Heleopera ist eine Gattung von beschalten (Testaten) Amöben (früher als Schalenamöben oder Thecamoeben bezeichnet) in der Gruppe der Tubulinea.

Beschreibung Die Schale (Testa, , früher auch als Theca bezeichnet) ist immer seitlich zusammengedrückt; die Öffnung (engl. ) endständig, linsenförmig oder schlitzförmig, mit dünnem, aber deutlichem organischem Rand. Der Zellkörper erscheint farblos oder gelblich-braun, bei einigen Arten auch rötlich oder violett. Die Schale (Testa) besteht aus (dank der räuberischen Lebensweise gesammelten) Euglyphiden-Körperplatten in ovaler, kreisförmiger oder rechteckiger Form, auch mineralischen Partikeln von Kieselalgen, wobei diese Materialien oft mit kieseligem (silikatischem) Material überzogen und verstärkt sind. Diese Schuppen können sich oft überlappen und sind in der Aboralregion (seitlich der Öffnung) miteinander verklebt. Solche Zellbestandteile, die nicht selbst produziert werden, sondern von der Beute stammen, nennt man Xenosome.

Es gibt einen einzigen eiförmigen Zellkern. Die Scheinfüßchen (Pseudopodien) sind von unterschiedlicher Anzahl, dünn fingerartig, auch verzweigt.

Offenbar können sich auch Zoochlorellen im Protoplasma befinden

Habitat: im Allgemeinen Süßwasser-Gebiete.

Typusart ist Heleopera sphagni.

Artenliste Zur Gattung Heleopera gehören u. a. folgende Arten (Stand: 17. September 2024):

Gattung Heleopera , 1879(G,J,N,μ) Heleopera amplicolla , 1942(G) Heleopera baetica , 2021(N) bzw. , 2021(G) [Heleopera sp. CSZ-2021a(N)] Heleopera cyclostoma , 1902(J) Heleopera lata , 1909(J,μ) Heleopera nodosa , 1912(μ) Heleopera lucida et al., 2023(μ) [Difflugia lucida , 1890(μ)] Heleopera penardi , 1955(J,μ) Heleopera petricola , 1879(J,G,μ) H. petricola var. amethystea(J,μ) Heleopera picta (J) – nach NIES ist Heleopera picta , 1879 ein Synonym von Heleopera sphagni(J) Heleopera rosea , 1890(G,J,N,μ) – evtl. ein Synonym von Heleopera petricola (es gibt offenbar viele Übergangsformen)(μ) Heleopera sabauda , 1908 Heleopera sordida , 1910(μ) Heleopera sphagni , 1874(G,J,N) – Typusart, nach NIES mit Synonym Heleopera picta , 1879(J,μ) Heleopera steppica , 2023(N) [Heleopera sp. GRibeiro-2023a(N)] Heleopera sylvatica , 1890(G,J,N) Kandidaten ohne gültige Veröffentlichung mit vorläufigen Bezeichnungen: Heleopera sp. Am_tu_Hs01(N) Heleopera sp. Am_tu_Hs02(N) Heleopera sp. Am_tu_Hs03(N) Heleopera sp. Am_tu_Hs04(N) Heleopera sp. ATice-2023a(N)

Quellen: Enrique Lara et al. (2008), weiters: (G)– (J)– , Japan (NIES) (N)– (μ)– Microworld

Heleopera sphagni Die Schale (Testa, ) der Typusart Heleopera sphagni ist verbreitert bzw. zusammengedrückt eiförmig mit regelmäßigem Umriss, die Chitinmembran ist gelblich (selten bräunlich) gefärbt, mit einem Belag aus unregelmäßigen transparenten Kieselplatten; der Fundus mit wenig Fremdmaterial, oft ohne. Die Position der Öffnung () ist (wie für die Gattung charakteristisch) terminal.

Abmessungen: je nach Autor Länge 87–168 µm, 115–128 µm, 100–140 µm oder 80–145 µm; die Breite 50–120 µm; die Tiefe 42–51 µm;, der Durchmesser der Öffnung beträgt 40–45 µm.

Für das Leben des Einzellers scheint eine intrazelluläre Symbiose mit Zoochlorellen notwendig zu sein.

Habitat: Sümpfe mit Torfmoos (Sphagnum).

Bildergalerie

Weblinks

Einzelnachweise NCBI Taxonomy Browser: Heleopera. GBIF: Heleopera Leidy, 1879. NIES: Heleopera. The World of Protozoa, Rotifera, Nematoda and Oligochaeta. Ferry Siemensma: Genus Heleopera Leidy, 1879. Auf: Microworld – world of amoubiod organisms. 27. Februar 2019, Stand: 5. Oktober 2023. OBIS: Heleopera sphagni (Leidy, 1874) South BR Mangrove, Brazil, Guaratuba. Heleopera sabauda Penard, 1908 (Species). Inventaire National du Patrimoine Naturel (INPN).

Edward Mitchell, Otto Wildi: Testate Amöben: Geheimnisvolle Lebewesen dienen der Umweltforschung. In: Informationsblatt des Forschungsbereiches Landschaft, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Band 71, 2008. Dazu: (PDF; 0,1 MB). In: Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, Band 156, Nr. 3/4, 2011, S. 78, 88, 98. Andrey N. Tsyganov, Kirill Babeshko, Yuri Mazei: A Guide to Testate Amoebae with the Keys to Genera. Penza University Press, November 2016, ISBN 978-5-906913-19-7; ResearchGate:349142953 ().

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