mini|San Pietro di Sorres, ursprüngliche Kathedralkirche des Bistums Sorres mini|Bistümer und Kirchenprovinzen im mittelalterlichen Sardinien Das Bistum Sorres, auch Bistum Sorra (lat.: Sorrensis, abgekürzt Sorren.) ursprünglich mit Sitz in der wüst gefallenen Stadt Sorres, ab dem 15. Jahrhundert in Borutta, Sardinien (Italien), war ein wahrscheinlich 1065 gegründetes Bistum der römisch-katholischen Kirche. Ein erster Bischof ist 1106 genannt. 1445 sollte das Bistum mit dem Bistum Bosa vereinigt werden, aufgrund der Zwistigkeiten der Domkapitel kam die Vereinigung nicht zustande. 1503 wurde das Bistum Sorres schließlich mit dem Erzbistum Sassari vereinigt. In der Tradition des aufgegebenen Bischofssitzes in Sorres wurde 1968 das Titularbistum Sorres etabliert.
Lage Das Bistum lag im nordwestlichen Teil von Sardinien, südöstlich von Sassari. Es grenzte im Norden an das Bistum Ploaghe, im Nordosten an das Bistum Bisarcio, im Osten über eine kurze Strecke an das Bistum Castro di Sardegna, im Süden an das Bistum Ottana, im Westen an das Bistum Bosa, und im Nordwesten an das Erzbistum Torres. Der ursprüngliche Bischofssitz befand sich in Sorres, das wahrscheinlich schon im 15. Jahrhundert aufgegeben wurde. Die Stadt Sorres lag zwischen Borutta und Torralba, wahrscheinlich dort wo noch heute das Kloster San Pietro di Sorres steht (Lage: ). San Pietro di Sorres war die ursprüngliche Kathedralkirche des Bistums.
Der Bischofssitz befand sich ab dem 15. Jahrhundert in Borutta. Die dortige Pfarrkirche Santa Maria Maddalena war dann die Kathedrale des Bistums. Nach Giuseppe Cossu umfasste der Sprengel die folgende größeren Orte: Villa Nova monte santo, Siligo, Banari, Bonnanaro, Torralba, Borutta, Iteri Fustiarbus, Mores, Lachesos, Bonorva, Semestene, Rebeccu, Giave, Cossoine, Thiesi, Bessude und Cheremule. Zerstört bzw. aufgegeben waren 1783 bereits: Sorres, Santa Maria di Sea, Todoraque (heute Kirche Nostra Signora di Todorache), Suli, Gaycle, Curcetti, Ittui, Caprili, Nicello Terquiddo, Tiro, Modolo, Ibibis, Norigues, Nieddu, Illurigues, Sustana und Modusano.
Geschichte Das Bistum Ottana mit Sitz in Ottana wurde wahrscheinlich 1065 begründet. Die Gründung des Bistums erfolgte im Zuge einer Umstrukturierung der sardischen Kirchenorganisation unter dem Papst Alexander II. (1061–1073). Bei dieser Umstrukturierung wurden sechs neue Bistümer (Castro, Ottana, Bisarcio, Ploaghe, Sorres und Ampurias) geschaffen, deren Sprengel von den älteren Bistümern Torres und Bosa abgetrennt wurden. Nur wenig später (1073) wurde das Bistum Torres zum Metropolitansitz erhoben. Die genannten Bistümer (einschließlich Bosa) wurden dem neuen Erzbistum als Suffraganbistümer unterstellt. Nach Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Metropolitansitz nach Sassari verlegt und in Erzbistum Sassari umbenannt.
Das Domkapitel von Sorres bestand aus einem Erzpriester und zehn Kanonikern. Hinzu kamen noch einige Vikare. Ein erster Bischof von Sorres namens Alberto wird 1106 genannt, als er die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Sacargia weihte. Er war bis 1115 im Amt. Bischof Joannes (1133–1147) schenkte den Kamaldulensern mehrere Kirchen in seinem Bistum.
Im 14. und 15. Jahrhundert erlitt Sardinien katastrophale Bevölkerungsverluste; viele Siedlungen fielen wüst. Im 15. Jahrhundert war das Bistum Sorres so verarmt, dass Papst Eugen IV. es 1445 mit dem finanziell ebenfalls notleidenden Bistum Bosa vereinigte. Aufgrund der Zwistigkeiten, die zwischen den beiden Domkapiteln entstanden, widerrief er die Bulle. Das Bistum Sorres blieb selbständig und es wurden weiterhin Bischöfe von Sorres ernannt. 1503 kam dann doch das Aus für das Bistum, es wurde zusammen mit den Bistümern Bisarcio, Castro di Sardegna, Ampurias und Ploaghe mit dem Erzbistum Sassari vereinigt.
