Johannes Eckell (* 26. Mai 1903 in Hagen) war ein deutscher Chemiker und Experte für Hochdruckchemie der I.G. Farben.

Leben Eckell absolvierte ein Chemiestudium an der TU Darmstadt sowie der Universität Marburg und wurde 1927 in Marburg promoviert. Nach dem Studium war er ab 1928 bei den I.G. Farben täig.Heidrun Homburg: Das Reichswirtschaftsamt/Reichswirtschaftsministerium in der Formierungsphase 1917-1923. Strukturen und Akteure. In: Werner Abelshauser u. a. (Hg.): Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917–1990. Band 1: Das Reichswirtschaftsministerium der Weimarer Republik und seine Vorläufer, herausgegeben von Carl-Ludwig Holtfrerich. De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2016, S. 200, FN 241. Zunächst in der Forschungsabteilung der I.G. Farben Ludwigshafen tätig, wechselte er 1935 zur Vermittlungsstelle W. 1936 kam er ins Amt für Deutsche Roh- und Werkstoffe und war dort Leiter der Sachgruppe für die Erzeugung von Buna und allgemeiner Chemie.

Er war Sekretär von Carl Krauch und dessen rechte Hand.Hörner: Profit oder Moral. S. 30 f.

Von 1937 bis 1944 war er Referatsleiter im Reichswirtschaftsministerium.

Er war Mitglied des Aufsichtsrates der Rußwerke Dortmund GmbH.

Er wurde als Vertreter des bezeichnet.Hörner: Profit oder Moral. S. 31.

Laut Otto Ambros war an der Planung des Auschwitz-Werks Buna beteiligt.Klee: Personenlexikon. S. 125.

Nach Paul Erker kann man die Bedeutung von Eckell, der an der Schnittstelle zwischen Reichswirtschaftsministeriums und der Vierjahresplanbehörde agierte, für die „Bunapolitik“ und die gesamte Steuerung der Kautschukbranche nicht hoch genug bewerten. So konnte er am 21. November 1939 auf einer Sitzung sämtlicher Reifenfirmen, den Plan der Reifenfirmen mit einer Handbewegung beiseite wischen und ihnen eine drastische Erhöhung des Buna-Einsatzes auf 70 % bis Jahresende und 85 % im April 1940 diktieren. Diese Bedeutung Eckells ist in der Forschung bisher noch nicht erkannt worden.Paul Erker: Zulieferer für Hitlers Krieg. Der Continental-Konzern in der NS-Zeit. Berlin/Boston 2020, S. 112 und 308 f.

Literatur Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2003, S. 125. Stefan Hörner: Profit oder Moral. Strukturen zwischen I.G. Farbenindustrie und Nationalsozialismus. Bremen 2012, S. 30 f. Erich Stockhorst: Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. Kiel o. J., S. 117.

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (I.G. Farben) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann Kategorie:Ministerialbeamter (NS-Staat)