mini|Wappen der Freiherren von Merrheimb. Marienkirche Rostock. Hans Wilhelm Freiherr von Meerheimb (* 2. Juli 1790 in Reinstorf, heute Gemeinde Klein Belitz; † 28. September 1865Nach: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1866. Jahrgang 16, Justus Perthes, Gotha 1865, S. 1093. in Wokrent, heute Gemeinde Jürgenshagen) war großherzoglicher Kammerdirektor von Mecklenburg-Schwerin, Gutsbesitzer und Freimaurer.

Leben Wilhelm von Meerheimb stammte aus dem auf dem Gut Gnemern zwischen Wismar und Rostock ansässigen Zweig des mecklenburgischen Adelsgeschlechts von Meerheimb und gehörte somit zum jüngeren Briefadel. Er war der Sohn des Kammerherrn Ferdinand Friedrich Vollrath von Meerheimb (1760–1836) auf Gnemern, Wokrent, Groß Gischow, Groß Belitz, Klein Gischow und Reinstorf, von 1791 bis 1816 Provisor des Klosters Dobbertin, und dessen Frau Auguste, geb. von Hugo.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1865. Jahrgang 15, Justus Perthes, Gotha 1864, S. 642–644. Insb. S. 643 f. Der Oberstleutnant Jasper Friedrich von Meerheimb (1785–1872) auf Gnemern und der Drost Ludwig von Meerheimb (1796–1885) auf Groß Gischow waren seine Brüder. Ihre 1799 geborene Schwester Ilsabe Margarethe war Klosterfräulein zu Dobbertin und blieb unvermählt.

Ab 1807 studierte er Rechtswissenschaften und Kameralistik an der Universität Rostock.Eintrag im Rostocker Matrikelportal. Zum Wintersemester 1808/09 wechselte er an die Universität GöttingenImmatrikulation am 29. Oktober 1808; hier fand er in einen Kreis von mecklenburgischen Landsleuten, mit denen er am zweiten Weihnachtstag 1808 das Corps Vandalia Göttingen stiftete. und nach der Gendarmen-Affäre im Dezember 1809 an die Universität Heidelberg. In Heidelberg gehörte er am 23. März 1810 zu den Stiftern des Corps Vandalia I.Erich Bauer, Friedrich August Pietzsch: Kritisches zur Anfangsgeschichte der Göttinger und Heidelberger Vandalia. In: Jahrbuch Einst und Jetzt-Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung (VfcG). Band 10 (1965), Verden a. d. Aller 1965, S. 108–124.Ungenau: Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Carl Gerber-München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 122 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 51.

In den Befreiungskriegen kämpfte er als Freiwilliger im hannoverschen Lauenburgischen Infanteriebataillon. Als Leutnant diente er dem Bataillonskommandeur August von Berger sowie dem Major und späteren hannoverschen General Gideon von Benoit (1767–1841) als Adjutant.Bernhard von Jacobi: Hannover's Theilnahme an der deutschen Erhebung im Frühjahre 1813, mit besonderer Rücksicht auf die Truppen-Formationen an der Elbe. Helwing, Hannover 1863, S. 208.; Jacobi irrt mit der Aussage, dass Meerheimb Sohn des vormaligen Majors der Garde du Corps zu Hannover war; der Major war sein Onkel Hans Helmuth von Meerheimb (1744–1820). Nach der Einnahme von Paris und der Kapitulation Napoleons nahm Meerheimb im Frühjahr 1814 in Aalst „zum Bedauern des ganzen Bataillons, das in ihm einen ausgezeichneten Offizier verlor“, seinen Abschied, „um in seinen vaterländischen Dienst zurückzutreten“.Das Feld-Bataillon Lauenburg. Aus den Papieren eines Offiziers desselben. Druck und Verlag von H. Ehlers, Einbeck 1863, S. 56.

Meerheimb trat in den Verwaltungsdienst des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. Seine erste Stelle erhielt er als Amts-Auditor in Hirschburg (heute Ortsteil von Ribnitz-Damgarten).Berufliche Stationen nach: Alphabetisch-chronologisches Verzeichniß der im Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin während des Zeitraums von 1814 bis zur Gegenwart stattgefundenen Anstellungen, Beförderungen. In: Archiv für Landeskunde in den Großherzogthümern Mecklenburg. Jahrgang 20 (1870), A. W. Sandmeyer, Schwerin 1870 S. 476–511, hier S. 506. Am 26. Februar 1816 wurde er Amtsverwalter in Neubukow, wo er im folgenden Jahr, am 25. Februar 1817, zum Dritten Beamten und Domainenrath ernannt wurde. Am 2. August 1819 wechselte er als Kammer-Assessor mit Votum zum großherzoglichen Kammer- und Forst-Collegium in Schwerin. Am 20. Juli 1822 wurde er zum Wirklichen Cammerrath ernannt. Als solcher war er auch diplomatisch für Großherzog Paul Friedrich tätig. mini|hochkant=0.4|Johanniter. Ehrenritter. Im Dezember 1826 schloss er als mecklenburgischer Bevollmächtigter den Handels- und Schifffahrtsvertrag mit dem Königreich Preußen ab.Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. Berlin 1827, 1 (No. 1042). Nach dessen Ratifizierung im Januar 1827 zeichnete König Friedrich Wilhelm III. ihn mit dem Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden aus. Taggleich erhielten diesen u. a. : Paul Wilhelm Herzog von Württemberg (Hoheit), Johann Paul Franz von Lucadou (General), Moritz Reinhold von Grünwaldt (Kais. Russ. Generald. Kav.), Carl Freiherr von Kaulbars (Russ. General-Lieutnant), Carl Freiherr von Reitzenstein (Generalmajor), Bernhard Prinz zu Solms-Braunfels (Hann. General-Lieutnant) sowie Busso von Alvensleben (Ober-Stallmeister/Generalmajor). Hans Wilhelm von Meerheimb wurde Mitglied des Vereins in den Großherzogtümern Mitglied-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, die Johanniter hatten damals als Kongregation für beide Mecklenburg noch keine eigene Provinzial-Genossenschaft.

