Die Industrie- und Handelskammer Mönchengladbach (IHK Mönchengladbach, für weitere Namensformen siehe unten) war eine deutsche Industrie- und Handelskammer mit Sitz in Mönchengladbach.

Geschichte Die Handelskammer Gladbach wurde 1837 gegründet. Das Statut der Handelskammer wurde am 27. Juni 1837 veröffentlicht. Danach sollte eine Handelskammer des Kreises Gladbach mit Sitz in Gladbach eingerichtet werden. Kammerbezirk war der Kreis Gladbach. Es sollten 7 Kammermitglieder gewählt werden. Drei davon sollten von den Kaufleuten aus den Bürgermeistereien Gladbach, Hardt, Neuwerk, Dahlen, Corchenbroich, Kleinenbroich, Neersen und Schiefbahn für den Wahlbezirk Gladbach, zwei davon in den Bürgermeistereien Rheydt, Odenkirchen, Schelsen und Liedberg für den Wahlbezirk Rheydt und einer in der Bürgermeisterei Viersen gewählt werden.Statut der Handelskammer Gladbach; in: F. W. Leitner: Sammlung der für die königlich preußische Rheinprovinz seit dem Jahre 1813 hinsichtlich der Rechts- und Gerichtsverfassung ergangenen Gesetze, Verordnungen, Ministerial-Rescripte etc, Band 6, 1839, S. 247 f, Digitalisat.

Der Kammerbezirk wurde in der Folge erweitert und umfasste 1871 die Kreise Gladbach und Kreis Grevenbroich sowie die Bürgermeistereien Bracht, Dülken, Süchteln, Kaldenkirchen, Lobberich, Burgwaldniel, Kirspelwaldniel, Oedt, Grefrath, Breyell, Boisheim, Amern St. Anton, Amern St. Georg sowie die Samtgemeinden Brüggen und Born aus dem Kreis Kempen. Ab dem 1. Juli 1871 hatte die Kammer 16 Mitglieder, die in fünf Wahlbezirken gewählt wurden.Handels-Archiv - Sammlung der neuen auf Handel und Schiffart bezüglichen Gesetze und Verordnungen des In- und Auslandes, 1871, S. 106, Digitalisat.

Mit dem Wachsen der Aufgaben der Handelskammer stieg die Zahl der Mitglieder. 1911 waren es bereits 56.Jahresbericht der Handelskammer zu Hirschberg in Schlesien über das Jahr 1911, S. 116, Digitalisat.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden auch die Industrie- und Handelskammern gleichgeschaltet. Der Präsident wurde nun ernannt und ernannte nach dem Führerprinzip seinerseits die Kammermitglieder. 1943 wurde die IHK aufgelöst und zusammen mit der Handwerkskammer in die „Gauwirtschaftskammer Düsseldorf“ überführt. In Hirschberg verblieb eine unselbstständige Außenstelle.

Nach dem Krieg wurde die IHK in Mönchengladbach neu eröffnet. Vor dem Hintergrund der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurde in den 1970er Jahren der Zusammenschluss kleinerer und mittlerer IHKs aktuell. Über mehrere Jahre wurden am Mittleren Niederrhein Gespräche zwischen den IHKs Krefeld, Neuss und Mönchengladbach über ein freiwilliges Zusammengehen geführt. Mit der Verabschiedung der Satzung und Wahlordnung am 25. April 1977 fusionierten die drei IHKs zur Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein.Vgl. Porschen (2004): S. 36–48. In Mönchengladbach verblieb eine Nebenstelle der IHK Mittlerer Niederrhein.

Name Mit der Erweiterung des Kammergebietes hinaus wurde aus der ursprünglichen Handelskammer des Kreises Gladbach die Handelskammer Gladbach. Als Gladbach am 1. Januar 1888 kreisfrei wurde, erhielt es den Namen München-Gladbach, entsprechend änderte sich der Name der Kammer auf Handelskammer München-Gladbach. 1924 wurden die preußischen Handelskammern in Industrie- und Handelskammern umbenannt, die Handelskammer München-Gladbach wurde zur Industrie- und Handelskammer München-Gladbach. Vom 1. August 1929 bis zum 31. Juli 1933 war München-Gladbach zusammen mit Rheydt und anderen Gemeinden ein Teil der kreisfreien Stadt Gladbach-Rheydt, der Kammername änderte sich entsprechend auf Industrie- und Handelskammer Gladbach-Rheydt. Nach der Auflösung von Gladbach-Rheydt hieß die Stadt München Gladbach (ohne Bindestrich) und die Kammer Industrie- und Handelskammer München Gladbach. Am 20. Dezember 1950 wurde der Stadtname in Mönchen Gladbach geändert, die Kammer hieß nun Industrie- und Handelskammer Mönchen Gladbach. Am 11. Oktober 1960 wurde die heute gebräuchliche Zusammenschreibung Mönchengladbach eingeführt, der Name der Kammer wurde letztmals auf Industrie- und Handelskammer Mönchengladbach geändert.

Gebäude

Personen Viktor Achter (Präsident 1958 bis 1977) Wilhelm Finger (Kammermitglied) Viktor Achter (Kammermitglied) Peter Erkens (Geschäftsführer 1945 bis 1958)

Literatur Industrie- und Handelskammer zu Mönchengladbach (Hg.): Lebendige Wirtschaft im Wandel zum Morgen – 125 Jahre Industrie- und Handelskammer zu Mönchengladbach, Mönchengladbach, 1963. Dieter Porschen (Hrsg.): 200 Jahre Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Schriften zur rheinisch-westfälischen Wirtschaftsgeschichte, Sonderband Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, Köln, 2004

Einzelnachweise

Monchengladbach Kategorie:Organisation (Mönchengladbach) Kategorie:Geschichte (Mönchengladbach) Kategorie:Verbandsgründung 1837 Kategorie:Aufgelöst 1977