Die Mission olive ist ein Cultivar der Olive, welcher im späten 18. Jahrhundert in Kalifornien von den spanischen Missionen entlang des Camino Real Verbreitung fand. Die „Mission olive“ wurde in die Ark of Taste (Arche des Geschmacks) aufgenommen, einen internationalen Katalog gefährdeter traditioneller Lebensmittel der Slow-Food-Bewegung. Sie ist zudem die einzige amerikanische Olivensorte, die vom International Olive Council in seinem Weltkatalog der Olivensorten aufgeführt ist. Obwohl in den USA entwickelt, werden Mission-Oliven auch von südafrikanischen Olivenölproduzenten verwendet.
Merkmale Die Mission Trees können eine Höhe von bis zu erreichen.Ellen G. Sutter: Olive cultivars and propagation. In: Louise Ferguson, G. Steven Sibbett, George C. Martin: Olive Production Manual. University of California, Division of Agriculture and Natural Resources, Oakland, CA 1994: S. 24. ISBN 1879906155 oclc=30312488 Sie tragen kleine Früchte, die typischerweise etwa 4,1 g wiegen. Von allen kommerziellen Sorten in Kalifornien haben sie das niedrigste Fruchtfleisch-Kern-Verhältnis (6,5:1) und die höchste Kälteresistenz. Mission-Oliven werden von Ende Oktober bis November für den Tafelgebrauch geerntet; für die Ölproduktion werden sie zwischen Mitte Dezember und Februar geerntet. Sie sind anfällig für die Pfauenfleckenkrankheit (peacock spot), eine Krankheit, die durch den Pilz Cycloconium oleaginum verursacht wird, und für den Olivenknoten (olive knot), eine Krankheit, die durch das Bakterium Pseudomonas savastanoi verursacht wird.Ellen G. Sutter: Olive cultivars and propagation. In: Louise Ferguson, G. Steven Sibbett, George C. Martin: Olive Production Manual. University of California, Division of Agriculture and Natural Resources, Oakland, CA 1994: S. 25. ISBN 1879906155 oclc=30312488
Nutzung Missionsoliven sind eine von fünf Sorten (neben Ascolano, Barouni, Manzanilla und Sevillana), die in Kalifornien kommerziell als Tafeloliven angebaut werden können.Ellen G. Sutter: Olive cultivars and propagation. In: Louise Ferguson, G. Steven Sibbett, George C. Martin: Olive Production Manual. University of California, Division of Agriculture and Natural Resources, Oakland, CA 1994: S. 23. ISBN 1879906155 oclc=30312488Joseph H. Connell: History and scope of the olive industry. In: Louise Ferguson, G. Steven Sibbett, George C. Martin: Olive Production Manual. University of California, Division of Agriculture and Natural Resources, Oakland, CA 1994: S. 3. ISBN 1879906155 oclc=30312488
Verbreitung 1992 machte die Sorte Mission etwas mehr als acht Prozent der gesamten Olivenanbaufläche Kaliforniens aus.Joseph H. Connell: History and scope of the olive industry. In: Louise Ferguson, G. Steven Sibbett, George C. Martin: Olive Production Manual. University of California, Division of Agriculture and Natural Resources, Oakland, CA 1994: S. 7. ISBN 1879906155 oclc=30312488 Mission-Oliven dominierten bis 1875 die Region, bis andalusische Einwanderer die Sorte Manzanilla einführten. Spätere Einführungen reduzierten den Anteil der Mission-Bäume in Kalifornien weiter.Mort Rosenblum: Olives: The Life and Lore of a Noble Fruit. Farrar, Straus and Giroux, New York 1996: S. 289. ISBN 0865475032 oclc=34782656 Nach Manzanilla und Sevillana bleibt sie jedoch eine der verbreitetsten Sorten im Bundesstaat.Judith M. Taylor: The Olive in California: History of an Immigrant Tree. Ten Speed Press, Berkeley, CA 2000: S. 104. (archive.org) ISBN 1580081312 oclc=42619726 Das Gebiet um Oroville im Butte County ist das Hauptanbaugebiet.Joseph H. Connell: History and scope of the olive industry. In: Louise Ferguson, G. Steven Sibbett, George C. Martin: Olive Production Manual. University of California, Division of Agriculture and Natural Resources, Oakland, CA 1994: S. 6 ISBN 1879906155 oclc=30312488
Herkunft Olivenbäume wurden erstmals von der Franziskanermission San Diego de Alcalá nach Kalifornien gebracht; der Olivenanbau begann wahrscheinlich bereits in den ersten zwei Jahrzehnten der Mission. Die ursprünglichen Bäume litten unter der Säkularisierung der Missionen, doch Pioniere züchteten aus ihren Stecklingen neue Bäume, was zur einzigartigen Mission-Sorte führte.
Obwohl Forscher der Universität Córdoba davon ausgingen, dass die Mission-Olive spanischen Ursprungs sei, konnten sie ihre Verwandtschaft mit keiner der 700 spanischen Sorten nachweisen. Jüngste DNA-Tests in Kalifornien deuten darauf hin, dass die Mission-Olive mit der marokkanischen Sorte Picholine Marocaine verwandt sein könnte. Spanische Siedler brachten die späteren Mission-Kultivare wahrscheinlich zuerst nach Mexiko.Judith M. Taylor: The Olive in California: History of an Immigrant Tree. Ten Speed Press, Berkeley, CA 2000: S. 11 archive.org.
Siehe auch Black Mission
Einzelnachweise
Kategorie:Landwirtschaft (Vereinigte Staaten) Kategorie:Olive als Thema