Die Vuelta a España 2025 war die 80. Austragung der spanischen Grand Tour. Das Straßenradrennen wurde am 23. August in Turin gestartet und ging am 14. September 2025 in Madrid zu Ende. Die Rundfahrt führte über 21 Etappen und beinhaltete zwei Ruhetage. Der Gesamtführende trug das Maillot Rojo. Zudem wurden eine Punktewertung, Bergwertung, Nachwuchswertung und Mannschaftswertung ausgetragen. Die Streckenvorstellung fand am 19. Dezember 2024 statt.

Gesamtsieger wurde der Däne Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike), der in den Jahren 2022 und 2023 die Tour de France gewonnen hatte und im Jahr 2023 hinter seinem Teamkollegen Sepp Kuss Gesamtzweiter der Spanien-Rundfahrt geworden war. Er setzte sich mit einem Vorsprung von einer Minute und 16 Sekunden vor dem Portugiesen João Almeida (UAE Team Emirates-XRG) durch. Der dritte Gesamtrang ging an den Briten Thomas Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team).

Die Nachwuchswertung ging an den 23-jährigen US-Amerikaner Matthew Riccitello (Israel-Premier Tech), der die Sonderwertung erst am vorletzten Etappentag von Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) übernahm. In der Punktewertung setzte sich erneut Mads Pedersen (Lidl-Trek) mit 277 Punkten durch, während auch Jay Vine (UAE Team Emirates-XRG) die Bergwertung mit 61 Punkten zum zweiten Mal für sich entschied. In der Mannschaftswertung setzte sich das UAE Team Emirates-XRG durch.

Neben Jonas Vingegaard und Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck) die jeweils drei Etappen für sich entscheiden konnten, hob sich auch das UAE Team Emirates-XRG hervor, das neben dem Mannschaftszeitfahren durch Jay Vine, Juan Ayuso, João Almeida und Marc Soler insgesamt sieben Etappen und somit ein Drittel der Teilstücke gewann.

Das Rennen stand unter einem hohen Einfluss der „Pro-Palästina-Proteste“ (→ Krieg in Israel und Gaza seit 2023). So mussten die Organisatoren einzelne Streckenführungen aus Sicherheitsgründen verändern und sogar Etappen neutralisieren oder absagen.

Teilnehmende Teams und Fahrer

Über ein automatisches Startrecht und eine Startpflicht verfügten gemäß den Statuten der UCI die 18 WorldTeams. Zudem qualifizierten sich automatisch die beiden besten UCI ProTeams des Vorjahres: Lotto und Israel-Premier Tech. Der Veranstalter vergab außerdem Wildcards an die beiden spanischen ProTeams Burgos-Burpellet-BH und Caja Rural-Seguros RGA sowie dem Q36.5 Pro Cycling Team aus der Schweiz.

Favoriten Da der Tour-de-France-Sieger Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) seinen geplanten Start bei der Vuelta a España wenige Tage nach dem Ende der Frankreich-Rundfahrt absagte und auch der Titelverteidiger Primož Roglič nicht antratt, galt Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) als Top-Favorit der 80. Austragung. Der 28-jährige Däne hatte im Frühjahr die Algarve-Rundfahrt gewonnen, ehe er bei Paris–Nizza eine Gehirnerschütterung erlitt. Nach seiner Genesung ging er beim Critérium du Dauphiné an den Start. Bei der Tour de France erwies sich Jonas Vingegaard einmal mehr als größter Kontrahent von Tadej Pogačar, wobei er gegenüber dem Slowenen meist das Nachsehen hatte und sowohl im Einzelzeitfahren der 5. Etappe, als auch bei der Bergankunft von Hautacam wertvolle Zeit verlor. Schlussendlich belegte er den zweiten Gesamtrang mit einem Rückstand von fast viereinhalb Minuten. Anders als im Jahr 2023 nahm Jonas Vingegaard die Vuelta a España 2025 als klarer Kapitän in Angriff. Damals hatte er hinter seinem Teamkollegen Sepp Kuss den zweiten Gesamtrang belegt, wobei mit Primož Roglič ein weiterer Teamkollege auf dem finalen Podium gestanden hatte. Sepp Kuss fungierte im Jahr 2025 ebenso wie sein Landsmann Matteo Jorgenson als wichtiger Helfer in den Bergen.

Als größte Herausforderer galten Juan Ayuso und João Almeida, die das UAE Team Emirates-XRG in Abwesenheit von Tadej Pogačar als Doppelspitze anführten. Die beiden hatten bislang unterschiedliche Saisonrennen bestritten und waren nun erstmals seit der Tour de France 2024 Teil derselben Mannschaft. Der 22-jährige Juan Ayuso stand bereits im Jahr 2022 mit nur 19 Jahren als Dritter auf dem Podest der Spanien-Rundfahrt. Im Frühjahr der laufenden Saison feierte er mehrere Erfolge bei kleineren Eintagesrennen, ehe er die Gesamtwertung bei Tirreno-Adriatico für sich entschied und das UAE Team Emirates-XRG beim diesjährigen Giro d’Italia anführte. Dabei gewann er eine Etappe, ehe er im Schatten des jungen Mexikaners Isaac Del Toro fuhr und das Rennen später aus gesundheitlichen Gründen aufgab. Nach einer längeren Rennpause bestritt er zuletzt die Clásica San Sebastián und den Circuito de Getxo, den er hinter Isaac Del Toro als Zweiter beendete. João Almeida hingegen hatte sich in der Saison auf die einwöchigen Rundfahrten der UCI WorldTour fokussiert, wobei er die Baskenland-Rundfahrt, die Tour de Romandie und die Tour de Suisse gewonnen hatte. Als Helfer von Tadej Pogačar stand er zudem am Start der Tour de France, die er jedoch nach einem Sturz bereits auf der 9. Etappe beendete. Im Vorfeld der Vuelta a España, die er bereits zweimal in den Top 10 beendet hatte, bestritt er keine Vorbereitungsrennen.

Mit Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe) gingen zudem zwei weitere Grand Tour-Sieger bei der 80. Austragung an den Start. Egan Bernal, der den Giro d’Italia auf dem siebten Gesamtrang beendet hatte, fuhr seit dem Ende der Italien-Rundfahrt nur noch wenige Rennen. In Vorbereitung auf die Vuelta a España wurde der Tour-de-France-Sieger des Jahres 2019 Sechster der Burgos-Rundfahrt. Jai Hindley nahm die letzte Grand Tour des Jahres nach einem Sturz beim Giro d’Italia ebenfalls in Angriff.

Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer, die bei der 80. Austragung der Vuelta a España starteten, waren: Mikel Landa (Soudal Quick-Step), Antonio Tiberi, Santiago Buitrago (beide Bahrian Victorious), Giulio Ciccone (Lidl-Trek), Ben O’Connor, Eddie Dunbar, Chris Harper (alle Team Jayco AlUla), Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale), David Gaudu, Guillaume Martin (beide Groupama-FDJ), Max Poole (Team Picnic PostNL), Lorenzo Fortunato, Harold Tejada (beide XDS Astana Team), Emanuel Buchmann (Cofidis), Steff Cras (Lotto) und Louis Meintjes (Intermarché-Wanty). Hinzu kamen die Nachwuchsfahrer Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe), Pablo Castrillo (Movistar Team), Junior Lecerf (Soudal Quick-Step) und Matthew Riccitello (Israel-Premier Tech), die zuletzt mit ihren Leistungen aufgezeigt hatten. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem 26-jährigen Briten Thomas Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team), der sich anders als beim Giro d’Italia auf die Gesamtwertung konzentrierte.

Strecke Bereits am 2. Dezember 2024 wurde der Start der Rundfahrt im Piemont bekanntgegeben. Die Vuelta a España startete somit zum ersten Mal in ihrer Geschichte in Italien. Die komplette Streckenführung der 80. Austragung wurde am 19. Dezember 2024 in Madrid vorgestellt. Insgesamt mussten die Fahrer 3.189,8 Kilometer auf 21 Etappen absolvieren. Auf dem Programm standen vier flache, fünf hüglige und zehn Bergetappen, sowie ein Einzelzeitfahren und ein Mannschaftszeitfahren. Zehn Etappen endeten mit einer Bergankunft. Die Rundfahrt umfasste zwei Ruhetage, die nach den Etappen 9 und 15 abgehalten wurden. Nach dem Auslandsstart in Italien führte die Strecke durch Frankreich und Andorra, ehe der Großteil der Etappen auf spanischem Boden ausgetragen wurde. Hier wurden zehn der 17 Autonome Gemeinschaften Spaniens durchfahren. Mit den Alpen und Pyrenäen, sowie dem Kantabrischen Gebirge, Iberischen Gebirge und Iberischen Scheidegebirge führte die Rundfahrt durch fünf Gebirge. Das „Dach der Tour“ bildete die Alto de las Guarramillas (oder Bola del Mundo) mit einer Zielankunft auf 2258 Metern Seehöhe.

