Die Lokomotiven vom Henschel/SSW Typ Borken waren Zweikrafttriebfahrzeuge, die bei Henschel und SSW 1935 und 1950 in zwei Exemplaren gefertigt wurden. Von Henschel wurden sie als Typ Borken im Katalog geführt.

Beschafft wurden die Lokomotiven für den Normalspurbetrieb der Kohlenbahn im Borkener Braunkohlerevier als elektrische und Akkumulatorlokomotiven auf elektrifizierten und nicht elektrifizierten Gleisen beschafft. Sie waren bis 1991 in Betrieb. Eine Lokomotive wurde danach an das Bergbaumuseum in Borken abgegeben. Die zweite Lokomotive blieb zunächst bei der IG Werrabahn und Ferropolis Bergbau- und Erlebnisbahn erhalten und wurde 2008 verschrottet.

Geschichte mini|left|Kraftwerksbetrieb im Kraftwerk Borken mit der Zweikraftlokomotive Henschel/SSW Typ Borken um 1936 1935 beschaffte die PreussenElektra für die 1928 elektrifizierten Kohlebahnen des Kraftwerk Borkens auch eine Zweikraftlokomotive,Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 93 die auf elektrifizierten und nicht elektrifizierten Gleisen verkehren konnten. Die Hauptaufgabe der Lokomotive war der netzunabhängige Güterverkehr vom Kraftwerk zum Bahnhof in Borken.Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 95 Die Lokomotive war wegen der Vergrößerung des Kraftwerkes und des dadurch erhöhten Kohlebedarfes notwendig geworden. Beispiele für den Einsatz der Lokomotive sind z. B. der Transport von offenen Güterwagen der Staatsbahn zur Rollbockgrube.Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 98

Mit der nochmaligen Erhöhung des Förderbedarfes nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es erforderlich, eine zweite Lokomotive zu beschaffen, die vom Aussehen her gleich, mit der Leistung der Fahrmotoren und des Akkumulators etwas stärker war. Die beiden Lokomotiven waren bis 1991 in Betrieb. Die ältere Lokomotive wurde an das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum in Borken gegeben und ist erhalten. Die jüngere Lokomotive wurde zuerst als Museumslokomotive verwendet und 2008 verschrottet.

Technik Der mechanische Teil wurde von Henschel und der elektrische Teil von SSW gebaut. Die Lokomotiven wurden in Nietkonstruktion erstellt. Sie sind als Maschinen mit mittleren Führerstand ausgerüstet und besitzen auf allen Fotos lediglich einen Hauptstromabnehmer ohne zusätzlichen Seitenstromabnehmer. In den Vorbauten sind die Widerstandssteuerung, die Drucklufterzeugungsanlage sowie die Akkumulatoren, die bei der ersten Lokomotive für eine Betriebsspannung von 290 V, bei der zweiten Lokomotive für 700 V ausgelegt waren. Das bedingte auch eine Erhöhung der Masse der Lok, die erste Lok war 40 t schwer, die zweite 42 t.Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 101 Die direkte Federung war mit oberhalb von den Achsen angeordneten Blattfedern, welche mit an den Drehgestellrahmen fixierten Federspannschrauben verbunden waren, ausgeführt.Foto der Lokomotive Borken 51 auf Rangierdiesel

Die Lokomotiven waren elektrisch als Gleichstromlokomotiven ausgeführt. Gesteuert wurde sie über den in der Führerstandsmitte angeordneten Fahrschalter, der mit dem großen waagerechten Bedienrad bedient wurde. Mit ihm konnten Fahr- und Bremsbefehle für die elektrische Bremse gegeben werden. Die elektrischen Fahrmotoren waren in Tatzlagerbauart ausgeführt. Die erste Lokomotive besaß eine Leistung von 204 kW, die zweite 364 kW.

Siehe auch

Hybridlokomotive Liste der Schienenfahrzeuge der Förderbahnen der PREUSSAG Borken und HEFRAG Wölfersheim

Literatur Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2, Seite 100 Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0

Weblinks

Internetseite über die Lokomotive Borken 50 auf Rangierdiesel Internetseite über die Lokomotive Borken 51 auf Rangierdiesel Internetseite über Henschel Lokomotiven auf entlang-der Gleise mit Erwähnung der Henschel 22651 Liste der erhaltenen Lokomotiven von Henschel mit Erwähnung der Borken 50 und 51 auf www.werkbahn.de Liste der Lokomotiven bei Ferropolis mit Erwähnung der Borken 51 auf bahn-express.de Foto von dem Hessischen Braunkohlemuseum mit Blick auf die Borken 50 auf der Internetseite vom Hessischen Braunkohlemuseum

Einzelnachweise

Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 1200 V Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel) Kategorie:Schienenfahrzeug (SSW) Kategorie:Zweikraftlokomotive Kategorie:Schienenfahrzeug im Bergbau Kategorie:Triebfahrzeug (Hessischer Braunkohlebergbau)