Simon Wronker (geboren am 2. September 1860 in Kähme (heute: Kamionna), Kreis Birnbaum (heute: Gmina Międzychód) an der Warthe, Provinz Posen, Königreich Preußen; gestorben am 30. Oktober 1921 in Heidelberg)Sterbeanzeige Simon Wronker. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 66. Jahrgang, Nr. 813, 1. November 1921, Zweites Morgenblatt, S. 6, Spalten 3–4.Sterbeanzeige Simon Wronker. In: Berliner Tageblatt und Handelszeitung, 50. Jahrgang, Nr. 504, Ausgabe A Nr. 254, 2. November 1921, Morgen-Ausgabe, S. 10, Spalten 3–4. war ein deutscher Kaufmann,Simon Wronker. In: Stadtarchiv Saarbrücken, Digitales Gedenkbuch, auf: saarbruecken.de Unternehmer und Gründer eines süddeutschen Warenhaus-Konzerns. Er legte im Zusammenwirken mit Julius Tietz und seinen beiden jüngeren Brüdern Emil und Hermann den Grundstein für das Unternehmen S. Wronker & Cie. bzw. S. Wronker & Co. und damit auch für das 1921 durch Umwandlung und Neufirmierung daraus hervorgegangene Nachfolgeunternehmen Hermann Wronker Aktiengesellschaft.
Familie Simon war das zweite Kind und der erstgeborene Sohn des Kaufmanns Lewin Wronker (geboren am 12. Oktober 1825 in Wronke, Kreis Samter, Provinz Posen, Königreich Preußen; gestorben am 18. Mai 1897 in Frankfurt am Main)Sterbeanzeige Lewin Wronker. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 41. Jahrgang, Nr. 138, 19. Mai 1897, Abendblatt, S. 3, Spalte 4. und dessen Ehefrau Eidel „Emilie“, geb. Samuel (geboren am 20. Oktober 1829 in Zirke, Provinz Posen; gestorben am 15. September 1905 in Neustadt a. Haardt).Sterbeanzeige Emilie Wronker. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 50. Jahrgang, Nr. 257, 16. September 1905, Zweites Morgenblatt, S. 3, Spalte 4.Sterbeanzeige Emilie Wronker. In: Berliner Tageblatt, XXXIV. Jahrgang, Nr. 474, 17. September 1905, S. 11, Spalten 3–4. Er hatte eine ältere Schwester, Rosalie (geboren am 25. Dezember 1854 in Kähme, Kreis Birnbaum an der Warthe; verheiratete Bormas),Rosalie Wronker heiratete 1897 in Berlin den am 5. Mai 1854 in Zirke, Kreis Birnbaum, geborenen Schneider Simon Hirsch Bormas, später geschieden. – Zitiert nach: Simon Hirsch Bormass. In: Archiwum Państwowe w Poznaniu (Staatsarchiv Posen), auf: e-kartoteka.net und zwei jüngere Brüder, Emil (geboren am 1. Januar 1864 in Kähme, Kreis Birnbaum an der Warthe; gestorben am 19. Dezember 1940 in Berlin)Emil Wronker heiratete im Jahr 1891 in Birnbaum, Provinz Posen, Johanna „Hannchen“ Schweriner (geboren am 30. Januar 1862 in Lindenstadt, Kreis Birnbaum, Provinz Posen; verstorben am 22. September 1925 in Neustadt a. Haardt). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, der spätere Jurist und Amtsgerichtsrat Dr. iur. Werner Wronker (geboren am 13. Februar 1894 in Neustadt a. Haardt; verstorben am 20. Juli 1972 in Berlin-Zehlendorf) und Hildegard „Hilde“, (geboren am 9. Januar 1896 in Neustadt a. Haardt; in 1. Ehe verheiratete Jarecki, in 2. Ehe verheiratete Winitzki). Emil Wronker verstarb im Alter von 76 Jahren eines natürlichen Todes. Seine Tochter Hildegard war zunächst mit dem Berliner Zahnmediziner Dr. med. Max Eugen Jarecki (geboren am 8. April 1888 in Berlin; gestorben am 7. Dezember 1935 ebenda) verheiratet, der jedoch im Alter von 47 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstarb. Ende Februar 1939 emigrierte Hildegard gemeinsam mit ihrem etwa elf Jahre jüngeren zweiten Ehemann, dem in Berlin als Konzertmeister wirkenden Mischa Winitzki (geboren ca. 1907 in Kawkas, Sowjetunion), bei Heirat staatenlos, von Berlin aus zunächst nach Kuba, erhielt in Havanna von der US-amerikanischen Botschaft ihr Quota Immigrant Visa und reiste von dort im Mai 1939 in die Vereinigten Staaten, wo sie sich in Brooklyn, New York, niederließ. Am 5. Februar 1946 wurde sie naturalisiert. – Werner Wronker heiratete Ida Philippine Schäfer. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Hannelore und der später als Rechtsanwalt in Berlin tätige Hans Joachim. – Zitiert nach: Wronker, Emil. In: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Signatur: 36A (II) 40933. – Zitiert nach: Emil Wronker, DocID: 12679374. In: Arolsen Archives, auf: arolsen-archives.org – Zitiert nach: Verlobungsanzeige Hilde Wronker & Dr. Max Jarecki. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 66. Jahrgang, Nr. 632, 26. August 1921, Zweites Morgenblatt, S. 4, Spalte 1. – Zitiert nach: Winitzki verw. Jarecki, Hildegard. In: Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Signatur: 36A (II) 17449. – Zitiert nach: Winitzki, Hildegard. In: National Archives (USA), auf: archives.gov und Hermann (1867–1942).Wronker, Hermann. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deHermann Wronker. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgHerman Wronker. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org
Simon Wronker heiratete am 31. Juli 1888 in Nürnberg Eva Friedeberg (geboren am 31. Januar 1864 in Birnbaum an der Warthe; gestorben am 8. August 1938 in Frankfurt am Main).Civilstandsregister der Stadt Mannheim (Auszug, Verkündete: siehe Pos. 13). In: General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgebung, Nr. 140, 17. Juni 1888, 2. Blatt, S. 7, Spalte 3.Heiratsregister 1888, Simon Wronker, Eva Friedeberg. In: Stadtarchiv Nürnberg, Signatur: C 27/III Nr. 155 / 641.Sterbeanzeige Eva Wronker, geb. Friedeberg. In: Central-Verein-Zeitung (Berlin), XVII. Jahrgang, Nr. 32, 11. August 1938, S. 7, Spalten 2–3.Sterbeanzeige Eva Wronker, geb. Friedeberg. In: Israelitisches Familienblatt (Berlin), Nr. 32, 11. August 1938, S. 14, Spalte 3–4.Sterbeanzeige Eva Wronker, geb. Friedeberg. In: Jüdische Rundschau (Berlin), 43. Jahrgang, Nr. 64, 12. August 1938, S. 8, Spalte 2.Fallakte: Wronker, Eva, geb. Friedeberg, 1864-01-31. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM, A.54.03, 7470.Eva Friedeberg (Wronker). In: Stadtarchiv Saarbrücken, Digitales Gedenkbuch, auf: saarbruecken.de Diese war eine Tochter des Kaufmanns Benjamin Friedeberg (geboren am 7. September 1830 in Birnbaum an der Warthe; gestorben am 13. Juli 1915 in Mannheim) und dessen Ehefrau Johanna, geb. Tietz (geboren am 19. Mai 1835 in Birnbaum an der Warthe; gestorben am 29. Juni 1879 ebda.).Sterbeanzeige Benjamin Friedeberg. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 59. Jahrgang, Nr. 193, 14. Juli 1915, Zweites Morgenblatt, S. 4, Spalte 4.Benjamin Friedeberg. In: Stadtarchiv Saarbrücken, Digitales Gedenkbuch, auf: saarbruecken.deJohanna Tietz. In: Stadtarchiv Saarbrücken, Digitales Gedenkbuch, auf: saarbruecken.de
Aus Simon Wronkers Ehe gingen zwei Kinder hervor, die gehörlos geborene Johanna (geboren am 24. November 1889 in Mannheim; gestorben am 22. Februar 1943 im Ghetto Theresienstadt)Civilstandsregister der Stadt Mannheim (Auszug, Geborene: siehe 24. November). In: General-Anzeiger – Mannheimer Journal. Amts- und Kreisverkündigungsblatt, 99. Jahrgang, Nr. 328, 1. Dezember 1889, 2. Blatt, S. 2, Spalte 1.Wronker, Johanna. In: Stadt Frankfurt am Main, Stolperstein-Biographien im Nordend, auf: frankfurt.deJohanna Wronker. In: Stadtarchiv Saarbrücken, Digitales Gedenkbuch, auf: saarbruecken.deWronker, Johanna. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deJohanna Wronker. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgJohanna Wronker. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.orgFallakte: Wronker, Johanna, 1889-11-24. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM, A.54.03, 7471. und Lili (geboren am 16. April 1893 in Mannheim; gestorben als Lili Lyon am 11. Januar 1978 in Saarbrücken).Civilstandsregister der Stadt Mannheim (Auszug, Geborene: siehe 16. April). In: General-Anzeiger – Mannheimer Journal. Amts- und Kreisverkündigungsblatt, 102. Jahrgang, Nr. 110, 22. April 1893, S. 6, Spalte 1.Für Lili Wronker, verheiratete Lyon, sind verschiedene Schreibweisen ihres Vornamens überliefert, Lili, Lilli, Lily und Lilly. Ihre Geburtsurkunde beim Standesamt Mannheim lautet auf Lili Wronker.Lily Wronker (Lyon). In: Stadtarchiv Saarbrücken, Digitales Gedenkbuch, auf: saarbruecken.de
Eva Wronker, geb. Friedeberg, brachte ihre gehörlose 3-jährige Tochter Johanna offenbar auf Wunsch ihres Ehemannes Simon von Mannheim aus zu einem „Schloofer“ (= Schläfer) genannten Wunderheiler namens Gottfried Jost aus Dorlisheim (elsässisch: Dorelse), dessen wiederholte Behandlung durch Berührung, Mixturen und elektrische Bäder naturgemäß keinen Erfolg erzielte.Psychische Studien. Monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens gewidmet, XXI. Jahrgang, H. 4, April 1894, S. 163, 169.
Eva Friedebergs jüngere Schwester Ida (1871–1942) heiratete später Simon Wronkers jüngsten Bruder Hermann (1867–1942).Wronker, Ida, geb. Friedeberg. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deIda Wronker. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgIda Wronker. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.orgWerner Röder, Herbert A. Strauss: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933–1945, DeGruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-096854-5, S. 836.
Simons Schwiegermutter Johanna, geb. Tietz (1835–1879), war eine Schwester der Warenhausbesitzer Hermann Tietz (1837–1907) und Julius Tietz (1844–1911) sowie eine Tante der Warenhausbesitzer Leonhard (1849–1914) und Oscar Tietz (1858–1923).
Wirken mini|Geschäftseröffnung 1. März 1887 in Mannheim, Kunststraße (Quadrat N2, 8) Simon Wronker eröffnete am 1. März 1887 in Mannheims Kunststraße (Quadrat N2, 8) als alleiniger Inhaber ein Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiss- und Wollwaarengeschäft unter seinem abgekürzten Namen S. Wronker.Werbliches Inserat mit der Ankündigung einer Geschäftseröffnung durch S. Wronker. In: Badische Volks-Zeitung, General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgebung, Nr. 50, Sonntag, 27. Februar 1887, 2. Blatt, S. 2, Spalten 2–4.Hans Meissinger: Die Entwicklung des Detailhandels in Mannheim, Diss., Badische Ruprecht-Karls-Universitat Heidelberg, Moch, Schwetzingen 1928, , S. 39.Hansjörg Probst, Karl W. Beinhauer (Hrsg.): Mannheimer Geschichtsblätter, Neue Folge I/1994, Bd. 1, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1994, ISBN 978-3-7995-0955-8, S. 332.Sonja Steiner-Welz: 400 Jahre Stadt Mannheim, Bd. 8, Reinhard Welz Vermittler Verlag, Mannheim 2006, 2. erw. Aufl., ISBN 978-3-86656-297-4, S. 124.Peter W. Ragge: Geschichte der Mannheimer Kaufhäuser: Paläste des Handels. In: Mannheimer Morgen, 29. Juni 2024, auf: mannheimer-morgen.de Das für die Firmierung des Unternehmens gewählte Initial sollte möglicherweise den auf seine jüdische Herkunft verweisenden Vornamen weniger offensichtlich erscheinen lassen. Bei der Gründung und dem Aufbau des Geschäfts soll sein jüngster Bruder Hermann mitgewirkt haben,C.-V.-Zeitung, VI. Jahrgang, Nr. 33, 19. August 1927, S. 486, Spalte 1.Neue Mannheimer Zeitung, Nr. 357, 5. August 1927, Mittags-Ausgabe, S. 4, Spalte 2. wie das 40 Jahre später und nach dem Tod Simon Wronkers gleichlautende PR-Mitteilungen formulieren. Im Handelsregister blieb Hermann Wronker 1887 hingegen ebenso unerwähnt wie in den Werbeanzeigen des jungen Unternehmens.