mini|Ursina Gabriela Roesch (2022) Ursina Gabriela Roesch (auch urgart; * 16. August 1959 in Zürich) ist eine Schweizer Künstlerin, Kuratorin und Kunstaktivistin. Sie ist als multimediale Konzeptkünstlerin bekannt und hat die grosse Ausstellung 100 Jahre Frauen Power 1916–2016, mit 100 Züricher Künstlerinnen und das internationale Künstlerinnennetzwerk FAT Femme Artist Table gegründet, welches seit 2018 die einzige Kunstmesse für Künstlerinnen und FLINTA* veranstaltet.
Leben Kurz nach Roeschs Geburt in Zürich zog die Familie nach Baden im Aargau. Die Eltern stammten aus bürgerlichen Berufen, initiierten aber in Boswil den Aufbau eines Seniorenheims für Künstlerinnen und Künstler in einer ehemaligen Kirche. Die Mutter Helen Rösch brachte ihre Kenntnisse als Hotelfachfrau ein. Der Vater, Willy Hans Rösch, leitete die Stiftung bis 1991. Es entwickelte sich anschliessend zum Künstlerhaus Boswil. Roesch wuchs in Baden auf und zog mit 18 Jahren aus der ländlichen Gegend nach Paris. Im Jahr 2012 hat sie neben ihrer künstlerischen Arbeit eine Ruder- und Pilatesschule in Zürich gegründet, ausserdem nutzt sie Yoga seit den 1980er- und Meditation seit den 1990er-Jahren.Interview der Stiftung SWONET Swiss Women Network: 4 Fragen an Ursina Gabriela Roesch – Künstlerin, Initiantin FATart, Unternehmerin, abgerufen am 11. November 2023 Sie setzt sich in ihrer Kunst und im Kunstbetrieb gegen Diskriminierung ein. Sie definiert sich als divers. Sie lebte und arbeitete inzwischen in Zürich, Berlin, London und Paris. Ihre Arbeiten und Performances collagieren Zeichen, Bilder, Töne und Texte. Roesch erhielt Zeichenunterricht an der École des Beaux-Arts, ihre künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich mit Schwerpunkt Skulptur und Dragking-Studien bei Diane Torr, und am College Internationale de Philosophie in Paris bei Hélène Cixous in Literatur. Sie besuchte die Modefachschule La Chambre Syndical de la Haute Couture Parisienne.
Roesch nahm mit einem Schweizer Team 2019 und 2021 an Coastalrowing-Weltmeisterschaften in Hongkong und Oeiras (Portugal) teil. In Hongkong erreichte der Schweizer Frauen-Doppelvierer (CW4x+) mit Roesch den 14. Platz im A-Final.Jürg Trittibach: Coastal Rowing im Aufwind und auf dem Weg zu Olympia. In: Swiss Rowing. Heft 6|19 (2019). S. 16.
Werk Roeschs multimediale Arbeiten zwischen Text, Fotografie, Sound, Kostüm haben oft gesellschaftskritische und aktuelle Bezüge. Es sind „kommunikationsorientierte Projekte“ mit Kombinationen von Alltagsmaterialien und Worten, die Klischees in Kunst und Gesellschaft als Teil der künstlerischen Arbeit hinterfragen. alt=1985 Ursina Gabriela Roesch, Abschied (Teil der Sammlung Landesmuseum, Zürich) erhielt 1985 den Castel Burio Preis. Castel Burio, Fashion Art Meeting wurde von Irene Gründer, Ernst. Hunzingerer und Boa Baumann initiiert.|mini|1985 Ursina Gabriela Roesch, Abschied (Teil der Sammlung Landesmuseum, Zürich) erhielt 1985 den Castel Burio Preis Seit 1982 beschäftigte sie sich mit Bühnenbild und Sound sowie mit Konzepten, Kostümen und Entwürfen für Inszenierungen und Performances. In dieser Zeit erhielt sie auch ihre erste Auszeichnung: einen mehrmonatigen Aufenthalt im Castel Burio d’Asti im Piemont. In der Folge erhielt sie Stipendien in Ateliers in London, Paris und Berlin.
Sie ist Teil der Interessengemeinschaften für Kunstschaffende Visarte Zürich, Online Archivs Kleio des PANCH - Performance Art Network CH und der Organisation FATart. Ihre Arbeiten sind in Sammlungen wie die der des Landesmuseums Zürich, der Burger Collection Hong Kong, Jakob Collection Zürich oder der Sammlung von Andreas Züst im Kunsthaus Aarau vertreten.
Engagement Roesch engagiert sich, damit Frauen in der Kunst wahrgenommen werden. Sie war mit Ralph Baenziger eine Initiatorin der Ausstellung „Frauenpower“ im Art Dock in 2016, einer Präsentation von 144 Künstlerinnen von 1916 bis 2016. Darüber hinaus war sie auch Teil des Gremiums, welches die 3000 Exponate auswählte. 2016 gründete Roesch die internationale Künstlerinnenvereinigung Femme Artist Table (FAT) – Women* in arts. Daraus entstand die Kunstmesse und Ausstellungsplattform FATart Fair, die erstmals 2018 in den ehemaligen Hallen für Neue Kunst in Schaffhausen mit 50 Teilnehmenden stattfand. 2019 wuchs das Format bereits auf 70 Kunstschaffende an, die ausschliesslich Kunstwerke und Performances von Künstlerinnen und FLINTA* zeigten. Roesch ist in FATart ehrenamtlich als Direktorin und Projektleiterin tätig. mini|Frauen Denkmal, 2021, Femmeage urgart 2023 führte ihre persönliche Kritik an der Forderung nach Ganzkörperfotos bei der Bewerbung für Hilfskräfte auf der Kunstmesse Art Basel zu einer Änderung der langjährigen Praxis durch die Messeleitung.
Einzelausstellungen 1995: Akustische Körperirritation / Visuelle Irritationskörper, Frauen-Kunstforum, Bern 1996: Sprachkörper, Foto Forum St. Gallen, St. Gallen 1998: Kulturzentrum Scuol-Nairs, Scuol 2000: Casualidad means that you exist by coincidence, Kunstraum Aarau, Aarau 2001: Galerie Stefan Witschi, Zürich 2005: Neue Arbeiten, Otto e mezzo, Zürich 2007: Fotokunst, Cité Internationale des Arts Paris, Paris 2009: All of Me, Part 1/Part 2, Le Gallery, Zürich 2019: Bodytalk - Passion Fresco - Die Rote Periode, FATecke, Kosmos Buchsalon, Zürich 2021: Bodyresearch. Identity is negotiable, Kunstkästen - Vebikus Kunsthalle, Schaffhausen
Gruppenausstellungen 1996: Vom Verschwinden des Körpers, Kunstraum Aarau, Aarau 1996: Zona Cesarini, Kulturzentrum Kammgarn, Schaffhausen 1997: Performance Tage 97, Seedamm-Kulturzentrum, Pfäffikon 1997: Field. Video und Installationen. Raum-Video-Körper, Alter Industrieturm im Steinfelsareal, Zürich 1997: Artist's House. International Residents '96 - '97, Delfina, London 1999: Freunde des objektiven Wohnens, Stiftung Binz 39, Zürich 2000: Point de repère / l'autre, Stiftung Binz 39, Zürich 2000: Casualidad „means that you may exist by coincidence“, Kunstraum Aarau 2001 sculpted sound in 4 dimensions, der letzte schrei (le dernier cri), Haus für Kunst Uri, Altdorf 2001: Körperlandschaft. Landschaftskörper, Kulturzentrum Scuol-Nairs, Scuol 2002: Ursina Rösch, Silvio R. Baviera, Thomas Ott, Giuseppe Reichmuth, Paul Sieber, Thomas Zindel, Galerie Stefan Witschi, Zürich 2003: Eingriff # 1, Alterszentrum Kehl, Baden 2005: Raum für Räume. Interlokal, Shedhalle Zürich, Zürich 2007: DAS HAUS für Luxemburg, Europäische Kulturhauptstadt 2008: Ursina Roesch, Tobias Ott, Jérémie Crettol Kurator Paul Sieber. Galerie Wengihof, Zürich 2008: 20 Jahre Forum junge Kunst, Jubiläumsaktion kaffee fertig, Restaurants und Kaffees in Zug und Baar 2012: Kult Zürich Ausser Sihl - das andere Gesicht, Verein zur Förderung aktueller Kunst, Wanderausstellung, Helmhaus Zürich, Malzfabrik Berlin, Deutschvilla - Kunsthaus Strobl 2016: Ausstellung 100 Jahre Frauen Power 1916–2016, Art Dock Zürich 2017: Interna, photography Passion fresco, Kammgarn West, Schaffhausen 2017: Espaces d'une sculpture, Art en plein air, Visarte.Vaud 2018: Kunst: Szene 2018, Zürich Shedhalle, Zürich 2019: Interna, Kammgarn West, Schaffhausen 2020: Binz39 Zürich, Ursina Roesch mit Elisabeth Eberle Kanon, Installation 2021: Kunstkästen, Kunsthalle Vebikus 2022: Photobastei, Zürich 2022: Irritation - Preview, Verein Berliner Künstler, Berlin 2023: Irritation - the Art of getting lost, Vebikus Kunsthalle Schaffhausen 2023: Irritation, Kooperation mit dem Verein Berliner Künstler 2023: ReCollect!, Kunsthaus Zürich 2024: Venus vo Muri, Kloster Muri 2024: Goldrausch, Zürich 2024: KI & WIR, Kunsthaus Oerlikon, Zürich 2024: Requiem, Fotokunst, Schaffhausen Kammgarnwest 2024: Sammlung ReCollect, Kunsthaus Zürich 2025: GOLDRAUSCH 2nd edition, direkt hinter dem Kunsthaus Zürich, Zürich 2025: Feministiche Plakate, Galerie Glaab, Bern 2025: Einsichten 2025: Visarte Zürich & Friends, Kupper Modern, Zürich 2026: Faces & Masks. Nairobi
