Die Rallye Dakar (früherer Name Rallye Paris–Dakar) ist ein Rallye-Raid-Wettbewerb, der als die bedeutendste Langstrecken- und Wüstenrallye der Welt gilt. Die Rallye Dakar ist seit 2022 Teil der World Rally-Raid Championship (W2RC). Sie wurde von 1979 bis 2007 einmal jährlich hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Im Jahr 2008 wurde die Rallye Dakar aufgrund einer Terrordrohung abgesagt. Seit 2009 wird auf derselben Strecke das Africa Eco Race durchgeführt, das von Hubert Auriol, René Metge und Jean-Louis Schlesser als Nachfolgeveranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent begründet wurde. Von 2009 bis 2019 wurde die Rallye Dakar aus Sicherheitsgründen nach Südamerika verlegt und seit 2020 findet sie in Saudi-Arabien statt.
Geschichte mini|Die BMW, auf der Gaston Rahier 1985 die Rallye gewann (im Zweirad-Museum Neckarsulm) mini|Fahrzeuge der Rallye in Paris, 1992 Die erste Rallye Dakar wurde am 26. Dezember 1978 in Paris gestartet und endete am 14. Januar 1979 in Dakar. Gründer der Veranstaltung war der Franzose Thierry Sabine. Veranstalter war zu dieser Zeit die Thierry Sabine Organisation. Nach seinem Tod übernahm sein Vater für einige Jahre die Rallye, verkaufte die Rechte daran aber anschließend an die Amaury Sport Organisation (A.S.O.), die die Rallye bis heute durchführt. Die A.S.O. ist ein großes französisches Sportunternehmen, das z. B. auch die Tour de France veranstaltet.
Inspiriert hatte Sabine die Teilnahme an der Rallye Abidjan-Nizza, auf der er sich 1977 mit seinem Motorrad in der libyschen Wüste verirrte. Sabines häufig zitiertes Motto lautete “If life gets boring, risk it!” – er selbst kam am 14. Januar 1986 in Mali bei einem Hubschrauberabsturz in einem Sandsturm während „seiner“ Dakar-Rallye ums Leben. Zum Gedenken an ihn wurde ein kleiner Akazienbaum auf einem Hügel im Nordosten von Niger Arbre Thierry Sabine genannt. Ein Gedenkstein und ein dort zu findender Bildband erinnern an ihn und seinen Unfall.
2008 fand die Rallye Dakar erstmals in ihrer 30-jährigen Geschichte nicht statt. Am 4. Januar, nur einen Tag vor dem geplanten Start in Lissabon, sagte der Veranstalter aufgrund einer dringenden Reisewarnung der französischen Regierung den Wettbewerb ab. Neben dem Mord an vier französischen Touristen am 24. Dezember 2007 und einem tödlichen Überfall auf drei Soldaten an der Grenze zu Algerien hatte es auch eine Terrordrohung gegen die Rallye selbst gegeben.
Als Konsequenz aus der Terrordrohung und der Absage im Jahr 2008 fand die Rallye Dakar im Jahr 2009 nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika statt. Die Rallye startete am 3. Januar 2009 in Buenos Aires und endete am 18. Januar 2009 ebenda. Insgesamt waren rund 6000 km Wertungstrecke zu bewältigen,Zwischen zwei Ozeanen, ein Extremabenteuer. In: dakar.com. dabei führte die Rallye nicht nur durch Argentinien, sondern auch durch Chile. In: eurosport.yahoo.com, 12. Februar 2008.
Der vormalige Renndirektor der Rallye Dakar, Hubert Auriol, organisierte daraufhin mit René Metge das Africa Eco Race, das 2009 erstmals stattfand. Die Amaury Sport Organisation ließ daraufhin per einstweiliger Verfügung eine weitere Mitarbeit Auriols am Africa Eco Race untersagen. auf .marathonrally.com
2010 fand die Rallye Dakar wieder in Argentinien und Chile statt. Die Rallye wurde am 2. Januar 2010 in Buenos Aires gestartet, wo am 17. Januar auch die Siegerehrung durchgeführt wurde. Die Dakar 2011 begann am 1. Januar 2011 wieder in Buenos Aires und endete am 15. Januar 2011. 2012 führte die Route vom argentinischen Mar del Plata über Chile nach Lima (Peru).
