mini|Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von 13 Jahren in Verona (1770) Die Serenade in C-Dur KV 648, auch Serenate ex C oder „Ganz kleine Nachtmusik“, ist eine Wolfgang Amadeus Mozart zugeschriebene Komposition., abgerufen am 1. Oktober 2024. Das Werk verfasste er als Jugendlicher wahrscheinlich zwischen 1766 und 1769. Es ist in einer um 1780 entstandenen Abschrift erhalten, die in der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Leipzig gefunden wurde. Das Stück wurde 2024 in die Neubearbeitung des Köchelverzeichnisses seiner Werke aufgenommen und am 19. September 2024 bei der Präsentation des überarbeiteten Verzeichnisses in der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg uraufgeführt.
Zur Musik Das Stück besteht aus sieben kleinen Sätzen für Streichtrio (2 Violinen und Bass (oder Violoncello)). Die Gesamtlänge beträgt etwa zwölf Minuten.
Satzbezeichnungen: Marche Allegro Menuet mit Trio Polonaise Adagio Menuet mit Trio Finale. Allegro
Entstehungs- und Entdeckungsgeschichte Das Werk selbst ist ein Streichtrio, das Mozart als Jugendlicher offenbar vor seiner ersten Reise nach Italien schrieb. Der Entstehungszeitraum wird auf Mitte bis Ende der 1760er Jahre geschätzt, als Mozart zwischen 10 und 13 Jahre alt war.„Ganz kleine Nachtmusik“: Unbekanntes Stück von Mozart entdeckt. In: zdf.de. 21. September 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024. Ob das Stück zu Mozarts Lebzeiten aufgeführt wurde, ist nicht bekannt. Bei der in der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Leipzig gefundenen HandschriftExperten entdecken bislang unbekannte Mozartkomposition. In: spiegel.de. 19. September 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024. aus der Sammlung Carl Ferdinand Becker, abgerufen am 1. Oktober 2024. handelt es sich um eine Kopie beziehungsweise eine Abschrift, die erst um 1780 angefertigt wurde. Das Stück stellte sich 2024 als ein mögliches Jugendwerk Mozarts heraus.„Ganz kleine Nachtmusik“: Unbekanntes Mozart-Stück in Leipzig entdeckt. In: leipzig.de. 19. September 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024. Auf dem Notenblatt steht der Name „Wo[l]fgang Mozart“, der übliche zweite Vorname „Amadeus“ bzw. „Amadé“ fehlt jedoch bei der Abschrift. Durch Analysen und Vergleiche mit anderen Frühwerken Mozarts wurde das Werk für authentisch befunden.Musikalische Sensation: Mozarts „Ganz kleine Nachtmusik“ in Leipzig entdeckt. In: Klassik Radio (abrufbar über Suchmaske). Die Autorenschaft Mozarts ist laut Köchelverzeichnis „sehr wahrscheinlich“, dennoch listet das Verzeichnis die Serenade als „Werk zweifelhafter Echtheit“. Die Abschrift ist mit dem Titel „Serenate ex C“ überschrieben, wird im neuen Köchelverzeichnis aber als „Ganz kleine Nachtmusik“ bezeichnet.„Ganz kleine Nachtmusik“: Jugendwerk von Mozart entdeckt. In: wdr.de. 19. September 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024.
In einem Kommentar zum Werk heißt es in der neuen Ausgabe des Köchelverzeichnisses: „KV 648 ist in einer einzigen Quelle überliefert, bei der die Ansetzung der Autorenangabe eine Entstehungszeit des Werks vor der ersten Italienreise vermuten lässt. Angesichts der Provenienz der Handschrift erscheint es nicht ausgeschlossen, dass es sich um die verschollen geglaubte ‚caßation aus dem C‘ KV 653 (Brief vom 3. Dezember 1801, BD 1338; zitiert nach Kolbinvgl. Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Salzburg, 3. Dezember 1801, mit Beilage (BD 1338), Briefe & Dokumente, Online-Edition, mozarteum.at) bzw. die ‚ganz kleine Nachtmusik‘ für zwei Violinen und Basso KV 41g (Brief vom 8. Februar 1800, BD 1280vgl. Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg an Breitkopf & Härtel in Leipzig, St. Gilgen, 8. Februar 1800 (BD 1280), Briefe & Dokumente, Online-Edition, mozarteum.at) handelt, die NM dem Verlag Breitkopf & Härtel als ein Jugendwerk ihres Bruders für die Oeuvres complettes überlassen und am 30. April 1807 (BD 1377vgl. Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Salzburg, 30. April 1807 (BD 1377), Briefe & Dokumente, Online-Edition, mozarteum.at) vergeblich zurückgefordert hatte.“Köchel-Verzeichnis (KV). Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke von Wolfgang Amadé Mozart. Neuausgabe 2024 bearbeitet von Neal Zaslaw. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-7651-0300-1. Zitiert nach: Stadt Leipzig: „Ganz kleine Nachtmusik“: Unbekanntes Mozart-Stück in Leipzig entdeckt. Pressemitteilung, 19. September 2024. Abgedruckt in: nmz.de Mozarts Schwester Nannerl hatte dazu 1800 dem damals in Leipzig ansässigen Verlag Breitkopf & Härtel geschrieben: „Auch habe ich eine ganz kleine Nachtmusik, bestehend in 2 Violin und Basso. Da es aber eine sehr simple Composition, die er in sehr frühen Jahren gemacht hat, so getraute ich mir nicht, solche zu schicken, da sie mir zu unbedeutend schien.“Aarteista suurin musiikkikirjastot.fi
Die Uraufführung fand am 19. September 2024 in der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg bei der Präsentation des überarbeiteten Köchelverzeichnisses statt.Previously Unknown Mozart Music Unearthed In German Library stereogum.com Die deutsche Erstaufführung folgte zwei Tage später im Foyer der Oper Leipzig durch Schüler der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“.
Weblinks Digitalisat der Notenhandschrift, sachsen.digital
Serenade in C KV 648 im Köchelverzeichnis online
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Wolfgang Amadeus Mozart Kategorie:Musik für Streichinstrumente Kategorie:Kammermusikalisches Werk