Wilhelm Schüle (* 15. Januar 1871 in Basel;Stadtarchiv Zürich (SAR): Eheregister B der Stadt Zürich 1927 (VIII.B.a.202.) † 30. Januar 1931 in Münsingen) von Zürich, war ein schweizerischer Ingenieur bei der Eidgenössischen Landestopographie.

Leben Wilhelm Schüle wurde am 15. Januar 1871 als Sohn von Wilhelm Schüle und Else Schüle geboren.Laut freundlicher Auskunft von Herrn Manasse, Staatsarchiv Basel-Stadt, vom 24.9.2024 war die Familie seit Oktober 1868 in Basel gemeldet: Wilhelm Schüle (24-6-1840-) und Elise Schüle-Schüle (19.7.1840-15.11.1904). Er besuchte in Basel die obere Realschule, die er 1889 mit der Maturität abschloss. Er begann 1891 sein Studium am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich, das er 1895 beendete.Ein Aufenthalt an der Universität Basel 1892–1893, wie aus dem Personalblatt bei der Landestopographie hervorgeht (E27#1000/721#20706*, Dokument 12) konnte nicht bestätigt werden. Laut freundlicher Auskunft von Herrn Manasse Staatsarchiv Basel-Stadt vom 20. September 2024 konnte er im Matrikelverzeichnis der Universität Basel aus jenen Jahren Wilhelm Schüle nicht finden. Laut Einwohnerkontrolle war Schüle in jenen Jahren in Zürich gemeldet: Verwendete Quellen: PD-REG 14a 8-3: Niederlassungskontrolle Schweizer (1877–1892), Nr. 7600. Universitätsarchiv AA 3: Personal-Verzeichnisse, Verzeichnisse der Studierenden Vor dem Eintritt in die Eidgenössische Landestopographie beschäftigte sich Schüle bei der Gotthardbahn beim Bau des zweiten Geleises von Erstfeld nach Biasca und beim Eidgenössischen Geniebureau bei der Aufnahme für Befestigungen.Personalblatt bei der Landestopographie E27#1000/721#20706* /Dokument_0000012

Schüle trat am 20. April 1895 als Ingenieur des Präzisionsnivellements in die Eidgenössische LandestopographieDas Eidgenössische Topographische Bureau, ab 1901 Abteilung für Landestopographie, wofür sich die Bezeichnung Eidgenössische Landestopographie einbürgerte, wurde ab 1882 von Jean-Jacques Lochmann, von 1902 bis 1920 von Leonz Held, von 1921 bis 1929 von Hans von Steiger und ab 1929 von Karl Schneider geleitet. ein. 1902 wurde er deren Technischer Sekretär, 1905 Ingenieur 1. Klasse und 1910 Chef der Sektion Kartographie.

Vom Schweizerischen Bundesrat wurde er beauftragt, die weitschichtige geographische Materie zum brasilianisch-französischen Grenzstreit zu bearbeiten.

Der angehende Künstler Paul Boesch, erhielt 1915 von Oberkorpskommandant Theophil Sprecher von Bernegg, den Auftrag für ein Werk zur Schweizer Kriegsgeschichte Karten und Illustrationen anzufertigen. Diese Kartenbeilagen entstanden jeweils unter Leitung von SchüleJ. F. und E. J.: Wilhelm Schüle. In: Die Alpen 1931, 3. S. 80: Durch Generalstabschef Theophil Sprecher, welcher mit Bundesrat Eduard Müller Schüle geschätzt habe, sei er für die kartographische Mithilfe an der Schweizer Kriegsgeschichte (1916–1935) engagiert worden. und wurden von Paul Boesch bearbeitet.

Schüle setzte sich für eine allgemein gebrauchsfähige Nomenklatur der Landeskarte ein.

Schüle, der als Pionier beim Landsturm eingeteilt war,Gemäss Personalblatt der Landestopographie war Schüle als Pionier beim Landsturm eingeteilt. E27#1000/721#20706* /Dokument_0000012 wurde im Eidgenössischen Staatskalender von 1903 als Major bezeichnet. Hingegen findet sich keine entsprechende Angabe in den Offiziers-Etats und in demjenigen von 1925 wird er ohne einen Dienstgrad erwähnt.

Nach der 1927 erfolgten Nichtwiederwahl von Schüle als Chef der Sektion für Kartographie leitete Karl Schneider auch diese Sektion, unter teilweiser Entlastung durch den Chef der Sektion für Geodäsie Hans Zölly.