Etappenliste Die folgende Tabelle zeigt die Etappen mit Datum, Start- und Zielort, Kategorisierung und Etappenlänge. Außerdem sind der Etappensieger und der jeweils Führende in der Gesamtwertung nach der Etappe angegeben. In der ersten Spalte sind die Einzelartikel zu jeder Etappe mit detaillierten Angaben zu Platzierung und Rennverlauf angegeben.

Auslandstart in Italien mini|Das Schloss Venaria Reale Zum insgesamt sechsten Mal wurde die Vuelta a España nicht in Spanien gestartet. Der Auftakt erfolgte im Piemont, das bereits den Grande Partenza des Giro d’Italia und Etappen der Tour de France ausgetragen hatte. Italien war somit neben den Niederlanden erst das zweite Land, das den Auftakt aller drei Grand Tours veranstaltete. Die 1. Etappe wurde vor dem Schloss Venaria Reale nördlich von Turin gestartet, ehe es auf großteils flachen Kilometern nach Novara ging. Der 2. Abschnitt endete mit der ersten Bergankunft der 80. Austragung, wobei die Strecke von Alba nach Limone Piemonte führte. Der Zielstrich befand sich im Skiresort Limone 1400 auf einer Höhe von 1381 Metern am Fuße des Colle di Tenda. Tags drauf führte ein hügliges Teilstück von San Maurizio Canavese nach Ceres, ehe die 4. Etappe von Italien über die Alpen nach Frankreich führte. Die Zielankunft befand sich dabei nordwestlich von Grenoble in Voiron. Mit dem Col de Montgenèvre und Col du Lautaret wurden an jenem Tag zwei bekannte Passstraßen passiert, die als erste Anstiege Bergwertungen aller drei Grand Tours gebildet hatten.

Erste Woche: Mannschaftszeitfahren und Bergankünfte in den Pyrenäen mini|Blick auf Andorra la Vella Ohne einen Ruhetag wurde die 80. Austragung der Vuelta a España bereits am 27. August im mehr als 500 Kilometer entfernten Katalonien fortgesetzt. Die 5. Etappe wurde dabei im Rahmen eines 24 Kilometer langen Mannschaftszeitfahrens ausgetragen, wobei Figueres als Start- und Zielort diente. Tags drauf ging es in die Pyrenäen. Über den Collada de Sentigosa und Collada de Toses gelangten die Fahrer nach Andorra, wo eine Bergankunft in Pal (1902 m) stattfand. Die rund 10 Kilometer lange Auffahrt wies dabei eine durchschnittliche Steigung von etwa 6 % auf. Die 7. Etappe wurde in Andorra gestartet, ehe es über den Port del Cantó, Port de la Creu de Perves und Coll de l’Espina zu einer Bergankunft im Skigebiet Aramón Cerler (1905 m) ging. Diese wies auf einer Länge von 12 Kilometern eine Durchschnittssteigung von 6 % auf, wobei sie neben Abschnitten von mehr als 10 % zwei kurze Zwischenabfahrten beinhaltete. Nach einem flachen Teilstück, bei dem in Saragossa ein Massensprint zu erwarten war, führte die Spanien-Rundfahrt in die Sierra de la Demanda, wo nach großteils flacher Streckenführung eine Bergankunft bei der Estación de esquí de Valdezcaray abgehalten wurde. Die 13,7 Kilometer lange Schlusssteigung flachte dabei zusehends ab, ehe das Ziel auf einer Höhe von 1523 Metern erreicht wurde.

Zweite Woche: Vorentscheidung im Kantabrischen Gebirge mini|Auf der 13. Etappe findet eine Bergankunft auf der Alto de Angliru statt