Bischöfe von SorresDie sich überschneidenden Amtszeiten der Bischöfe lassen sich z. T. durch die Ernennung von Gegenbischöfen der jeweiligen Gegenpäpste erklären. Name Amt von bisAlberto/Albertus1106 (1113)28. Oktober 1115Jacopo/Jacobus I.16. Dezember 11161126Giovanni/Joannes I.11331147Giovanni/Joannes II. Sarga11531170 (1175?)G./Goffredus1176Augerius (nicht aufgeführt von Cappelletti und Mattei)11981201PetrusOCist.12051211?NN (Eubel hat hier noch einen Bischof Joannes, ohne Jahr, der anscheinend als Vorgänger des Gregorius genannt ist)28. März 1259Guantinus de Farfara (fehlt in Cappelletti, Mattei und Eubel)1303Gregorio/Gregorius/Gregorio TanziOESA, wurde 1323 zum Bischof von Feltre und Belluno ernannt7. Juni 13226. Juni 1323Antonius/Antonio OFM (fehlt in Cappelletti, Mattei und Gams)26. August 1323† 1332Bernardus 13. Mai 1332† 1333Barosonus17. März 1333† 1342Joannes Amalrici19. Juli 1342† 1344Benedictus/BenedettoOP, wurde 1348 Bischof von Chioggia13. September 134426. Januar 1348Franciscus/Francescowar bisher Titularbischof von Tiberias9. Januar 1348 Dezember 1348Pietro de Garsinis/Petrus de Garsinis OP, er wurde 1348 Bischof von Anagni, er könnte nach Benedictus gefolgt sein1330 1348Arnaldo/Arnoldus/ArnaldusOPraem, wurde 1365 Bischof von Nusco8. Dezember 13481365Francesco/Franciscus/Francesco Calonicowar bis 1365 Bischof von Nusco14. Februar 1365Gennaro/Januarius/Gonarius (Januarius)/Gonnarius (Eubel hat nach diesem Bischof Gonnarius noch drei Bischöfe, Benedictus, Franciscus und Andreas, jeweils ohne Nachweise oder Amtszeiten)1382Nicolaus (ohne Datum, ist als Vorgänger des Berengarius genannt)Berengarius de SurripisOSM 10. Dezember 1386Jacopo/Jacobus20. März 1386† 1391Giovanni de Martis/Joannes de Martis (der Vorgänger Jacobus ist genannt)19. April 1391Nicolaus Vidini/Nicolaus/Nicola (der Vorgänger Joannes ist genannt), er war vorher Bischof von Ottana, Bischof Nicolaus soll nach Spano 1429 noch im Amt gewesen sein14. Juni 1400Petrus1414† 1428Stefano/Stephanus/Stephano ArdizoneOCist, war Abt des Klosters Beatae Mariae de Paulus5. Juli 1428† 1440Giovanni Sancio/Joannes Sancius/Joannes Sanchez Joannes Sancii/Giovanni Sanchez18. Mai 1440Thomas nach Spano soll der vorige Bischof Johannes 1454 und 1455 noch im Amt gewesen sein20. September 1452† 1461Jacopo Poggi/Jacobus Pocius/Jacobus Poggio/Jacobus de Podio/Giacomo Despuig (de Podio)28. März 1461† 1497Jacobus de Puiasolla/Giacomo de PuyasolaOESA28. Juli 1497† 1509
Am 8. Dezember 1503 wurde das Bistum Sorres mit dem Erzbistums Sassari vereinigt. Die Vereinigung trat aber erst mit dem Tod des letzten Bischofs 1509 in Kraft.
In der Tradition des aufgegebenen Bischofssitzes in Ottana wurde 1968 das Titularbistum Sorres etabliert.
Literatur Giovanni Spano: Notizie storico-critiche intorno all’antico episcopato di Sorres ricavate da un autografo manoscritto del secolo XV. A. Timon, Cagliari, 1854 Online bei Google Books (Im Folgenden abgekürzt Spano, Notizie storico-critiche mit entsprechender Seitenzahl) Einzelnachweise Giuseppe Cappelletti: Le chiese d’Italia dalla loro origine sino ai nostri giorni. Band 13. Giuseppe Antonelli, Venedig, 1870, hier Bistum Sorres S. 134–137 Online bei Google Books.
Giuseppe Cossu: Della Città di Sassari notizie compendiose sacre e profane. Reale Stamperia, Sassari, 1783. Online bei Google Books, hier S. 104.
Conrad Eubel: Hierarchia catholica medii aevi sive summorum pontificium, S. R. E. Cardinalium, Ecclesiarum Antistitium Serie ab anno 1198 usque ad annum 1431 perducta e documentis tabularii praesertim vaticani collecta, digesta, edita.e Druckerei Regensberg, Münster 1913, S. 458.
Conrad Eubel: Hierarchia catholica medii aevi sive summorum pontificium, S. R. E. Cardinalium, Ecclesiarum Antistitium Serie ab anno 1431 usdque ad annum 1503 perducta e documentis tabularii praesertim vaticani collecta, digesta, edita. Druckerei Regensberg, Münster 1914, S. 240.
Pius Bonifatius Gams: Series episcoporum ecclesiae catholicae: quotquot innotuerunt a beato Petro Apostolo. Georgh Joseph Manz, Regensburg, 1873 Online bei Google Books, S. 840/01.
Roberto Lai: La diocesi medievale di Ottana e la cronotassi dei suo verscovi (1065–1503). Biblioteca digitale dei comuni della Sardegna, 2013, e-book sehr eingeschränkte Vorschau bei Google Books.
Antonio Felice Mattei: Sardinia sacra seu De episcopis Sardis historia. Nunc primò confecta., Joannis Zempel, Rom, 1761 Online bei Google Books, S. 228–233.
Spano, Notizie storico-critiche, S. 12. Online bei Google Books
Spano, Notizie storico-critiche, S. 17. Online bei Google Books Weblinks
Anmerkung
Sorres Kategorie:Christentum (Sardinien) Kategorie:Borutta (Sardinien) Sorres
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