Auszeichnungen 1985: Castello di Burio, Costigliole d`Asti, Kunstpreis 1995: Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus NAIRS im Engadin 1999: Aargauer Kuratorium, Aarau (Beitrag an das künstlerische Schaffen) 2000: UBS Kulturstiftung, Zürich
Literatur Vom Verschwinden des Körpers: Kunstraum Aarau, 26. Januar bis 24. Februar 1996: eine Ausstellung für und mit Werken von Daniel Schäfer, Ausstellungskatalog, 1996 Rösch, Ursina Gabriela. In: Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1998. Band 2, L-Z, S. 886. ISBN 3-85823-673-X Körper, Worte: Ursina und Christoph Rösch in der Stiftung Binz 39, Zeitung/Zeitschrift, 2000 Raum für Räume, Hrsg. und kuratiert von Susanna Nüesch, Barbara Roth und Martin Senn, Zürich: Shedhalle, 2005; Erscheint zur Ausstellung “Raum für Räume” in der Shedhalle Zürich, Rote Fabrik, August–September 2005 Kult Zürich Ausser Sihl - Das andere Gesicht. Zürich: Verlag um die Ecke, 2010 Grösser als Zürich: ein kleines Psychogramm des Zürcher Stadtquartiers Aussersihl: das lebendige Porträt eines widerspenstigen Zürcher Quartiers, Herausgegeben von Thomas Wyss, Helmhaus Zürich, Caspar Schärer, 2012, ISBN 978-3-85881-352-7 Marlies Grüninger: Art Dock oder 144 Frauen die Kunst schaffen. „100 Jahre Frauen Power“ 1916–2016. In Boa, Frauenzeitschrift Fatima Vidal: Kunst von Frauen*, Interview mit Ursina Gabriela Roesch. in: 100 bemerkenswerte Frauen.ch, 19. Oktober 2016 Denis Marquard: Das Haus der Frauen. In: Tages-Anzeiger, 9. April 2016 Julia Vetter: Die Neue Ausstellung in den Kunstkästen sprengt jeden Rahmen. In: Schaffhauser Nachrichten am 7. Juni 2021
Publikationen zur Kunstmesse FATart Fair
1. FATart Fair. Women* in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen*. FATart, Schaffhausen 2018, ISBN 978-3-9525498-3-4 2. FATart Fair. Women & FLINT in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen & FLINT. FATart, Schaffhausen 2019, ISBN 978-3-9525498-2-7 3. FATart Fair. Women & FLINTA in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen & FLINTA. FATart, Schaffhausen 2020, ISBN 978-3-9525498-1-0 4. FATart Fair. Women* in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen*. FATart, Schaffhausen 2021, ISBN 978-3-9525498-0-3. 5. FATart Fair. Women & FLINT in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen & FLINT. FATart, Schaffhausen 2022, ISBN 978-3-9525498-4-1. 6. FATart Fair. Women & FLINTA in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen & FLINTA. FATart, Schaffhausen 2023, ISBN 978-3-9525498-5-8
Weblinks
Publikation zu: Ausstellung 100 Jahre Frauen Power 1916–2016, Art Dock Zürich Städteporträt, die Künstlerin führt durch Zürich ein Städteporträt zum Städteduell euro 08, Video2012 Diana Baumgarten im Gespräch mit Ursina Roesch, FATart Fair 2021 Ursina Gabriela Roesch über ihr Werk "Femmeage an Agnes Weber-Huber" (2024) Ausstellung Venus von Muri
Ursina Roesch – Co-Gründerin der FATart – ein Porträt im femMit Magazin Zeigt her eure Wut! - Ein Gespräch über Kunst und Kultur in der Krise,2021
ReCollect! – Hulda Zwingli, Kunsthaus Zürich, 2023 Interview mit Ursina Gabriela Roesch von Claudia Rohr
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Schweiz) Kategorie:Videokünstler (Schweiz) Kategorie:Performancekünstler (Schweiz) Kategorie:Künstler der feministischen Kunst Kategorie:Ruderer (Schweiz) Kategorie:Teilnehmer einer Weltmeisterschaft Kategorie:Person (Kanton Aargau) Kategorie:Person (Feministische Kunst) Kategorie:Person (Feminismus) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Frau