Ostreopsis siamensis ist eine Art von Dinoflagellaten und Typusart ihrer Gattung Ostreopsis. Diese Art kommt in marinen Umgebungen vor. Durch ihre Verbreitung in Strandnähe und Toxizität wurde sie als Problem u. a. für die menschliche Gesundheit bekannt.

Systematik Die Art Ostreopsis siamensis wurde erstmals 1901 von Johannes Schmidt mit ihrer Gattung Ostreopsis beschrieben. Sie ist daher die Typusart dieser Gattung.

Die äußere Systematik der Gattung innerhalb der Dinoflagellaten ist problematisch. In der hier übernommenen Taxonomie des gehört sie zur Familie Ostreopsidaceae innerhalb der Ordnung Peridiniales. In der AlgaeBase und dem wird sie dagegen in einer Unterfamilie Ostreopsidoideae der Familie Pyrocystaceae innerhalb der Ordnung Gonyaulacales gesehen.

Toxizität Die Art Ostreopsis siamensis kann etwa zehn Palytoxin-Analoga produzieren, darunter Ostreocin-A und Ostreocin-E1.

Habitat und Verbreitung Die Art O. siamensis ist weltweit in marinen Umgebungen verbreitet: im Mittelmeerraum (Griechenland, Italien, Spanien, Libanon) an der Atlantikküste (Frankreich), in Nordamerika in Florida und Mexiko im Pazifik in Asien (Thailand, China, Russland); in Ozeanien (Australien, Neuseeland) (AlgaeBase).

Beobachtungen der beiden Arten O. siamensis und O. ovata in Griechenland nördlich der Ägäis zeigten eine saisonale Vermehrung beider Arten mit einem Maximum zwischen Mitte Sommer und Spätherbst.

Bemerkenswerte Algenblüten Im Sommer 2021 führte eine Vermehrung dieser Art (Algenblüte) am 8. August zur Schließung der Strände von vier Gemeinden an der baskischen Küste in Frankreich (Biarritz, Bidart, Guéthary und Saint-Jean-de-Luz). Neben dem von der Algenblüte verströmten ekelerregenden Geruch, führte sie bei Badegästen, Surfern und Rettungsschwimmern vor allem zu Erbrechen und Atembeschwerden (Schnupfen, Niesen, Halsreizungen). Ursprünglich wurde diese Blüte Ostreopsis ovata zugeschrieben, doch schließlich wurde bestätigt, dass sie von Ostreopsis siamensis verursacht wurde.

Einzelnachweise AlgaeBase: Ostreopsis siamensis Johs. Schmidt 1901. NCBI Taxonomy Browser: Ostreopsis siamensis Schmidt, 1901, includes: Ostreopsis sp. 6 . WoRMS: Ostreopsis siamensis Johs.Schmidt, 1901 (Species).

Stefano Accoroni, Cecilia Totti: The Toxic Benthic Dinoflagellates of the Genus Ostreopsis in Temperate Areas: A Review. In: Advances in Oceanography and Limnology, Band 7, Nr. 1, 27. April 2016, doi:10.4081/aiol.2016.5591 (). Katerina Aligizaki, Georgios Nikolaidis: The presence of the potentially toxic genera Ostreopsis and Coolia (Dinophyceae) in the North Aegean Sea, Greece. In: Harmful Algae, Band 5, Nr. 6, Dezember 2006, S. 717–730; doi:10.1016/j.hal.2006.02.005, ResearchGate:242188437 ().

Takehito Terajima, Hideaki Uchida, Naoki Abe, Takeshi Yasumoto: Structure elucidation of ostreocin-A and ostreocin-E1, novel palytoxin analogs produced by the dinoflagellate Ostreopsis siamensis, using LC/Q-TOF MS. In: Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry, Band 83, 4. März 2019, S. 381–390, doi:10.1080/09168451.2018.1550356, PMID 30475097, ResearchGate:329202629 ().

Kategorie:Dinoflagellaten Kategorie:Dinoflagellata