In diesem Artikel werden wichtige Figuren aus der Jim-Knopf-Reihe von Michael Ende beschrieben.
Hauptfiguren Jim Knopf mini|hochkant|Jim-Knopf-Figur nach Franz Josef Tripp, Graffiti an einem Güterwaggon Jim Knopf ist die Hauptfigur beider Bücher. Er kommt als Baby und Waise mit der Post nach Lummerland. Er wächst bei der Insel-Krämerin Frau Waas auf und macht eine Lokomotivführerlehre bei Lukas, der zudem sein bester Freund ist. Außerdem hat er dunkle Haut. Das wird später damit erklärt, dass er in der 33. Generation von einem der Heiligen Drei Könige, nämlich Kaspar, abstammen soll. Jim Knopf hat am 2. oder 9. August 1960 Geburtstag.augsburger-allgemeine.debiorama.eu
Seinen Nachnamen bekam er, als Frau Waas auf sein nicht zu stopfendes Loch in der Hose voller Verzweiflung einen Knopf nähte, damit Jim es einfach auf- und zuknöpfen kann. Seinen Vornamen hat Lukas ihm gegeben, weil der Junge, wie er sagt, „einfach so aussieht“.
Lukas Lukas, der Lokomotivführer, lebt auf Lummerland. Er ist klein und rund und trägt eine Schirmmütze, einen Arbeitsanzug und raucht Pfeife. Lukas hat blaue Augen und sein Gesicht ist immer „fast ganz schwarz von Öl und Ruß“, trotz fleißigen Gebrauchs einer speziellen Lokomotivführerseife. Lukas ist so stark, dass er eine Eisenstange zu einer Schleife binden kann. Sein Hobby ist das Kunstspucken – er ist so gut darin, dass er sogar einen Looping spucken kann. Bevor Lukas und sein bester Freund Jim Knopf zu ihren Abenteuern aufbrechen, fährt er normalerweise täglich mit seiner Lokomotive Emma durch die fünf Eisenbahntunnel von Lummerland und beide pfeifen dabei, sodass es zweistimmig klingt. Er ist außerdem Bahnhofsvorsteher des einzigen Bahnhofs von Lummerland.
Emma Emma heißt die Dampflokomotive von Lukas. Sie ist etwas dick und gehört keiner bestimmten Eisenbahngesellschaft, unklar ist, ob Lukas der Eigentümer ist. Sie ist eine „gute, wenn auch vielleicht etwas altmodische schmalspurige Tenderlokomotive“ der Achsfolge B. Das Fahrzeug verfügt weder über außenliegende Treibstangen noch über Laufachsen, auch sind in Abbildungen keine Dampfzylinder zu sehen. Nach der Überlastung, um aus dem einstürzenden Tal der Dämmerung zu entkommen, sagt Lukas, dass der „Taktierkolben“ gebrochen sei, der den Takt vorgibt, nach dem Emma schnauft, und dass dieser sich ganz innen befinde. Eine Dampflok mit nur einem Kolben und Innenzylinder wäre ungewöhnlich und technisch problematisch. Auf dem Kesselscheitel befinden sich ein Schornstein, ein Dampfdom und eine Dampfpfeife. An der Tür der Rauchkammer befindet sich ein großer Scheinwerfer. An der Rückseite des Führerhauses befindet sich der Kohlekasten. Über diesem hängt eine Glocke für Tonsignale. Über die Bremsen gibt es keine Aussagen. Außer der Lokomotive existieren keine zugehörigen Eisenbahnwagen. Emma hat keine Kupplungen, um mit weiteren Eisenbahnfahrzeugen gekuppelt zu werden. Passagiere fahren, wenn überhaupt, im Führerhaus mit.
Auf den Abenteuerreisen von Lukas und Jim Knopf wird Emma von einem Eisenbahnfahrzeug zu einem Schiff, einem U-Boot, einem Landfahrzeug ohne Schienen, einem Luftfahrzeug und einem „Perpetumobil“ umfunktioniert. Am Ende des ersten Bandes bekommt Emma eine Tochter, die Baby-Lokomotive Molly, ein Vater kommt in der Geschichte nicht vor.
Auf Lummerland König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte Alfons der Viertel-vor-Zwölfte ist der König von Lummerland. Er lebt in einem Schloss zwischen den beiden Berggipfeln. Sein Name kommt daher, dass er um Viertel vor Zwölf geboren wurde. Alfons der Viertel-vor-Zwölfte gilt als guter Herrscher. Er sitzt den ganzen Tag mit einer Krone auf dem Kopf und in einem Schlafrock aus rotem Samt sowie Pantoffeln auf seinem Thron und telefoniert mit einem goldenen Telefon mit anderen Königen.