Schüle wurde am 31. März 1927 pensioniert. Nach seinem Austritt aus der Eidgenössischen Landestopographie beschäftigte er sich mit der Herstellung von Karten für private Unternehmungen, mit der Abfassung von Gutachten und mit Kunst. Eine Anzahl seiner besten Gemälde und Zeichnungen seien als farbige Kunstdruckblätter im Verlag Herbert Lang, Bern, herausgegeben worden, worüber allerdings keine gesicherten Informationen vorliegen.

1928 hielt Schüle einen Vortrag zur Massstabsfrage, in denen er Punkte hervorhob, in welchen seine Ansichten von denjenigen von Imhof mehr oder weniger erheblich abwichen.

Die Geographische Gesellschaft Bern und der Verband Geographischer Gesellschaften der Schweiz haben ihm viel zu verdanken. Seit 1897 gehörte er der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft an und zählte zu den Gründern der Sektion für Geographie und Kartographie. Er war Mitglied der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft. Schüle war einer der ersten, die eine engere Beziehung zwischen Landestopographie und S.A.C. wünschten und förderten.

In vorgerücktem Alter heiratete er 1927 Margrit Möhr, mit der er drei glückliche Jahre verbrachte. Wilhelm Schüle starb am 30. Januar 1931 in Münsingen an einem Herzschlag in seinem 60. Altersjahr. Er hinterliess eine Witwe und eine kleine Tochter.Stadtarchiv Zürich (SAR): Auszug aus der Taufliste zum Todesregister B (VIII.B.a.103.) von 1957: Sylvia Margrith Schüle, wohnhaft in Chiasso, starb am 29. Juli 1957 in Chivasso (italienisch) Das Leichengebet fand am 2. März um 3 Uhr beim Trauerhaus, Postgebäude und die stille Beerdigung um 3 ¼ Uhr in Münsingen statt. An der kirchlichen Leichenfeier schilderte Pfarrer Wälchli die geistige Eigenart des Verewigten, dankte Professor Fritz Nussbaum im Namen der Geographischen Gesellschaft von Bern dem verdienstvollen Vizepräsidenten und beleuchtete dessen wissenschaftliche Leistungen. Pfarrer Bürgi, Kirchlindach, zeichnete das Bild des grossen Patrioten Schüle. Als gewesener Sekretär des Volksbundes für die Unabhängigkeit der Schweiz habe der Verstorbene Entscheidendes in der Zonen- wie auch in der Ordensfrage geleistet. Eine kleine Schar von Freunden und Nachbarn gaben ihm das letzte Geleit.

Veröffentlichungen Der Nachruf von Fritz Nussbaum enthält ein Verzeichnis der wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Wilhelm Schüle. In der Liste der Publikationen der Mitarbeitenden des Bundesamts für Landestopografie sowie im Rechercheportal Alexandria gibt es weitere Zusammenstellungen.

Die Landschaft Davos im Lichte bündnerischer Ortsnamen. In: Bündnerisches Monatsblatt. 1930, 4. S. 97–125. Niederschlagskarte (Periode 1901–25) nach J. Maurer und J. Lugeon 1928 1:300'000. In: Johann Jakob Früh: Geographie der Schweiz. Bd. 1, 1930, Tafel V. Eine neue Geographie der Schweiz. In: Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur. 9, 1930, 10. S. 483–485. [Buchbesprechung]. Zur Massstabfrage des neuen schweizerischen Kartenwerkes. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 28, (1927–1928). 1929. S. 31–46. Zur Kurvendarstellung auf topographischen Karten. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 28, (1927–1928). 1929. S. 47–53. Über hypsometrische Karten. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 28 (1927–1928). 1929. S. 54–68. [Kartenbeilage: Hypsometrische Karte der Schweiz 1:1'000'000]. Ueber Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge. In: Der Schweizer Geograph. 5, 1928, 1. S. 1–8. [Buchbesprechung]. Die savoyische Neutralitätszone in ihrer Bedeutung für die Schweiz und für Frankreich. In: Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur. 7, (1927–1928), 3. S. 129–136. Über Namengebung auf geographischen Karten. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 25 (1919–1922), 1923. S. 89–115. [mit zwei Kartenbeilagen]. Die Schreibweise der Orts- und Flurnamen in den Grundbuchplänen und topographischen Karten. In: Schweizerische Geometer-Zeitung.16, 1918, 10. S. 211–215 und 16, 1918, 11. S. 237–238. Bemerkungen über das vom eidg. statistischen Bureau herausgegebene Schweizerische Ortschaften-Verzeichnis und Vorschläge zu dessen Neubearbeitung. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 23 (1911–1912). 1913. S. 120–162.

Vorträge Der franko-brasilianische Grenzstreit, 1903. (Mit Prof. Röthlisberger.) Zur Formenanalyse geographischer Räume und das Genfer Zonenabkommen, 1923.

