorbehaltenen Warwick Farm Raceway in der Region um Sydney. Dazu errichtete der Singer Car Club auf einem Stück Ackerland einen eine Meile langen, 7 Kurven umfassenden Dirttrack-Rundkurs. Am 17. Februar 1962 erfolgte die Eröffnung, wobei am ersten Tag 18 Rennen ausgetragen wurden. Ein alter Doppeldeckerbus wurde als Zeitmessstand verwendet. Wegen der losen, kieshaltigen Oberfläche waren stehende Starts nicht möglich und die Rennen mussten mit fliegendem Start hinter einem Safety-Car gestartet werden. Zudem mussten die Rennveranstalter einwilligen, Schäden durch den Kies an den Windschutzscheiben zurückzuerstatten.

1963 wurde zum ersten Mal ein größeres Motorradrennen ausgetragen, an dem unter anderem Jim Redman teilnahm. Der Singer Car Club nannte sich zum New South Wales Road Racing Club um und ließ 1964 den Kurs asphaltieren und auf 1,218 Meilen verlängern. Diese Variante wurde später als South Circuit bekannt.

1966 wurden Nachtrennen eingeführt. Als 1973 der Warwick Farm Raceway schloss, wurde Oran Park zur bedeutendsten Rennstrecke in der Region und übernahm Rennserien wie die Australian Touring Car Championship (später: Supercars Championship). Dabei waren die Zuschauerzahlen teilweise so hoch, dass die Polizei die Zugänge schließen musste.

mini|links|Rennen der australischen Tourenwagen-Meisterschaft, 1990. 1974 wurde der Kurs erneut renoviert und vergrößert. Der 2,6 Kilometer lange Grand-Prix-Kurs entstand und machte die Anlage zum Austragungsort des unter Formel 5000-Regeln abgehaltenen Großen Preis von Australien.

Im Laufe der Jahre ließ das Interesse langsam nach und die Anlage wurde zum Verkauf angeboten. 1983 kaufte die Leppington Pastoral Company, ein großes Molkereiunternehmen, den Kurs. Der neue Besitzer Tony Perich wollte das Gelände zuerst als Weideland verwenden, entschied sich jedoch letztendlich dazu, den Kurs auszubauen. Unter ihm wurde der Dragstrip hinzugefügt und die Strecke damit verlängert, um ein Formel-1-Rennen anzuziehen, was nicht klappte. Auch ein neuer Kontrollturm wurde gebaut und einige Kurven verändert. 2001 wurden die ersten vollwertigen Boxengebäude errichtet.

2007 wurde angekündigt, dass die Eigentümer den Kurs an die Regierung verkaufen würde. 2010 wurde das letzte Rennen ausgetragen und der Kurs geschlossen. Mit der Schließung der Strecke folgte der Abriss. Auf dem ehemaligen Gelände befindet sich heute ein Wohngebiet von Sydney.

Die Strecke Mit den Renovierungen 1974 wurde der Grand-Prix-Kurs zu einer größeren Herausforderung für die Fahrer, da das neue Streckenlayout das Überholen erschwerte. Bekannt wurde die Strecke nach dem Umbau vor allem mit ihrer Brücke, dank derer sie sich überkreuzte. Dazu beinhaltete die Anlage auch einen Motocross-Kurs und einen Dirttrack. Die Haupttribüne bot Platz für 3000 Zuschauer.

Veranstaltungen Ab 1977 wurde jährlich ein Tourenwagen-Langstreckenrennen ausgetragen. Von 1984 bis 1987 war der Kurs Austragungsort des 6-Stunden-Motorradrennens Castrol Six Hour, danach gastierte dort die Superbike-Weltmeisterschaft für einige Saisons. Gegen Ende der 1990er Jahre wurde das finale Rennen der Australischen Tourenwagen-Meisterschaft dort ausgetragen.

Weblinks

Oran Park Raceway auf The Third Turn

Einzelnachweise

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