mini|Neuer Bau, Holzschnitt von Leonhard Heckenauer mini|Rekonstruierte Ansicht von Max Bach nach einem Original von Viktor Heideloff mini|Altes Schloss mit Neuem Bau, 1698 mini|Neuer Bau, gekennzeichnet mit B (Ausschnitt aus Merians Stuttgart-Ansicht 1638)
Der Neue Bau, auch Neuer Marstall, Fürstlicher Stall oder Harnischhaus, war ein Renaissancebau in Stuttgart, der auf Befehl des württembergischen Herzogs Friedrich I. durch den Baumeister Heinrich Schickhardt 1599 bis 1609 errichtet wurde. 1757 brannte er ab; die Ruine wurde 1778 abgerissen.
Bau Der Neue Bau entstand anstelle mehrerer Privathäuser, des sogenannten Unteren Bades und einer älteren Rüstkammer. Die Grundsteinlegung fand am 16. März 1599 im Beisein des Herzogs statt, südlich des Alten Schlosses, innerhalb der alten Stadtmauer. Der Kunsthistoriker Max Bach schrieb 1896 in Bilder aus Alt-Stuttgart, dass 1786 beim Abbruch des Gebäudes eine Kupferplatte mit folgender Inschrift gefunden wurde:Max Bach (Hrsg.), Carl Lotter: Bilder aus Alt-Stuttgart. Stuttgart 1896, S. 32 ff.
Bach berichtet zudem von Komplikationen während des Baus: „Durch ein Erdbeben am 10. September 1603 erlitt der Bau bedeutende Beschädigungen, so daß ein Teil wieder abgetragen werden mußte; erst 1607 wurde das Ziegeldach aufgesetzt, aber im Inneren wurde noch zwei Jahre lang gebaut.“
Herzog Friedrichs Nachfolger Johann Friedrich ließ 1612 die Ziegeldeckung durch Kupferblech ersetzen.
Nutzung Das Erdgeschoss diente als Marstall, darüber war ein Festsaal. In den oberen Geschossen waren die herzogliche Rüstkammer und das Kunstkabinett untergebracht. 1711 bewohnte die Gräfin von Würben den Neuen Bau.
Brand und Abriss Am 22. Dezember 1757 brannte das Gebäude ab. Über den Hergang schrieb Max Bach:
Nach dem Brand wäre ein Wiederaufbau möglich gewesen, Herzog Karl ließ jedoch nur die Pferdeställe restaurieren, der Rest des Gebäudes stand 20 Jahre lang als Ruine.
1778 wurde mit dem Abbruch der Ruine begonnen, was sich als schwierig erwies, da „sämtliche Quader mit eisernen Klammern mit einander verbunden waren.“ mini|Dorotheenplatz ca. 1830, nach Abriss des Neuen Baus 1782 wurde der Platz um den Neuen Bau eingeebnet, dies vergrößerte den Bärenplatz, später Dorotheenplatz genannt. 1864 wurde hierauf die Blumen- und Gemüsehalle errichtet, die Vorgängerin der bis 1914 erbauten Markthalle Stuttgart.
Literatur Max Bach (Hrsg.), Carl Lotter: Bilder aus Alt-Stuttgart. Stuttgart 1896, S. 32 ff. (Digitalisat)
Weblinks
Neuer Bau im Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1590er Jahren Kategorie:Zerstört in den 1770er Jahren Kategorie:Renaissancebauwerk in Stuttgart Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Stuttgart Kategorie:Stuttgart-Mitte