Burgkemnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Muldestausee im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.
Geografie Burgkemnitz liegt zwischen Dessau-Roßlau und Bitterfeld am Rande der Dübener Heide.
Geschichte Im Jahr 1456 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, S. 22 f. ISBN 978-3-937386-14-0. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.
Im Dreißigjährigen Krieg 1637 wurde Burgkemnitz durch die Truppen des schwedischen Feldmarschalls Johan Banér geplündert und erheblich zerstört.
Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Muldestausee am 1. Januar 2010Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010. StBA. war Burgkemnitz eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach. Seit 2012 ist Andreas Boy (Orts-)Bürgermeister von Burgkemnitz. mini|Barockkirche Burgkemnitz
Wappen und Flagge Blasonierung: „In Gold ein schwarzes Schloss mit durchbrochenen Fenstern und blauem Dach, im blauen Schildfuß drei schwarze Wellenlinien.“
Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Die Flagge von Burgkemnitz ist blau-gelb-schwarz gestreift mit mittig aufgelegtem Wappen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die barocke Dorfkirche Burgkemnitz, ein Baudenkmal, erstrahlt nach ihrer ganzheitlichen Restaurierung (von 1867 bis 1880) wieder in einem neuen Glanz. Sie wurde 1722 erbaut. Zur Tradition geworden und über die Grenzen der Region hinaus beliebt sind die „Burgkemnitzer Kirchenkonzerte“. mini|Rittergut Burgkemnitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker mini|Herrenhaus mit Magnolie „Das Burgkemnitzer Herrenhaus ist im Renaissancestil erbaut und sieht mit seinen altertümlichen Ecktürmen, Fassaden und Giebeln inmitten des großen anmutigen Parks, indem sich auch mehrere weitausladende Teiche befinden, sehr stattlich aus“ (Emil Obst, 1887). Letzter Besitzer dieses Herrenhauses war nach dem Zweiten Weltkrieg der durch die Bodenreform enteignete Landrat Kraft Freiherr von Bodenhausen. Zuletzt wurde das Herrenhaus als Kinderheim genutzt. Nach Errichtung von Neubauten auf dem Gutsgelände (Träger: Caritas) wurde das Herrenhaus an einen Leipziger Investor verkauft. Seitdem verfällt das Herrenhaus.
Die Zyklopenmauer mit dem zugehörigen Zyklopenturm wurde um das Jahr 1860 errichtet. Die Anlage verlief abschnittsweise um das Schloss herum und diente vermutlich sowohl repräsentativen als auch abgrenzenden Zwecken.
Der Gesundbrunnen wurde im Jahr 1972 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Planung und Errichtung gehen auf Martin Rösiger zurück. Zur Einweihung konnte aus der Quelle klares Quellwasser entnommen werden; zugleich markiert dieses Ereignis die Entstehung des sogenannten „Brunnen- und Jägerfestes“, das heute als Heimatfest bekannt ist. In der Folgezeit versiegte die Quelle jedoch. Als Ursachen gelten sowohl natürliche Witterungseinflüsse als auch anthropogene Veränderungen, insbesondere die Auswirkungen des Tagebaus Gröbern, durch die der Grundwasserspiegel abgesenkt wurde.
Arboretum Das Arboretum (übersetzt „Garten der Bäume“) ist eine etwa zwei Hektar große Anlage, in der rund 200 verschiedene Baum- und Straucharten präsentiert werden. Ziel ist es, die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes anschaulich zu vermitteln.
Die Anlage ist in verschiedene, gestaltete Bereiche und Biotope gegliedert, die die Vielfalt heimischer Naturräume widerspiegeln und zugleich der landschaftlichen Abwechslung dienen. Besucherinnen und Besucher erhalten die Möglichkeit, die Entwicklung von Pflanzengesellschaften in unterschiedlichen Lebensräumen nachzuvollziehen.
Zu den thematischen Schwerpunkten zählen unter anderem ein Linden-Eichen-Hainbuchen-Wald, ein Erlen-Eschen-Wald, Hecken als ökologische Nischen, ein Dübener-Heide-Wald, eine Allee mit dem „Baum des Jahres“, fremdländische Gehölze sowie Findlinge aus der Eiszeit.
Ein im Zentrum gelegener Pavillon sowie eine Schutzhütte an einer Teichlandschaft dienen als Aufenthalts- und Rastmöglichkeiten für Besucher.
Verkehrsanbindung Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 100.
Burgkemnitz hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Halle, der stündlich von den Linien S2 und S8 der S-Bahn Mitteldeutschland bedient wird.
Persönlichkeiten Bodo von Bodenhausen (1633–1700), Rittergutsbesitzer in Burg- und Neukemnitz Friedrich Pohle (1801–1871), Musiker und Musikautor Hans Bodo Freiherr von Bodenhausen (1875–1904), Offizier innerhalb der Schutztruppe von Deutsch-Südwestafrika, wurde in Burgkemnitz geboren.
Literatur Hans-Joachim Böttcher: Burgkemnitz – … inmitten einer wohlgepflegten englischen Parkanlage … In: Still und voll herber Schönheit … In: Schlösser und ihre Gärten in der Dübener Heide. Bad Düben 2006, S. 35–46. ISBN 3-00-020880-1.
Weblinks
Vereinsübersicht, Sehenswürdigkeiten und mehr. Website Burgkemnitz, jimdofree.com Homepage der Gemeinde Muldestausee
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Anhalt-Bitterfeld Kategorie:Geographie (Muldestausee, Gemeinde) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) Kategorie:Ersterwähnung 1456 Kategorie:Gemeindeauflösung 2010