König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte hat zwei Untertanen, Frau Waas und Herrn Ärmel (Lukas ist kein Untertan, er ist als Lokomotivführer nicht Teil der Untertanen und es ist unklar in welchem Beschäftigungsverhältnis er arbeitet). Während der Woche regiert Alfons, an Sonn- und Feiertagen tritt der König um Viertel vor Zwölf ans Fenster und winkt mit der Hand. Seine Untertanen jubeln ihm dann zu und Emma pfeift. An hohen Feiertagen spendiert der König seinen Untertanen und Lukas ein Eis, das er im Kaufladen von Frau Waas bestellt.
Herr Ärmel Herr Ärmel ist ein Untertan von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften. Er trägt einen steifen Hut auf dem Kopf und geht immer mit seinem Regenschirm spazieren. Er lebt in einem gewöhnlichen Haus. In den Originalromanen hat Herr Ärmel keinen bestimmten Beruf; er ist „hauptsächlich Untertan und wurde regiert“, erst gegen Ende des zweiten Teils wird er zum Privatlehrer von Jim, Li Si und den anderen Kindern auf Jamballa. In den Verfilmungen der Augsburger Puppenkiste ist Herr Ärmel von Beruf Fotograf.
Frau Waas Frau Waas lebt ebenfalls auf Lummerland und ist der zweite Untertan von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften. Sie ist rund und dick und hat rote Wangen. Frau Waas lebt in einem Haus mit einem Laden, in dem man alles kaufen kann, was man so braucht. Herr Ärmel kauft regelmäßig bei ihr ein. Als Jim Knopf nach Lummerland kommt, wird Frau Waas seine Adoptivmutter. Ihr Name stammt daher, dass einer ihrer Vorfahren wohl etwas schwerhörig war und daher immer „Waaaaas?“ fragte, sobald er etwas nicht verstanden hatte. In der Fassung der Augsburger Puppenkiste gibt es eine Szene, in der sich Frau Waas am Telefon auf die gleiche Art meldet.
Molly Am Ende des ersten Bandes zeigte Lukas seinem Freund Jim Knopf in Emmas Kohlekasten deren Tochter. Jim gibt der kleinen Lokomotive den Namen Molly. Molly wurde offensichtlich von Emma geboren. Wie ihre Mutter ist sie eine Dampflokomotive mit der Achsfolge A A. Sie ist ebenfalls eine schmalspurige Tenderlokomotive, deren Spurweite, wie alle anderen Abmessungen, mit fortschreitendem Wachstum zunimmt. Sie besitzt (noch) keinen eigenen Kohlenkasten. Als Wasserfahrzeug besitzt sie keinen eigenen Antrieb, sondern wird mit einer Schlepptrosse von Emma als Schlepper gezogen.
Im zweiten Band lassen Jim und Lukas Molly auf dem Großen Gurumusch-Magnetfelsen zurück, nachdem sie dort die Ursache für das nicht mehr funktionierende Meeresleuchten gefunden haben. Bei ihrer Rückkehr ist die kleine Lokomotive verschwunden. Sie wird von der Wilden 13 als vermeintliche Bezahlung durch Frau Mahlzahn mitgenommen und bei einer Seeschlacht gegen diese zunächst befreit, geht dann aber mit dem unterlegenen kaiserlichen Schiff unter. Uschaurischuum und Sursulapitschi fanden Molly später weit im Süden an der tiefsten Stelle des Ozeans. Uschaurischuum verwandelt danach das Eisen der Lokomotive in Kristall der Ewigkeit, eine Art unzerstörbares Glas. Grund dafür ist seine große Dankbarkeit dafür, dass Jim und Lukas ihn mit dem Feuerwesen Nepomuk zusammengebracht hatten, mit dessen Hilfe er den Kristall der Ewigkeit herstellen konnte.
In und um Mandala Kaiser von Mandala (China) Pung Ging, der Kaiser von Mandala, ist ein großer, sehr alter Mann mit einem bodenlangen, dünnen Bart. Seine Stimme ist leise, jedoch klangvoll. Er wird begrüßt, indem man sich auf den Bauch niederwirft. Nach einer Warnung durch Ping Pong befreit er Jim und Lukas im letzten Moment aus den Fängen von Herrn Pi Pa Po und der Palastwache. Fortan stehen sie als die heiß ersehnten Retter seiner Tochter Li Si unter seinem persönlichen Schutz. Er hat versprochen, seine Tochter demjenigen zur Frau zu geben, der sie aus der Drachenstadt befreit.
Prinzessin Li Si Prinzessin Li Si ist die Tochter des Kaisers von Mandala. Sie ist sehr klug und hat einen starken Widerspruchsgeist, deshalb wird sie auf einem heimlichen Ausflug von der Wilden 13 gefangen genommen und an Frau Mahlzahn verkauft. Nach ihrer Befreiung verlobt sie sich mit Jim Knopf. Da sie einen Ehemann möchte, der klüger ist als sie, soll Jim Lesen und Schreiben lernen.
