mini|Luftbild der Kaserne von 1952 Die ehemalige Flak-Kaserne Bochum-Harpen in Harpen, Bochum war eine ab den späten 1930er errichtete Kaserne der Wehrmacht. Es war die erste militärische Einrichtung dieser Art in Bochum. Nach dem Krieg wurde sie lange Zeit als britische Kaserne benutzt und ist ab Ende der 1950er in einer Nachnutzung.

Geschichte Die Fläche gehörte früher zu dem großen Hof Stratmann-Kornharpen „mit allerbestem Weizenboden und Branntweinbrennerei“. Dieser wurde von der Stadt Bochum 1911 gekauft, da hier die Anlegung des neuen zentralen Friedhofs geplant war, welcher aber dann in Altenbochum mit dem Hauptfriedhof entstand.

Kaserne der Wehrmacht Ein Zeitungsbericht des Bochumer Anzeiger berichtete im Januar 1939 von der im Bau befindlichen Kaserne im nördlichen Bochum. Es wurde mit Stolz hervorgehoben, dass man damit zum ersten Mal Garnisonsstadt wird. Nach dem Krieg, 1951, wurde allerdings vom ehemaligen Amtsmann Max Ibing beklagt, dass hier „wertvollster Boden für die Volksernährung“ verloren gegangen ist.

Die Kaserne lag logistisch günstig am Ruhrschnellweg. Sie hatte eine ungefähre Größe von 18 ha und besaß neben Fahrzeuggebäuden und Unterkünften für die Mannschaft in der Mitte des Geländes einen Sportplatz.Karten- und Luftbildvergleich bei Stadtgeschichtliche Themen Bochums auf dem Geoportal der Stadt Bochum

Im Zweiten Weltkrieg war sie Standort einer Flak-Einheit bei den Verteidigungen gegen Bombenangriffe im Luftkrieg über dem Ruhrgebiet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Bei dem Einmarsch ins Ruhrgebiet erreichten US‑amerikanische Einheiten Harpen am 11. April 1945. In der Kaserne wurden Unterkünfte für Displaced Persons geschaffen. In der Nachkriegszeit wurde teilweise die NS-Zeit zwar als ein düsteres Kapitel der heimatlichen Chronik gesehen. Aber oft weniger im Kontext des NS-Regimes, des begonnenen Zweiten Weltkrieges oder mit den menschenunwürdigen Umgang mit Zwangsarbeitern. Dies bezog sich eher auf die Plünderungen und Überfälle von „Fremdarbeitern“. Dazu berichtet eine Heimatchronik des Stadtteils Harpen 1951 folgendes:

Die britischen Besatzungstruppen beschlagnahmten neben vielen Häusern und Einrichtungen der Stadt auch die Flak-Kaserne und die Polizeikaserne für ihrer Truppen.

In der Flak-Kaserne entstanden die Brook Barracks, dann umbenannt in Larkhill Barracks, der Britischen Rheinarmee. Untergebracht waren das 3rd Medium Regiment RA in den Jahren 1945 bis 5. März 1947, dann die HQRE 2nd Infantry Division und 2 Field Squadron RE bis Juli 1947, zuletzt dann Advance Party 2nd Battalion (Caithness and Sutherland) Seaforth Highlanders 1947.Larkhill Barracks

Zum 1. April 1953 galt die Kaserne noch als beschlagnahmt. Die Kaserne wurde schließlich geräumt und in den 1950er an die Stadt Bochum veräußert.Bundesarchiv: Bochum, ehemalige Flak-Kaserne, Räumung durch die britischen Streitkräfte, Verkauf an die Stadt Bochum (BArch BW 1/58587).

Nachnutzung Die Fläche wurde später vielfältig weiter verwendet, teils von gewerblichen Betrieben, teils von Einheiten des Zivilschutzes. Der umgangssprachliche Name ist Harpener Feld, welcher auch in den Namen des Gewerbegebietes übernommen wurde. Das heutige Gewerbegebiet ist aber wesentlich größer als die ehemalige Kaserne. Viele der früheren Bauten wurden abgerissen und überbaut.

Auf dem Gelände mit den ehemals militärisch genutzten Gebäuden wurde der Katastrophenschutz NRW untergebracht. Es folgte das Technische Hilfswerk Bochum, welches unter der Adresse Harpener Feld 7 einen Stützpunkt hatte.Chronik der Feuerwehren in Bochum: tabellarische Chronik der Feuerwehr Bochum, Carsten Hockeler, Freiwillige Feuerwehr Bochum (Stadtarchiv Bochum, Signatur K IX f 36) Über mehrere Jahrzehnte stellte der Standort einen zentralen Stützpunkt für Einsätze, Ausbildung und Organisation dar. Es waren bis zu 150 Einsatzkräfte, die hier ihre Basis hatten. Am 1. April 2026 zog der THW Bochum in eine benachbarte neue Unterkunft.

Ein Neubau der Feuerwache 1, als Ersatz für die Wache Frida-Schanz-Straße, war in den 1970er Jahren im Harpener Feld geplant, wurde aber nicht umgesetzt. Hier war auch die Freiwillige Feuerwehr untergebracht. Darunter waren früher der Löschzug Bochum-Mitte, sowie die Löscheinheit 32 Nord beim THW, welche beide nun an anderen Standorten sind.

Bei der gewerblichen Nutzung war einer der größeren Bauten die Zentralmilchhof Milchversorgung Dortmund-Bochum eG (dobomil) welche hier 1971 eröffnet wurde.

Einzelnachweise

Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Bochum Kategorie:Ehemalige Kaserne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Ehemalige militärische Einrichtung (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren