mini|Gedenktafel an Ursula Schafmeister, von FrauenOrte NRW Ursula Schafmeister (* 2. Mai 1928 in Bielefeld; † 13. Januar 1997) war eine deutsche Theologin und eine der ersten Pastorinnen in der evangelischen Kirche von Westfalen.

Leben Ursula Schafmeister wuchs in einem christlichen Umfeld auf. In ihrer Familie hatte Gleichberechtigung Tradition, neben den Söhnen wurden auch die Töchter ermutigt, ihren Berufswünschen frei nachzugehen. Nach dem Abitur 1947 war sie in der Lage zu studieren, zuerst in naturwissenschaftlichen Fächern. Ihre Studienorte waren Tübingen, Heidelberg, Münster und Bethel.Westfälische Rundschau: Sie liebt die Menschen im Revier, ??. Oktober 1971 Dort konnte sie ab 1949 an der Kirchlichen Hochschule Bethel Theologie studieren, dank des familiären Rückhalts. Schon damals war ihr Ziel Pastorin zu werden. Ihr Studium finanzierte sie mit Arbeiten neben der Universität, so in Fabriken. Unter anderem machte sie Wirtschaftsprüfungen. Das Studium schloss sie 1956 mit einem Examen ab.

Da Frauen zu dieser Zeit nach der protestantischen Kirchenordnung das Amt der Pastorin verwehrt war, wurde sie zunächst Vikarin. In der Zeit war sie auch zum ersten Mal in Bochum als Berufsschullehrerin tätig. Im Februar 1960 wurde sie zur Hilfspredigerin in Bielefeld ordiniert.Persönliche und andere Nachrichten. In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 3, 25. März 1960, S. 20 Ursula Schafmeister schloss sich mit anderen Vikarinnen zusammen und erreichte die formelle Gleichstellung der Frauen. Ab 1964 konnten Frauen in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) Pfarrerin werden, wobei sie bis 1974 noch Einschränkungen unterworfen waren, unter anderem einem HeiratsverbotStadt Bochum: Ursula Schafmeister. In: Porträts bedeutender historischer Bochumer Frauen. Abgerufen am 6. Dezember 2024 (siehe Frauenordination im Protestantismus).Heidemarie Wünsch: 80 Jahre Westfälischer Theologinnen-Konvent: »Der unbedingte Wille zur Vernetzung«. In: Deutsches Pfarrerblatt, Ausgabe 7/2014

Als Motivation, ihr Ziel zu erreichen, betete sie und Mitstreiterinnen zur immer gleichen Uhrzeit am Samstag den Psalm 84,11: Lieber an der Tür deines Hauses stehen, als bei Menschen wohnen, die dich missachten.

1966 wurde Ursula Schafmeister zur Pastorin des Kirchenkreises Bielefeld in die neu errichtete 2. Pastorinnenstelle berufen.Persönliche und andere Nachrichten. In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 6, 20. Mai 1966, S. 59 Zu ihren Aufgaben gehörte auch die „evangelische Unterweisung an Berufsschulen im Kirchenkreis Bielefeld“. 1969 erfolgte ihre Berufung in die Kirchengemeinde Westerholt-Bertlich im Kirchenkreis Recklinghausen.Persönliche und andere Nachrichten. In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 3, 27. März 1969, S. 44 Als Präses des Presbyteriums der sich selbst verwaltenden Gemeinde konnte sie, auch dank ihrer vorherigen Tätigkeiten wie in der Wirtschaftsprüfung, Mittel zum Bau eines neuen Gemeindezentrums beschafft. Neben ihren anderen Tätigkeiten war sie in der Arbeitsgemeinschaft der Sozial- und Industriepfarrer engagiert. Auch die Arbeit mit der Jugend lag ihr am Herzen, ebenso war sie in der Friedensforschung tätig.

Im Jahr 1971 wurde Ursula Schafmeister in der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum die erste Pastorin Bochums.Persönliche und andere Nachrichten. In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 6, 9. September 1971, S. 128 Im Kirchenkreis Bochum war sie bis zu ihrem Ruhestand im Oktober 1992 in der Bochumer PauluskirchePersönliche und andere Nachrichten. In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 9, 17. November 1992, S. 257 als Pfarrerin tätig.Frauenstadtplan zur Bochumer Frauengeschichte. In: Stadt Bochum. Abgerufen am 6. Dezember 024 Sie starb im Januar 1997.Persönliche und andere Nachrichten. In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 1, 27. Februar 1997, S. 26

Gedenken Ursula Schafmeister wurde im Rahmen des Projekts Frauenorte in die Liste der FrauenOrte NRW aufgenommen. In Bochum wurde vor ihrem Wirkungsort, der Pauluskirche, am 15. März 2025 der erste Bochumer Erinnerungsort von FrauenOrte NRW eröffnet.FrauenOrte. In: frauenorte-nrw.de. Abgerufen am 7. Dezember 2024 Das Bochumer Frauenarchiv „ausZeiten“ informiert in regelmäßigen Stadtrundgängen über ihr Leben.

Einzelnachweise

Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Evangelische Kirche von Westfalen) Kategorie:Person des Christentums (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Person (Bochum) Kategorie:Geehrte des Projekts Frauenorte Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Frau