Ping Pong Ping Pong ist das zweiunddreißigste Kindeskind von Herrn Schu Fu Lu Pi Plu und beim ersten Treffen mit Jim und Lukas 368 Tage alt. Ping Pong ist so groß wie eine Hand und sein Kopf nicht größer als ein Tischtennisball. Jim und Lukas lernen ihn kennen, als sie bei ihrer Ankunft in Mandala versuchen, mit Emma Geld zu verdienen, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Er bringt ihnen eine Mahlzeit aus der Küche des kaiserlichen Oberkochs und klärt sie darüber auf, dass Prinzessin Li Si vermisst wird. Er rettet Lukas und Jim im letzten Moment vor Verhaftung und Hinrichtung, indem er den Kaiser informiert. Nach der darauf folgenden Entmachtung des Oberbonzen Pi Pa Po ernennt der Kaiser Ping Pong trotz seiner Jugend zum Oberbonzen. Ping Pong erweist sich in diesem Amt als außerordentlich tüchtig.
Türhüter Er ist das rangniederste Mitglied des Kaiserlichen Amtes. Ein etwas schnöseliger Beamter, den Jim und Lukas zunächst nur als „dicken gelben Kopf, der Schwierigkeiten macht“ und nur durch die Türklappe kennenlernen. Er verweigerte ihnen den Einlass, da sie anfangs keinen konkreten Grund für ihren Besuch oder gar eine persönliche Einladung des Kaisers vorweisen können, meldet ihr Anliegen aber pflichtbewusst auf dem üblichen Dienstweg an den Obertürhüter weiter.
Bonzen Die Bonzen sind die Minister und ranghöchsten Beamten des Reiches Mandala. Der oberste oder Premierminister trägt hier den Titel „Oberbonze“.
Oberbonze Pi Pa Po Er wird als sehr dick, machtversessen und neidisch beschrieben. Er hätte Prinzessin Li Si gerne zur Frau gehabt, hat aber gleichzeitig zu viel Angst, sie selber aus der Drachenstadt zu befreien. Als die Meldung von den zwei Fremden, die zu dieser Heldentat bereit wären, nach einem langen und verschlungenen Weg durch die Instanzen des Kaiserlichen Amtes bei den Bonzen anlangt, beschließt er, sie als Spione verhaften und hinrichten zu lassen. Im Roman spielt er nur eine kleine Rolle, im Trickfilm tritt er jedoch als Hauptbösewicht in Erscheinung.
Während einer für Jim und Lukas quälend langwierigen, sehr von oben herab und in schlimmstem „Beamtenchinesisch“ geführten Unterredung gelingt es ihm tatsächlich, Lukas zu einer „Bonzenbeleidigung“ zu provozieren und durch die Palastwache abführen zu lassen. Dafür wird er jedoch selbst vom Kaiser bestraft. In der Verfilmung der Augsburger Puppenkiste wird er allerdings lediglich entlassen, in der farbigen Neuverfilmung von 1976 gar nur verwarnt (er ist gegen Ende des Filmes immer noch Bonze, im zweiten Teil allerdings übernimmt auch in dieser Fassung Ping Pong diese Aufgabe).
Palastwache Es ist die Wachtruppe des Kaiserpalastes mit zweiunddreißig Mann. Ihr Hauptmann hat als einziges Gehorchen gelernt und verfolgt dieses konsequent, ohne je nach Sinn oder Zulässigkeit eines Befehles zu fragen. Die Wache führt Jim und Lukas zu den Bonzen und soll sie auch zum Richtplatz führen, ehe der Kaiser im letzten Augenblick einschreitet.
Herr Schu Fu Lu Pi Plu Der Oberhofkoch des Kaisers von Mandala. Setzt sich zu besonderen Anlässen seine größte Kochmütze, angeblich so groß wie ein Federbett, auf. Herr Schu Fu Lu Pi Plu ist außerdem der Großvater des Winzlings Ping Pong.
Blüten der Gelehrsamkeit Die 21 hofeigenen Gelehrten des Kaisers gelten aufgrund des allgemein schon hohen Bildungsgrades der Mandalanier als nahezu allwissend. Sie klären Jim und Lukas über alles wissenschaftlich bisher Bekannte über Drachen, die Drachenstadt Kummerland und den Weg dorthin auf. Als Zeichen ihrer besonderen Würde tragen sie große goldene Brillen. Es werden drei Sorten von Blüten der Gelehrsamkeit beschrieben:
Vom vielen Studieren und Auswendiglernen sind einige ganz zusammengeschrumpft und haben riesige Stirnen. Vom vielen Sitzen und Lesen wurden einige kurz und dick. Vom beständigen Recken nach den oberen Bücherregalen wurden einige lang und dünn wie Besenstiele.
Goldener Drache der Weisheit