Nachdem immer mehr Länder ihre Teilnahme aus Kostengründen abgesagt hatten, fand die Rallye 2019 zum ersten Mal in ihrer Geschichte nur in einem Land – Peru – statt. Start und Ziel war Lima. Seit 2020 findet die Rallye in Saudi-Arabien statt. Neuer Renndirektor ist seit 2020 David Castera, vormaliger Veranstalter der Rallye du Maroc.Dakar-Rallye in Saudi-Arabien: Echtes Abenteuer Der Vertrag über die Austragungen in Saudi-Arabien wurde von der A.S.O. zunächst bis 2025 geschlossen. Im Juni 2023 verlängerte die Amaury Sport Organisation, als Veranstalter der Rallye, den Vertrag über die Austragungen in Saudi-Arabien bis 2029. Der Vertrag sieht ab 2025 nun auch vor, gegebenenfalls weitere Austragungsländer aufzunehmen und die Rallye nicht mehr exklusiv in Saudi-Arabien stattfinden zu lassen.Rallye Dakar 2024: Erste Details zur neuen Route und mehr
Seit dem Teilnehmerrekord von 2007 mit 525 Fahrzeugen sinken die Teilnehmerzahlen seit 2009 mit dem Wechsel nach Südamerika und dem seit demselben Jahr stattfindenden Africa Eco Race kontinuierlich. 2009 nahmen noch 500 Fahrzeuge an der Rallye teil. Mit dem Wechsel nach Saudi-Arabien 2020 waren es 342 und 2021 nur noch 296.https://www.dakar.com/en/competitors Seit 2009 nehmen an der Rallye Dakar knapp 160 Fahrzeuge weniger teil, im selben Zeitraum fahren etwa genauso viele das Africa Eco Race. Das Africa Eco Race wird von den etablierten Rallye-Raid-Teams und internationaler Sportpresse als Konkurrenzveranstaltung in Afrika zur Rallye Dakar gesehen.speedweek.comblick.ch Motorsportmarathonrally.com
Parallel zur Rallye Dakar findet seit 2021 erstmals die Dakar Classic statt, bei der nur klassische Rallyefahrzeuge, die vor 2000 gebaut wurden, eingesetzt werden dürfen.https://www.dakar.com/en/dakar-classic
Charakter der Wüstenrallye mini|Motorrad-Sieger 2009 Marc Coma in den unwirtlichen Wüsten-Verhältnissen Im Gegensatz zu beispielsweise den Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), bei denen während eines langen Wochenendes eine Reihe von kurzen Prüfungen gefahren werden, ist „die Dakar“ als Rallye Raid ein echtes Marathonrennen, bei dem einzelne Etappen von über 800 km Länge zurückgelegt werden, der Großteil davon auf Wüstenboden.
Erschwerend wirkt sich die Tatsache aus, dass die Teilnehmer – mit Ausnahme eines Ruhetags in der Mitte des Rennens – jeden Tag unterwegs sind. Insbesondere für Privatiers ohne Werksunterstützung oder Mechanikerteam bedeutet dies eine enorme Belastung: Sind die Etappen innerhalb des festgesetzten Zeitlimits bewältigt, müssen die Privatiers ihr Fahrzeug selber reparieren oder Verschleißteile wechseln. Wenn diese Fahrer das Ziel erst in der Nacht erreichen, müssen Schlaf und Service also reduziert oder der Start zur nächsten Etappe verschoben werden. Insgesamt beträgt die Ausfallquote bei Motorrädern und Autos deshalb jeweils weit über 50 Prozent.
Route mini|2006: Die Streckenführung von Lissabon nach Dakar mini|links|Streckenverlauf der Dakar 2012 in Südamerika Der Wettbewerb fand seinem ursprünglichen Namen „Rallye Paris-Dakar“ entsprechend zunächst zwischen der französischen und der senegalesischen Hauptstadt statt. Später variierten die Streckenführung sowie der Start- und Zielort von Jahr zu Jahr. Die Rallye 2006 beispielsweise führte in 15 Etappen von Lissabon (Portugal) über Spanien, Marokko, West-Sahara, Mauretanien, Mali, Guinea und Senegal zum Zielort Dakar.