Ab 1829 gehörte Meerheimb auch dem Direktorium der im Aufbau befindlichen Irren-Heilanstalt Sachsenberg an, der heutigen Carl-Friedrich-Flemming-Klinik. Am 1. November 1830 wurde er Geheimer Cammmerrath. Ab April 1833 war er Commissarius bei der großherzoglichen Schulden-Tilgungs-Commission. Am 12. August 1837 erfolgte seine Beförderung zum Cammer-Director. Damit war er stellvertretender Leiter der Verwaltung des Domaniums und der großherzoglichen Forsten, zuständig für den Kammerbezirk I, die Domanialämter Bukow, Gadebusch, Plüschow, Rehna, Mecklenburg, Redentin, Warin, Poel, Sternberg, Tempzin und Neukloster.Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. 1840. Schwerin 1840, S. 38, 41. Bis 1840 war er im Gutsbesitz von Kl. Gischow.Archiv für Landeskunde in den Großherzogthümern Mecklenburg. Jahrgang 18 (1868), A. W. Sandmeyer, Schwerin 1868, S. 321. Im Revolutionsjahr 1848 nahm er seine Entlassung mit Wirkung vom 19. September 1848. Er blieb aber Kommissar der großherzoglichen Reluitionsbehörde, die für die Verwaltung der Staatsschulden (soweit sie das Domanium betrafen) zuständig war. mini|hochkant=0.4|Gutshaus Wokrent. 2022. Nach dem Tod des Vaters 1836 hatten er und seine Brüder, hier insb. der Drost Ludwig von Meerheimb, dessen Güter geerbt. Die Erbteilung zog sich bis 1840 hin. Wilhelm erhielt dabei Wokrent und Groß Belitz, bis zu seinem Ableben 1865.Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Gutshaus Wokrent. Hrsg. QM3 UG, Stand Rostock 2026. Seit 1835 war er Mitglied im Verein für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde.

Meerheimb war Freimaurer in der 1809 gestifteten Schweriner Johannisloge Harpokrates zur Morgenröthe. Als Nachfolger von Johann Friedrich Basilius Wehber-Schuldt wurde er 1836 ihr zweiter Meister vom Stuhl. Dieses Amt übte er bis 1846 aus. Meerheimb gehörte auch zu der Gruppe, die 1834 in Schwerin einen Ableger der Rostocker Schottenloge La Lumineuse (später Lucens) gründeten, aus dem 1886 die Schweriner Andreasloge Anastasis hervorging, und war ihr abgeordneter Meister.Aus dem Logenleben, In: Carl Pilz: Freimaurer-Zeitung. Jahrgang 41-1887, №. 4, Comm. Robert Friese (M. C. Cavael)-Leipzig-Verlag von M. Zille, Leipzig, Sonnabend, den 22. Januar 1887, S. 31. Bereits 1777 trat mit Leutnant H. von Meerheimb, später Kammerherr, ein Mitglied der Familie den Freimaurern bei.Die Johannis-Freimaurerloge Zum schwarzen Bär im Orient von Hannover 1774 bis 1874. Anhang: Verzeichniß sämmtlicher Mitglieder der Johannisloge „Zum Schwarzen Bär“ im Orient von Hannover während des ersten Jahrhunderts ihres Bestehens 17. März 1774 bis dahin 1874. Bbr. Jänecke, Hannover 1875, S. 19.

Familie Er war seit 1819 verheiratet mit Katharine Louise, geb. von Bülow (1801–1865), einer Tochter von Bernhard Joachim von Bülow-Wendelsdorf aus dessen zweiter Ehe mit Charlotte Louise Caroline geb. von Oertzen-Gorow. Damit wurde er der Schwager von Heinrich von Bülow und Adolf von Bülow. Die Ehe blieb offenbar kinderlos.

Auszeichnungen Königlich Preußischer St. Johanniter-Orden (1827), damit seit 1852 Ehrenritter des JohanniterordensListe der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1859. Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 19, Nr. 134, S. 164, Nr. 13. Hannoversche Medaille (Kriegsdenkmünze 1813 (Hannover))Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. 1850. Bärensprung, Schwerin 1850, S. 28.

Literatur Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1859. Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 19, Nr. 134, S. 164, Nr. 13. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1865. Jahrgang 15, Justus Perthes, Gotha 1864, S. 642–644. Insb. S. 643 f. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1873. Jahrgang 23, Justus Perthes, Gotha 1872, S. 447 f.

Einzelnachweise

Kategorie:Geboren 1790 Kategorie:Gestorben 1865 Kategorie:Mann Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Hannover) Kategorie:Stifter eines Corps Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Jurist in der Finanzverwaltung Kategorie:Person (Schwerin) Kategorie:Person (Landkreis Rostock) Wilhelm