mini|Wappen derer von Mordeisen in Siebmachers Wappenbuch von 1605
Mordeisen, auch Mordeysen, ist der Name eines sächsischen Adelsgeschlechts, welches auch in Schlesien Verbreitung fand.
Geschichte Zur Geschichte der Mordeisen finden wir in der älteren Adelsliteratur in Hinblick auf das redende Wappen die Erzählung über einen Urahn welcher Kaiser Friedrich II auf seinen Kreuzzug nach Palästina begleitet und sich im Kampf gegen die Sarazenen Verdienste erworben habe und so den Namen Moreisen später Mordeisen geführt habe. An anderer Stelle wird ein Kampf gegen die Sarazenen in Spanien angeführt. Das Geschlecht hat dann in der Markgrafschaft Meißen und in Schlesien Verbreitung gefunden, ein weiterer Zweig soll im Zuge der Hussitenkriege nach Livland ausgewandert sein. Im 16. Jahrhundert soll Kaiser Karl V für den sächsischen Kanzler Dr. Ulrich Mordeisen und seine Brüder den Adel wieder erneuert haben.
Dessen Nachkommen verheirateten sich mit sächsischen und schlesischen Adelsfamilien wie die von Borschnitz, von Brockendorff, von Burkersroda, von Carlowitz, von Hartitzsch, von Helldorff, von Kottwitz, von Lest, von Lindenau, von Loeben, Marschall von Bieberstein, von Mergenthal, von Prockendorf, von Rabiel, von Rheden, von Saalhausen, von Schleinitz, von Schönberg, von Seydlitz, von Trützschler, von Wahren, von Wolzogen, von Wurmb und die von Zehmen.
Zum sächsischen Gutsbesitz zählten u. a. die Güter: Berbersdorf, Bräunsdorf, Dornreichenbach, Goselitz, Goßberg, Großschirma, Großvoigtsberg, Heinrichsdorff, Kaltofen, Knathewitz, Kleinschirma, Kleinvoigtsberg, Kleinwaltersdorf, Langhennersdorf, Loßnitz, Mobendorf, Seifersdorf, Pappendorf, Reichenbach, Stennschütz und Wiederau;
in Schlesien die Güter: Groß-Bresen, Krzischkowitz, Pstrzonsna, Scheitnau und Schwebedowa.
Wappen Blasonierung: „In Gold ein oberhalber Mohr, um das Haupt ein rote (silbernes), links abfliegendes Band, in der erhobenen Rechten eine natürliche Eisenstange schräglinks haltend und die Linke in die Seite gestützt. Kleinod: Schildfigur. Decken: schwarz-golden.“ mini|Schloss Dornreichenbach (1665 für Ulrich Gottfried Mordeisen errichtet) Wappensage:"Dies Geschlecht hat seinen Namen daher, dass sich der Urahnherr gegen die Mohren in Spanien so tapfer gehalten und mit einer Eisenstange ihrer eine grosse Zahl erlegte. Dafür ist er geadelt worden, und ins Wappen hat er einen unten abgekürzten Mohren, der eine eiserne Stange in der Hand hält, nebst einer rothen Blutbinde um den Kopf ins Schild erhalten."
Bekannte Familienmitglieder Johanna Friederike von Mordeisen, Gelehrte Ulrich von Mordeisen (1519–1572), sächsischer Politiker und Diplomat
Literatur Jens Kunze: Die Familie Mordeisen im Oschatzer Raum in Lebensbilder des sächsischen Adels, Band 5, Hrsg. Lars-Arne Dannenberg, Matthias Donath, Via Regia Verlag 2021, ISBN 978-3-944104-41-6.
Einzelnachweise
Kategorie:Sächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schlesisches Adelsgeschlecht