Der Kaufmann für Digitalisierungsmanagement ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland. Er besteht seit 2020.Digitalisierungsmanagement-Kaufleute-Ausbildungsverordnung vom 28. Februar 2020 ()

Der neu geschaffene Ausbildungsberuf ersetzt das frühere Berufsbild der Informatikkaufleute. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Digitalisierung bislang analoger sowie die Weiterentwicklung bestehender digitaler Geschäftsprozesse auf operativer Ebene. Kaufleute für Digitalisierungsmanagement analysieren und optimieren betriebliche Wertschöpfungsketten mit dem Ziel, Potenziale der Digitalisierung wirtschaftlich zu nutzen.

Aufgabenprofil In seinen Verantwortungsbereich fallen folgende Aufgaben:

Analyse und Gestaltung von Geschäftsprozessen Er analysiert bestehende Arbeits- und Wertschöpfungsprozesse aus einer ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Perspektive, um Optimierungspotenziale durch Digitalisierung zu identifizieren. Dabei wirkt er maßgeblich daran mit, analoge Abläufe in digitale Prozesse zu überführen.

Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen Ein Schwerpunkt liegt auf der digitalen Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle, wobei er stets den Kundennutzen und die Wertschöpfung im Blick behält. Der Kaufmann belegt mit Zahlen und Analysen, welche Lösung den größten wirtschaftlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann.

Datenmanagement und -analyse Im Unternehmen, ermittelt er den Informationsbedarf identifiziert Datenquellen und stellt Daten für verschiedene Funktionsbereiche bereit. Mithilfe von Werkzeugen zur Datenanalyse bereitet er Informationen auf, um daraus Potentiale für wirtschaftlichen Nutzen aufzuzeigen.

Kaufmännische Steuerung und Beschaffung Er plant und führt Beschaffungsvorgänge für IT-Produkte und Dienstleistungen durch. Zudem wendet er Instrumente der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle an, führt Nachkalkulationen durch und ermittelt betriebliche Kennzahlen.

Vertragsmanagement Er bahnt Verträge an, gestaltet diese unter Berücksichtigung von Lizenzmodellen und bereitet sie unterschriftsreif vor.

IT-Sicherheit und Datenschutz Er sorgt für die Einhaltung rechtlicher Bestimmungen zum Datenschutz. Dazu gehört auch die Erstellung von Benutzer-, Zugriffs- und Datensicherungskonzepten.

Kundenberatung und Projektarbeit Er berät Kunden und Mitarbeiter beim Einsatz von IT-Systemen und führt Schulungen für neue Anwendungen durch. Seine Arbeit ist in der Regel projekt- und teamorientiert, wobei er oft eine Vermittlerrolle zwischen kaufmännischen und technischen Ansprechpartnern einnimmt.

Einrichtung von IT-Arbeitsplätzen Er ermittelt Bedürfnisse für IT-gestützte Arbeitsplätze, wählt passende Hard- und Software aus und begleitet die Konfiguration und testet diese Systeme.

Ausbildung (Quelle: ) Dauer & System Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und erfolgt im dualer Ausbildung (Betrieb und Berufsschule).

Struktur Sie gliedert sich in gemeinsame Qualifikationen für alle IT-Berufe (in den ersten 18 Monaten) und berufsspezifische Fachqualifikationen.

Berufsschule & Betrieb In der Berufsschule wird die Theorie in 12 großen Themenblöcken, den sogenannten Lernfeldern unterrichtet. Im Ausbildungsbetrieb werden vorgegebene praktische Aufgaben, die im Ausbildungsplan als Berufsbildpositionen bezeichnet werden, abgearbeitet. Zusätzlich findet eine praktische Ausbildung in einem festen Fachbereich des Unternehmens statt, zum Beispiel in der Optimierung von Betriebsabläufen.

Methodik Die Ausbildung ist projekt- und teamorientiert ausgerichtet, um die berufliche Handlungsfähigkeit in komplexen digitalen Prozessen zu fördern.

Abschlussprüfung Aufbau der Abschlussprüfung Die Abschlussprüfung ist eine „gestreckte Abschlussprüfung“, die aus zwei zeitlich getrennten Teilen bestehthttps://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/5557540/db0f5c268bbb410db918a8e833674128/leitfaden-kaufleute-fuer-digitalisierungsmanagement-data.pdf:

Teil 1 (20 % Gesamtwertung)

Zeitpunkt: Im vierten Ausbildungshalbjahr. Bereich: „Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes“. Format: 90-minütige schriftliche, praxisbezogene Aufgaben.

Teil 2 (80 % Gesamtwertung) Zeitpunkt: am Ende der Ausbildung vier Bereiche:

Aufgabe Prozent Zeit 1. Digitale Entwicklung von Prozessen. Eine betriebliche Projektarbeit mit schriftlicher Dokumentation sowie eine anschließende Präsentation und ein Fachgespräch. 50 % max. 40 Stunden 2. Entwicklung eines digitalen Geschäftsmodells. Schriftliche Prüfung über die Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen. 10 % 90 Minuten 3. Kaufmännische Unterstützungsprozesse. Schriftliche Prüfung zu Themen wie Rechnungswesen, Beschaffung und Verträge. 10 % 90 Minuten 4. Wirtschafts- und Sozialkunde. Schriftliche Prüfung über allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge. 10 % 60 Minuten

Die Prüfung gilt als bestanden, wenn sowohl das Gesamtergebnis als auch das Ergebnis von Teil 2 mindestens mit „ausreichend“ bewertet wurde.

Siehe auch Kaufmann für IT-System-Management IT-Beruf Fachinformatiker

Literatur Bundesanstalt für Arbeit; Blätter zur Berufskunde: Berufe in der Informationstechnik (IT); Bertelsmann. Bundesministerium für Bildung und Forschung; Ausbildung und Beruf. Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung IT-Kompendium; Verlag Westermann. Basiswissen IT-Berufe (mehrere Bände); Stam-Verlag. Kernqualifikation – Informations- und Telekommunikationstechnik; Gehlen-Verlag.

Weblinks Deutschland: Vorstellung des Berufs des Kaufmann/-frau - Digitalisierungsmanagement bei der Bundesagentur für Arbeit Vorstellung des Berufs des Kaufmann/-frau - Digitalisierungsmanagement bei der IHK Nord Westfalen

Einzelnachweise

Kategorie:IT-Beruf Kategorie:Betriebswirtschaftlicher Abschluss Kategorie:Ausbildungsberuf Kategorie:Kaufmännischer Beruf