1992 wurde die Rallye um eine Woche verlängert, um nach der Durchquerung ganz Afrikas das Ziel in Kapstadt zu erreichen. Aus motorsportlicher Sicht war diese Route jedoch für die meisten Teilnehmer unbefriedigend, auf den engen Pisten in Zentralafrika konnte nur selten überholt werden.
Im Jahr 2009 wurde die Rallye Dakar zum ersten Mal nicht in Europa und Afrika ausgetragen, sondern in den südamerikanischen Ländern Argentinien (mit Start und Ziel in Buenos Aires) und Chile (mit einem Ruhetag in Valparaíso).
Im Jahr 2019 fand die Rallye Dakar ausschließlich in Peru statt. Die Streckenlänge betrug insgesamt ca. 5600 Kilometer mit ca. 3000 Kilometer Wertungsprüfung. Davon waren etwa 70 % Sandanteil.Rallye Dakar 2019: Zeitplan, Strecke und Starter
Seit 2020 findet sie in Saudi-Arabien statt und verläuft über ca. 7900 km quer durch das Land.
Sieger mini|KamAZ-4911 von Wladimir Tschagin mini|links|Jutta Kleinschmidt gewann 2001 als erste Frau die Rallye Dakar
Rekorde Der bisherige Rekordsieger der Dakar ist der Franzose Stéphane Peterhansel. Er gewann die Motorradwertung sechsmal in den Jahren 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998. Die Automobilwertung konnte er bisher achtmal, nämlich 2004, 2005, 2007, 2012, 2013, 2016, 2017 und 2021, gewinnen.
Neben Peterhansel sind Hubert Auriol (Motorrad 1981 und 1983, Auto 1992) und Nani Roma (Motorrad 2004, Auto 2014) die einzigen Fahrer, die das Rennen sowohl auf zwei als auch auf vier Rädern gewinnen konnten.
Der erfolgreichste Autofahrer ist mit acht Siegen Peterhansel, gefolgt vom Katarer Nasser Al-Attiyah mit fünf Siegen (2011, 2015, 2019, 2022 und 2023) sowie dem Finnen Ari Vatanen (zwischen 1987 und 1991) und Carlos Sainz senior (2010, 2018, 2020, 2024) mit jeweils vier Siegen. Im Jahr 2001 war die Deutsche Jutta Kleinschmidt die erste Frau, die die Autowertung der Dakar gewinnen konnte.
Erfolgreichster Fahrer in der Kategorie der Trucks ist der Russe Wladimir Tschagin, der das Rennen insgesamt sieben Mal für sich entscheiden konnte (2000, 2002–2004, 2006, 2010 und 2011). Hinter ihm folgt der Tscheche Karel Loprais mit sechs Siegen (1988, 1994, 1995, 1998, 1999 und 2001).
Karl-Friedrich Capito gewann 1985 mit seinem Sohn Jost Capito als Beifahrer als einziger Deutscher die LKW-Wertung der Rallye. 1997 konnten die beiden Österreicher Peter Reif und Johann Deinhofer die LKW-Wertung auf einem Hino gewinnen.
Der Franzose Luc Alphand, Sieger 2006, war zuvor in einer anderen Sportart sehr erfolgreich: Im Jahr 1997 gewann er den Gesamtweltcup der Alpinen Skifahrer – als bisher einziger Speedspezialist, also ausschließlich mit Ergebnissen aus Abfahrt und Super-G. (Luc Alphand im Weltcup)
Die erfolgreichste Pkw-Marke ist Mitsubishi mit dem Mitsubishi Pajero Evolution und insgesamt 12 Dakar-Gesamtsiegen.
Die erfolgreichste Lkw-Marke ist KAMAZ mit insgesamt 19 Dakar-Gesamtsiegen.
Die erfolgreichste Motorrad-Marke ist KTM. Der Hersteller aus Österreich stellte von 2001 bis 2019 ununterbrochen den Gesamtsieger. 2018 gewann zudem Matthias Walkner als erster Österreicher die Motorradwertung. Mittlerweile steht KTM bei 20 Dakar-Gesamtsiegen.
Die Sieger und Strecken der Rallye Dakar seit 1979