Hammermühle (oberfränkisch: Homma-mlJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „håmmɒml“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Creußen im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Hammermühle liegt in der Gemarkung Boden.
Lage Die Einöde liegt am Roten Main. Ein Anliegerweg führt 300 Meter westlich zur Bundesstraße 2. Dort steht eine Linde, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Geschichte Der Ort wurde 1403 als „Hammarmul“ erstmals urkundlich erwähnt.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 18. In dem Ort bestand im 15. und 16. Jahrhundert ein Eisenhammer, der vom Wasser des Roter Mains betrieben wurde.Franz Michael Ress: Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der oberpfälzischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Verl. d. Histor. Vereins von Oberpfalz u. Regensburg, Regensburg 1950, S. 175. Das bis heute bestehende Hammerhaus wurde 1729 von Nikolaus Busch erbaut. In der Fraisch unterstand Hammermühle dem brandenburg-bayreuthischen Kasten- und Stadtvogteiamt Creußen.
Von 1791/92 bis 1810 unterstand Haaghaus dem preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz. Mit dem Gemeindeedikt wurde Hammermühle dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Creußen und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Bühl zugewiesen.
1862 kaufte Johann Georg Neuner das Anwesen und errichtete hier ein Sägewerk, eine Lohmühle und eine Getreidemühle; da seine Frau Anna eine Müllerstochter war, wurde das Mahlen von Getreide zum Hauptgeschäft. 1885 übernahm sein Sohn Friedrich Neuner (* 1. Februar 1857; † 22. Juli 1930) den Betrieb. Dieser war von 1895 bis 1918 Mitglied des Bayerischen Landtags, von 1903 bis 1918 war er Reichstagsabgeordneter.Geschichte des Bayerischen Parlaments seit 1819: Neuner, Friedrich Johann, abgerufen am 7. November 2024. Friedrichs Sohn Hans wurde im Ersten Weltkrieg schwer verwundet, konnte die Mühle nach seiner Heimkehr aber noch lange betreiben. Im Zweiten Weltkrieg geriet sein Sohn Lorenz Neuner (* 1922; † 1995) in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1945 zurückkehrte, 1952 übernahm er den Betrieb. Ende der 1970er Jahre wurde die Getreidemühle stillgelegt. 1987 übergab Lorenz ihn an seinen eigenen Sohn Hans Neuner.Adriane Lochner: Historische Hammermühle Creußen, abgerufen am 7. November 2024. Ursprünglich wurde das Werk von zwei Wasserrädern angetrieben, heute wird es von einer Turbine angetrieben, die Strom erzeugt. Heute betreibt die Tochter Sandra Neuner die sog. „9ersche Werkstatt“, in der dekorative Holzarbeiten angefertigt werden.Ausgefallene Dekorationen & Geschenke aus Massivhölzern, abgerufen am 7. November 2024.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Hammermühle am 1. Januar 1972 in die Stadt Creußen eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 9 8 11 10 11 9 13 10 5 6HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 1 1 1 1 1 1Quelle
Religion Hammermühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakobus (Creußen) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Creußen) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ersterwähnung 1403