mini|Laurent Cantet (2006) Laurent Cantet (* 11. April 1961Ryan Gilbey: Laurent Cantet obituary in The Guardian, veröffentlicht und abgerufen am 26. April 2024.Laurent Cantet en quelques dates in Le Monde, veröffentlicht und abgerufen am 26. April 2024. in Melle, Département Deux-Sèvres; † 25. April 2024 in Paris) war ein französischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Kameramann.
Leben und Wirken Cantet, Sohn eines Lehrerpaares, begann seine Ausbildung zum Filmemacher am Pariser Institut des hautes études cinématographiques (IDHEC). Sein Debüt als Kurzfilmregisseur feierte er 1994 mit Tous à la manif, in dem sich ein Barkellner einer geplanten Schülerdemonstration anschließen möchte. Das Werk erhielt im selben Jahr den renommierten Jean-Vigo-Preis.
Mit Freiwillig verbannt legte Cantet 1997 seinen ersten Spielfilm vor. Den Durchbruch als Regisseur ebnete dem Franzosen aber erst sein zweiter Spielfilm Der Jobkiller (1999), in dem Hauptdarsteller Jalil Lespert als Praktikant in der Firma seines Vaters arbeitet, um eine Befragung über die 35-Stunden-Woche durchzuführen. Erst spät erkennt der Betriebswirtschaftsstudent, dass die Arbeit der Umstrukturierung des Betriebes dient. Cantet erhielt für Der Jobkiller den César als bestes Erstlingswerk.
Cantets größter Erfolg war Die Klasse (2008). Der fünfte Spielfilm des Regisseurs, eine Sozialstudie über eine Pariser Schulklasse, gewann mit der Goldenen Palme 2008 den Hauptpreis der 61. Filmfestspiele von Cannes. Monate später wurde der Film als offizieller französischer Beitrag für die Nominierung um den besten fremdsprachigen Film bei der Oscarverleihung 2009 ausgewähltvgl. der fremdsprachigen Spielfilme mit englischen Titeln (englisch; aufgerufen am 26. April 2024) und im selben Jahr für den Europäischen Filmpreis nominiert.
Cantets Retour à Ithaque sorgte im Rahmen des Filmfestivals von Havanna im Dezember 2014 für eine Kontroverse, als der auf Kuba gedrehte Film von der Festivalleitung ohne Begründung kurzfristig aus dem Programm genommen wurde. Eine Gruppe kubanischer Filmschaffender protestierte nach Ende des Festivals öffentlich gegen die als Zensur wahrgenommene Maßnahme. Der Spielfilm basiert auf einer Literaturvorlage des Schriftstellers Leonardo Padura.Ute Evers: Filmzensur in Kuba: Kubanische Perspektiven, in: taz.de vom 6. Januar 2015, abgerufen am 31. März 2015
2018 wurde er in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt.Academy invites 928 to Membersphip. In: oscars.org (abgerufen am 26. Juni 2018).
Laurent Cantet starb am 25. April 2024 im Alter von 63 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung in Paris.
Filmografie 1994: Tous à la manif (Kurzfilm) 1995: Jeux de plage (Kurzfilm) 1997: Freiwillig verbannt (Les sanguinaires) 1999: Der Jobkiller (Ressources humaines) 2001: Auszeit (L’emploi du temps) 2005: In den Süden (Vers le sud) 2008: Die Klasse (Entre les murs) 2012: 7 Tage in Havanna (7 días en la Habana) – Episode „La Fuente“ 2013: Foxfire 2014: Retour à Ithaque 2017: L’atelier 2021: Arthur Rambo 2025: Enzo (Drehbuch)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Kameramann Kategorie:César-Preisträger Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann