mini|Wilhelm Killmayer (1955) Wilhelm Killmayer (* 21. August 1927 in München; † 20. August 2017 in Starnberg)Wilhelm Killmayer 1927–2017 In: Schott Music. 20. August 2017 war ein deutscher Komponist. Er komponierte für Klavier, Kammermusik, Symphonien, Opern, Ballettmusik und Vokalmusik, darunter mehr als 200 Lieder.Offen, romantisch: Der Komponist Wilhelm Killmayer gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. August 2017, S. 9.

Leben Seine ersten Lebensjahre verbrachte Wilhelm Killmayer in Mitterndorf bei Dachau. Nach dem Tod des Vaters 1932 wuchs er in München auf. Dort begann er Klavier zu spielen und besuchte nach der Volksschule (1934–1937) das humanistische Maximiliansgymnasium, an dem er 1947 das Abitur ablegte. 1945–1951 studierte er am Musikseminar von Hermann Wolfgang von Waltershausen Dirigieren und Komposition. 1951 wurde er Privatschüler von Carl Orff, der ihn 1953/54 in seine Meisterklasse an der Münchener Musikhochschule aufnahm. Parallel studierte Killmayer 1949–1952 Musikwissenschaft bei Rudolf von Ficker und Walter Riezler sowie Germanistik und Italienisch an der Ludwig-Maximilians-Universität.

1955–1958 war Killmayer Dozent für Musiktheorie und Kontrapunkt am Trapp’schen Konservatorium, 1961–1964 Ballettdirigent an der Bayerischen Staatsoper. Danach arbeitete er als freischaffender Komponist. 1968–1975 wohnte er in Frankfurt am Main. 1973–1992 hatte er eine Professur für Komposition an der Münchner Musikhochschule inne. Zu seinen Schülern gehörten Max Beckschäfer, Sandeep Bhagwati, Moritz Eggert, Paul Engel, Markus Schmitt, Lutz Landwehr von Pragenau, Alfred Müller-Kranich, Walther Prokop, Fredrik Schwenkhttps://www.badsk.de/presse/mitteilungen/konzert-wilhelm-killmayer-und-seine-sch%C3%BCler-rudi-spring-und-fredrik-schwenk-12, Rudi Spring und Laurence Traiger. Auf Einladung von Walter Fink war er 1994 der vierte Komponist im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festivals. „Killmayers Musik hat diese insistierende Doppelbödigkeit: eine in die Irre geführte Heiterkeit und staunender Ernst, ‚neu‘ empfunden, meilenweit entfernt vom Mainstream der Moderne oder Postmoderne oder des Neokonservativismus.“Wolfgang Schreiber: Der große Eigensinnige. Der Komponist Wilhelm Killmayer ist einen Tag vor seinem neunzigsten Geburtstag gestorben. In: Süddeutsche Zeitung vom 22. August 2017, S. 10.

Wilhelm Killmayer starb im August 2017, einen Tag vor seinem 90. Geburtstag; er lebte in München und Frasdorf. Seine letzten Jahre verbrachte er in Starnberg. Am 28. September 2017 wurde er in einer Urne in München-Bogenhausen beigesetzt.

Ehrungen, Mitgliedschaften 1954: Preis der Fromm Music Foundation, Chicago (für die Missa brevis) 1957: Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München 1958: Stipendium der Villa Massimo, Rom 1965: Prix Italia (für Une leçon de français) 1965/66: Stipendium der Villa Massimo, Rom 1970: Stipendium der Cité Internationale des Arts, Paris 1974: Rostrum of Composers, Paris (für die Sinfonia 1) 1972: Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1980: Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) 1982: Ludwig-Spohr-Preis der Stadt Braunschweig 1983: Bundesverdienstkreuz am Bande 1990: Hindemith-Preis im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals 1993: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst 1994: Oberbayerischer Kulturpreis 2003: Musikpreis der Landeshauptstadt München 2010: Musikpreis der Christoph-und-Stephan-Kaske-Stiftung

Wolfgang Rihm widmete Wilhelm Killmayer mehrere seiner Werke.Gerhard R. Koch: Einzelgängerisch und immer am Grat. Im besten Sinne romantisch: Der Komponist Wilhelm Killmayer wird neunzig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. August 2017, S. 12.

Ausgewählte Werke Bühnenwerke La Buffonata (Die Schelmin; 1959/60). Ballettoper. Libretto: Tankred Dorst La Tragedia di Orfeo (1960/61). Ballett (nach La Fabula di Orpheo von Angelo Poliziano) Yolimba oder Die Grenzen der Magie (1965; Neufassung: 1970). Musikalische Posse in einem Akt und vier Lobgesängen. Libretto: Tankred Dorst und Wilhelm Killmayer

Vokalkompositionen Geistliche Hymnen und Gesänge (1964) für 6-stimmigen gemischten Chor (SAATTB). Texte: Jean Racine, deutsch von A. Neumann, Clemens Podewils, Rudolf Alexander Schröder und Wilhelm Willige 1. Der wache Vogel – 2. Beglückt ist – 3. Indes der Schlaf – 4. Der Purpurglanz der Morgenfrühe – 5. Der Du den Mensch schufst – 6. Das ganze Weltenrund Canti amorosi (1953) für gemischten Chor (SATB) mit Soli (ST) 1. Quant voi la rose espanir. Text (altfranzösisch): anonym überliefert – 2. Ohime! Se tanto amate. Text (altitalienisch): anonym überliefert – 3. S’andasse Amor a caccia. Text: Torquato Tasso Romanzen (1954) für Sopran, Klavier und Schlagzeug. Texte: Federico García Lorca, deutsch von Enrique Beck (* 12. Februar 1904 Köln; † 16. September 1974 Riehen) 1. Ich singe nimmer das Lied („Ich singe nimmer das Lied, das auf den Lippen mir einschlief“). Langsam – 2. Reiterlied („Córdoba. Einsam und fern“). Langsam – 3. Mein Mädchen ging an das Meer („Mein Mädchen ging an das Meer, wollte Wellen zählen und Kiesel“). Allegretto grazioso – 4. Ghasel von der Liebe mit hundert Jahren („Aufwärts durch die Gasse gehn die vier Galane“). Sehr rasch und lärmend – 5. Lamento („Nachbarinnen! Er war ein herrlicher Reiter, jetzt ist er ein schmelzender Schnee“). Molto agitato Acht Shakespeare-Lieder (1955) für Tenor und Ensemble: Violine, Klarinette in B, Fagott, Klavier und Schlagzeug (Glockenspiel [oder Celesta], Vibraphon, Marimbaphon, Tempelblocks, Triangel, großes und kleines Becken, Tamburin und hängendes Tamburin, 3 kleine Trommeln, Große Trommel). UA 26./27. Mai 1956 Frankfurt am Main (Tage Neuer Musik; Franz Fehringer [Tenor]; Mitglieder des Sinfonie-Orchesters des Hessischen Rundfunks, Dirigent: Wilhelm Killmayer) 1. Ständchen („Horch! Lerch am Himmelstor singt hell und Phoebus kommt herauf“; aus Cymbeline) – 2. Sturmlied („Stürm, stürm, du Winterwind!“; aus Wie es euch gefällt) – 3. Sommerlied („Wo die Bien, saug ich mich ein, bette mich in Maiglöcklein“; aus: Der Sturm) – 4. Komm herbei, Tod („Komm herbei, komm herbei, Tod, und bedeck mit Cypressen den Leib!“; aus Was ihr wollt). Andante ma non troppo – 5. Liebeslied („Bleibt, o bleibt ihr Lippen ferne, die so lieblich falsch geschworen“; aus Maß für Maß). Agitato – 6. Krämerlied („Kauft Band und Spitzen, Schnur an die Mützen, mein Hühnchen, meine Kleine, da!“; aus Das Wintermärchen). Allegro – 7. Ariels Lied („Fünf Faden tief liegt Vater dein“; aus Der Sturm). Dolce – 8. Regenlied („Als ich ein winzig Bübchen war, hopp heißa bei Regen und Wind“; aus Was ihr wollt). Allegretto Le petit Savoyard (1956). Französische Volkslieder für Sopran und sieben Instrumentalisten. UA 22. Oktober 1956 Stuttgart (Liselotte Ebnet [Sopran]; Orchester des Süddeutschen Rundfunks, Dirigent: Leo Mueller) Orchester: Picc.1.0.0.0 – Schlagzeug (1 Spieler): Glockenspiel, Vibraphon, Claves, 2 Tempelblocks, Maracas, Schüttelrohr, Becken, Jazzbecken, Tamburin, 2 Bongos, 3 kleine Trommeln, 2 Congas, große Trommel – Celesta/Cembalo – Streicher: 1.0.0.1.1 1. Rondo à la manière d’un Rigaudon («Je vous chanterai mainte bonne chosette»). Allegro – 2. Adieux à la Maurienne («A dioz, a dioz, nobla cita de Sant Jehan de Moriena»). Andantino – 3. La belle alouette («La bell’aluieta matin s’é leva»). Allegro – 4. La Maumariée («Mariée je