Literatur Luzius Thöny, Thomas Franz Schneider. Verhochdeutschung von Toponymen der Deutschschweiz seit dem 19. Jahrhundert. In: Linguistik Online, 121, 2023. 3, 43–59. Maria Becker: Paul Boesch – ein Schweizer Künstler und Illustrator. 2017. Gilbert Grap: Differenzen in der Neutralität – Der Volksbund für die Unabhängigkeit der Schweiz (1921–1934). 2011. Paul Caminada: Schüle, Wilhelm. In: Pioniere der Alpentopografie. 2003. S. 208.Wilhelm Schüle aus Zürich lebte von 1871 bis 1931. Er besuchte die Mittelschule in Basel und von 1889 bis 1895 die Polytechnische Schule in Zürich sowie die Universität Basel. Ab 1895 war er beim Eidgenössischen Topographischen Bureau tätig, wurde 1902 Technischer Sekretär und 1910 Chef der Sektion Kartographie. Schüle war Wissenschaftler, Geograf, Künstler und Kartograf. Eduard Imhof: Cartographic relief representation. 1982. S. 136. Eduard Imhof: Kartographische Geländedarstellung. 1965. S. 160. Fritz Nussbaum: Wilhelm Schüle 1871–1931. In: Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. 112 (1931). 1931. S. 408–410. Fritz Nussbaum: Wilhelm Schüle. In: Der Schweizer Geograph. 8, 1931, 6. S. 150–153. J. F., E. J.: Wilhelm Schüle. In: Die Alpen. 1931, 3. S. 80. Egmond Gœgg: Wilhelm Schüle. In: Le Globe. 70, 1931, 1. 1931. S. 28–29. Hans Tritschel: Internationale Alpine Kunstausstellung in Budapest 1930. In: Die Alpen. 1930. Nemzetközi Alpin Képkiállitása [=Internationale Alpine Kunstausstellung]. Budapest. 1930. Eduard Imhof: Die neuen Landeskarten. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 28 (1927–1928). 1929. S. 21–30. Eduard Imhof: Unsere Landeskarten und ihre weitere Entwicklung. In: Schweizerische Zeitschrift für Vermessung und Kulturtechnik. 25,1927, 4, S. 81–178 . + 12 Tafeln. Albert Heim: Unsere Landeskarten und ihre weitere Entwicklung. In: Die Alpen. 1927. Werner Lang: Welches sind die zweckmässigsten Massstäbe für unsere neuen Landeskarten. In: Schweizerische Zeitschrift für Vermessungswesen und Kulturtechnik, 25, 1927, 6. S. 203–219 und 227–238. G.B.: Un cinquantenaire bernois: Un encyclopédiste – Un cri du cœur. In: Feuille d'Avis de Neuchâtel. 17. Oktober 1923. Schweizer Kriegsgeschichte. 1916–1935. Jakob Hilfiker (Bearbeitet von): Bericht der Abteilung für Landestopographie an die Schweiz. geodätische Kommission über die Arbeiten am Präzisionsnivellement der Schweiz in den Jahren 1893–1903. 1905. Ernst Röthlisberger: Südamerikanische Streitfragen zu Ende des XIX und Beginn des XX Jahrhunderts.1904. S. 10. W. Sievers: Der Grenzstreit zwischen Frankreich und Brasilien über Guyana. In: Petermanns Geographische Mitteilungen. 48, 1902. S. 58-–66. Der Grenzstreit zwischen Brasilien und Frankreich über Guayana. Berichtigungen. In: Petermanns Geographische Mitteilungen. 48, 1902. S. 95. Urteil des Bundesrates der schweizerischen Eidgenossenschaft über den franko-brasilianischen Grenzstreit vom 1. Dezember 1900, 1900. [Beilagenbox enthält 5 Karten ("Planche No. 1-5") und 3 Tabellen].

Archive Bern, Schweizerisches Bundesarchiv: Schüle Wilhelm, Ingenieur (Dossier), Portraits, Dossier zur Hypsometrische Karte der Schweiz 1:1'000'000, Studie über die geografische Nomenklatur in der Schweiz. Zürich, Hochschularchiv der ETH: Schüle, Wilhelm, geb. 15.01.1871. Matrikel zum Studium am Eidgenössischen Polytechnikum.

Weblinks Erste Ingenieure der Schweiz – ein biographisches Verzeichnis. Literatur zur Schreibung der Lokalnamen. Rechercheportal Alexandria: Kartensuche. Gemälde Eiger und Mönch von Mürren.

Einzelnachweise

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