Neufchâteau ( oder ) ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand: ) im Département Vosges in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie ist eine der beiden Unterpräfekturen des Départements und Verwaltungssitz des Gemeindeverbands Communauté de communes de l’Ouest Vosgien.
Sie entstand mit Wirkung vom 1. Januar 2025 als Commune nouvelle durch Zusammenlegung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Neufchâteau und Rollainville, wobei letztere fortan den Status einer Commune déléguée besitzt. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Neufchâteau.
Gemeindegliederung OrtsteilEhemaligerINSEE-CodePLZFläche (km²)Einwohnerzahl ()Neufchâteau (Verwaltungssitz) 88321 88300 23,81 Rollainville 88393 88300 8,13
Geografie Neufchâteau liegt etwa 60 Kilometer westnordwestlich von Épinal in der historischen Landschaft Lothringen. Das Gemeindegebiet wird entwässert von der Maas, die es von Süd nach Nord durchquert, vom Mouzon, der im Zentrum von Neufchâteau in die Maas mündet und vom Flüsschen Frézelle, einem Zufluss des Vair, das das östliche Gemeindegebiet von Süd nach Nord durchquert. Das Zentrum befindet sich an der Maas auf einer Höhe von etwa . Das Bodenrelief ist gekennzeichnet durch die Lage der Täler von Maas, Mouzon und Frézelle mit jeweils beidseitigen Anstiegen zu Hochebenen mit Höhen von im äußersten Südosten und einer minimalen Höhe von beim Austritt der Maas aus dem Gemeindegebiet im Nordwesten.
Teile des Gebiets von Neufchâteau gehören zum 320 Hektar großen Natura 2000-Schutzgebiet „Milieux forestiers et prairies humides des vallées du Mouzon et de l’Anger“ (FR4100191; dt.: „Waldlandschaften und Feuchtwiesen der Täler von Mouzon und Anger“) und zu sieben ZNIEFF-Naturzonen.
Umgeben wird Neufchâteau von den zwölf Nachbargemeinden:
Sehenswürdigkeiten Name Ort Bemerkungen Bild Kirche Saint-Christophe Neufchâteau 13.–14. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert zentriert|175x175px Kirche Saint-Nicolas Neufchâteau 12.–15. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert zentriert|175x175px Kirche Sainte-Ursule Neufchâteau zentriert|175x175px Kirche Saint-Martin Neufchâteau zentriert|175x175px Kapelle Saint-Esprit und ehemaliges Hospital Neufchâteau 13. Jahrhundert zentriert|175x175px Hôtel de Houdreville, heutiges Rathaus (Hôtel de ville) Neufchâteau 13.–15. Jahrhundert, in Teilen als Monument historique klassifiziert zentriert|175x175px Hôtel de Malte, ehemals Hospital Saint-Jean-de-Jerusalem, heutige Unterpräfektur Neufchâteau 16. Jahrhundert, in Teilen als Monument historique eingeschrieben zentriert|175x175px Ehemaliges Kloster der Congrégation Notre-Dame Neufchâteau 17. Jahrhundert, als Monument historique eingeschrieben zentriert|175x175px Pfarrkirche Saint-Rémy Rollainville 12. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert zentriert|175x175px Alte Brücke über die Frézelle Rollainville 17. und 18. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert zentriert|175x175px Flurkreuz aus Stein Rollainville 16. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert zentriert|175x175px
Sport und Freizeit Der GR 714, ein 158 Kilometer langer Fernwanderweg von Bar-le-Duc (Département Meuse) nach Dombrot-le-Sec, führt auf einem kurzen Abschnitt im Südwesten an der Grenze zur Nachbargemeinde Bazoilles-sur-Meuse entlang.
Der GRP Tour de l’Ouest des Vosges ist ein 63,6 Kilometer langer Rundwanderweg von und nach Neufchâteau.
