mini|hochkant|Frontalansicht der Großen Sphinx von Gizeh mit der Traumstele
Die Sphinxstele des Thutmosis IV. (häufig auch Traumstele genannt) ist eine aus Rosengranit gehauene Stele, die der König (Pharao) Thutmosis IV. zwischen den Vorderpranken der Sphinx von Gizeh aufstellen ließ. Gefertigt wurde sie vermutlich aus einem Türsturz der naheliegenden Tempel des Chephren.
Inhalt Datierung Thutmosis IV. verfasste den Stelentext etwa 1400 v. Chr. (Datierung nach Rolf Krauss) oder 1388 v. Chr. (Datierung nach Wolfgang Helck) in seinem ersten Regierungsjahr, im 3. Monat der Achet-Jahreszeit, am 19. Tag,Rolf Gundlach: Vom Ende Amenophis' II. bis zur Volljährigkeit Amenophis' III. Die Wende von der Außenpolitik zur Innenpolitik in der frühen Voramarnazeit im Spiegel der Königsideologie. In: Rolf Gundlach, Andrea Klug (Hrsg.): Das ägyptische Königtum im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenpolitik im 2. Jahrtausend v. Chr. Harrassowitz, Wiesbaden 2004, S. 134. nachdem er zunächst niemanden von seinem Besuch des Sphinxdenkmals erzählt hatte und dann nach Antritt seiner Regierung den Sphinx vom Sand befreite und seine Vorderpranken mit großen Kalksteinquadern ummantelte, um ihn vor Winderosion zu schützen.
Texte
Die Traumstele erzählt eine Begebenheit, die dem späteren König Thutmosis IV. als Jugendlichem passierte. Er war, nur mit einem seiner Vertrauten, auf der Jagd und ruhte um die Mittagszeit im Schatten des Sphinx. Er schlief ein und erwachte durch die Ansprache des Gottes:
Der Gott fährt fort mit der Verheißung des Königreiches und schließt daran die Klage, dass er von großen Sandmassen bedeckt ist. Er bittet, dass Thutmosis ihn befreit:
In der ägyptologischen Fachliteratur wird die Gottheit Harachbit – der altägyptische Name von Horus in seiner Erscheinungsform als heranwachsendes Kind auf der „schwimmenden Insel Chemmis“ – sehr oft mit „Harpokrates“ wiedergegeben. In der Inschrift ist jedoch ausdrücklich von „Horus in Chemmis“ die Rede.Sandra Sandri: Har-Pa-Chered (Harpokrates) (= Orientalia Lovaniensia analecta. Band 151). Peeters Publishers, 2006, ISBN 90-429-1761-X, S. 11 (bei books.google.de). Die auch für andere Horus-Kindgötter verwendete Gleichsetzung mit Harpokrates ist daher als anachronistischer Gattungsbegriff und nicht als wörtliche Übersetzung zu verstehen.
Siehe auch Liste ägyptischer Götter
Literatur Rolf Gundlach: Vom Ende Amenophis' II. bis zur Volljährigkeit Amenophis' III. Die Wende von der Außenpolitik zur Innenpolitik in der frühen Voramarnazeit im Spiegel der Königsideologie. In: Rolf Gundlach, Andrea Klug (Hrsg.): Das ägyptische Königtum im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenpolitik im 2. Jahrtausend v. Chr. (= Königtum, Staat und Gesellschaft früher Hochkulturen. Band 1). Harrassowitz, Wiesbaden 2004, ISBN 3-447-05055-1, S. 119–220.
Andrea Klug: Königliche Stelen in der Zeit von Ahmose bis Amenophis III (= Monumenta Aegyptiaca. Band 8). Brepols, Turnhout 2002, ISBN 2-503-99123-8, S. 296–304 (Zugleich: Dissertation, Universität Mainz, 1998). Christian Leitz u. a. (Hrsg.): Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. (LGG). Band 5: Ḥ – ḫ (= Orientalia Lovaniensia analecta. (OLA). Band 114). Peeters, Leuven u. a. 2002, ISBN 90-429-1150-6, S. 238. Sandra Sandri: Har-Pa-Chered (Harpokrates). Die Genese eines ägyptischen Götterkindes (= Orientalia Lovaniensia analecta. Band 151). Peeters, Leuven u. a. 2006, ISBN 90-429-1761-X.
Weblinks Reproduktion der Sphinxstele
Einzelnachweise
Kategorie:Altägyptische Stele Kategorie:Ägyptische Mythologie Kategorie:18. Dynastie (Ägypten) Kategorie:Archäologischer Fund (Gizeh) Kategorie:Archäologischer Fund (Afrika)