le suis mal à ma fantaisie»). Andante moderato – 5. Ma mère, je suis en âge («Ma mère, je suis en âge pour me donner un mari»). Allegro moderato – 6. Berceuse de Savoie («D’eilei Draù, La campana so un de faù»). Lento – 7. Le petit Ramoneur («En passant par la Bourgogne je rencontre un petit homme»). Mambo-Tempo Sappho. Fünf griechische Lieder. Texte: Sappho Zyklus für Sopran und Instrumente (1958) Ensemble: Flöte/Piccolo – Schlagzeug (3 Spieler): Glockenspiel, Vibraphon, Bass-Xylophon, 3 hängende Becken, Bongos, kleine Trommel, große Trommel – Harfe – Klavier 1. ἦλθες, καλ’ ἐπόησας (Elthes, kal’ epoesas / Kamst du endlich, wie schön) – 2. ὦ κάλα, ὦ χαρίεσσα (O kala, o chariessa kora) – 3. ἄστερες μὲν ἀμφὶ κάλαν σελάνναν (Asteres men amfi kalan selannan / Sterne, die den lieblichen Mond umstehen) – 4. φαίνεταί μοι κῆνος (Fainetai moi kenos) – 5. οὐδ’ ἴαν δοκίμωμι προσίδοισαν φάος ἀλίω (Ud’ ian dokimomi prosidoisan faos alio / Und keine einzige, glaub ich, die das Licht der Sonne erblickt hat) Zyklus für Sopran und kleines Orchester (1959/60). UA 8. Februar 1961 Stuttgart (Anja Silja [Sopran]; Mitglieder des Südfunk-Sinfonie-Orchesters, Dirigent: Wilhelm Killmayer) Orchester: Piccolo, 3-6 Flöten, 4-6 Oboen – Schlagzeug (5 Spieler): Bass-Xylophon, 4 Tempelblocks, Zimbeln, m. Becken, 3 hängende Becken, Tamtam, Tamburin, Bongos, kleine Trommel, 3 Tomtoms, 2 Rührtrommeln, große Trommel – Pauken – 2-4 Harfen – Klavier 1. ἦλθες, καλ’ ἐπόησας (Elthes, kal’ epoesas / Kamst du endlich, wie schön) – 2. ὦ κάλα, ὦ χαρίεσσα (O kala, o chariessa kora) – 3. φαίνεταί μοι κῆνος (Fainetai moi kenos) – 4. ἄστερες μὲν ἀμφὶ κάλαν σελάνναν (Asteres men amfi kalan selannan / Sterne, die den lieblichen Mond umstehen) – 5. ποικιλόθρον’ ἀθανάτ Ἀφρόδιτα (Poikilothron athanat’ Afrodita / Buntbethronte himmlische Aphrodite) Drei Gesänge nach Hölderlin (1965) für Bariton und Klavier 1. Dem Sonnengott – 2. Des Morgens – 3. Die Götter Antiphone (1967) für Bariton, Orchester und kleinen Männerchor (ad libitum). Aufnahme 25.–27. September 1985 Bayerischer Rundfunk (Roland Herrmann [Bariton], Männerchor und Orchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Wilhelm Killmayer) Orchester: 3(2. auch Picc./Altfl[G], 3. Altfl.[G]).2.3(3. auch Bklar.[B]).2 – 2.4.3.1 – Schlagzeug (Glockenspiel, Tamtam, große Trommel) – Pauken – Celesta – Klavier – Streicher (12.0.6.4.4) 1. Dum medium silentium tenerent omnia (Als alle Dinge mitten im Schweigen waren). Text: Meister Eckhart – 2. Exspectans exspectavi Dominum (Ich harrte des Herrn). Text: Psalm 40(39) – 3. Elevamini portae aeternales (Erhebt euch, ihr ewigen Pforten). Text: Psalm 24(23) – 4. …immisit in os meum canticum novum carmen Deo nostro (…hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott). Text: Psalm 40(39) Lauda („Amore, Amore che si m’hai ferito“; 1968) für 8-stimmigen gemischten Doppelchor (SSAATTBB / SSAATTBB) a cappella oder mit Orchester. Text: Iacopone da Todi. UA 27. Juni 1968 Stuttgart (Deutsches Sängerbundfest; Südfunk-Chor und Südfunk-Sinfonie-Orchester, Dirigent: Hans Zanotelli) Orchester: 3.2.EH.3(3. auch Bklar.[B]).3 – 3.3.3.0 – Schlagzeug (Tomtoms) – 2 kleine Pauken – Streicher Preghiere („Salvum, Salvum me fac Deus… usque ad animam meam. Infixus sum in limo profundi“; 1969) für Bariton und Orchester. Text: aus Psalm 69(68). UA 24. Mai 1971 Berlin (Barry McDaniel [*1930] [Bariton]; RIAS-Sinfonie-Orchester, Dirigent: Wilhelm Killmayer) Orchester: 0.Altfl.[G].3.3.3 – 3.3.3.0 – 4 Rührtrommeln – 2 Pauken – 2 Harfen – Klavier – Streicher: 8-10 Violoncelli, 6-8 Kontrabässe Cantetto (1971/73) Tamquam sponsus (1974) für Sopran und Instrumente. Text: aus Psalm 23(22)