Bildung Neufchâteau verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle), zwei öffentliche Vor- und Grundschulen (Écoles primaires), eine private Vor- und Grundschule „Jeanne d’Arc“, eine öffentliche Grundschule (École élémentaire), ein öffentliches Collège „Pierre et Marie Curie“, ein privates Collège „Jeanne d’Arc“, ein öffentliches Lycée für Berufe der Lebensraumkunst und des Möbelbaus (Lycée des metiers des arts de l’habitat et de l’ameublement) „Pierre et Marie Curie“, eine private Berufsoberschule (Lycée professionel) „Jeanne d’Arc“ und ein Zentrum zur Berufsorientierung (Centre d’information et d’orientation).
mini|Ein Langres
Wirtschaft Neufchâteau liegt in den Zonen AOC der Mirabelle de Lorraine, eines Obstbrands aus Mirabellen und der Käsesorten Munster, ein Weichkäse aus Kuhmilch mit Rotkultur und Langres, ebenfalls ein Weichkäse aus Kuhmilch mit Rotkultur, aber mit Marc de Champagne gewaschen.
mini|Bahnhof
Verkehr Neufchâteau liegt an der Kreuzung dreier ehemaliger Nationalstraßen: Die Departementsstraße D 164, die ehemalige Route nationale 64 von Villers-Semeuse (Département Ardennes) nach Lure (Département Haute-Saône), durchquert Neufchâteau von Nord nach Südost. Die Departementsstraße D 166, die ehemalige Route nationale 66 von Ligny-en-Barrois (Département Meuse) nach Mülhausen, durchquert Neufchâteau von Nord nach Ost. Die Departementsstraße D 74/D 674, die ehemalige Route nationale 74 von Hautefond (Département Saône-et-Loire) nach Saargemünd an der deutschen Grenze, durchquert Neufchâteau von Südwest nach Nordost.
Die Departementsstraße D 53 wird in nördlicher Richtung nach Frebécourt geführt, die D 1 in südlicher Richtung nach Pompierre, die D 71 in westlicher Richtung nach Mont-lès-Neufchâteau.
Busse zweier Linien des Transportunternehmens fluo der Region Grand Est verbinden Neufchâteau mit Épinal und Chaumont (Département Haute-Marne).
Am 14. August 1867 eröffnete die Compagnie des chemins de fer de l’Est (EST) den Abschnitt von Bologne nach Neufchâteau der Bahnstrecke Bologne–Pagny-sur-Meuse. Diese Strecke wurde 1873 nach Vaucouleurs verlängert. Im Jahr 1875 kam die Bahnstrecke Nançois-Tronville–Neufchâteau und 1878 die Bahnstrecke Neufchâteau–Épinal hinzu, wodurch der Bahnhof zum Eisenbahnknoten wurde. 1884 folgte schließlich der Abschnitt Merrey–Neufchâteau und 1889 jener von Neufchâteau nach Barisey-la-Côte der Bahnstrecke Culmont-Chalindrey–Toul.
Im Deutsch-Französischen Krieg wurde der Bahnhof stark zerstört, im Zweiten Weltkrieg das Empfangsgebäude 1944 von den deutschen Besatzern in Brand gesteckt. Das aktuelle Gebäude ersetzt seit 1957 ein Provisorium aus Holz. Von 2006 bis 2018 hielten in Neufchâteau TGV-Hochgeschwindigkeitszüge der Relation Metz–Nizza, aktuell wird der Bahnhof nur von Regionalzügen des TER Grand Est bedient, die von Neufchâteau nach Nancy und Dijon verkehren.
Städtepartnerschaften Hamm, Deutschland (ursprünglich seit 1967 mit Herringen, 1975 von Hamm übernommen) Miranda do Corvo, Portugal, seit 1997 Śmigiel, Polen, seit 2001
Persönlichkeiten Pierre Woeiriot de Bouzey (* 1532 in Neufchâteau; † 1599 in Damblain), Maler, Kupferstecher und Medailleur Émile Thomas (* 1843 in Neufchâteau; † 1923 in Douai), Klassischer Philologe, Gymnasial- und Hochschullehrer Paul Prosper Henrys (* 1862 in Neufchâteau; † 1943 in Paris), Général de division Louis Madelin (* 1871 in Neufchâteau; † 1956 in Paris), Schriftsteller, Historiker und Mitglied der Académie française François Rauber (* 1933 in Neufchâteau; † 2003 in Paris), Pianist, Komponist, Arrangeur und Orchesterleiter Jean-François Hory (* 1949 in Neufchâteau; † 2017 in Beaune), Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments Stéphane Grégoire (* 1969 in Neufchâteau), Automobilrennfahrer und Unternehmer
Weblinks
Einzelnachweise
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